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Neue „Tatort“-Box mit den ersten 20 Fällen der Kommissare Ballauf und Schenk in Köln – Kriminalfilme der alten Schule ohne Experimente

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Neue „Tatort“-Box mit den ersten 20 Fällen der Kommissare Ballauf und Schenk in Köln – Kriminalfilme der alten Schule ohne Experimente

Fast jeden Sonntagabend zur besten Sendezeit verfolgen Millionen „Tatort“-Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz gespannt die beliebteste und langlebigste Krimireihe im deutschsprachigen Raum. Seit 1970 ermitteln die Kommissare zunächst als Einzelgänger, später eher in Teams aus zwei oder mehr Kollegen an unterschiedlichen Orten. Jährlich werden heute etwa drei Dutzend neue „Tatort“-Folgen produziert, in den Anfangsjahren wurde jeden Monat eine Folge ausgestrahlt. Die Krimireihe gehört zu den zuschauerstärksten Fernsehsendungen in Deutschland. 2009 stellt „Tatort“ 32 der 50 meistgesehenen Serienepisoden im deutschen Fernsehen, 2010 sind es 13 der 15 meistgesehenen Filme im deutschen Fernsehen. Zu Beginn der „Tatort“-Ausstrahlungen in den 1970er Jahren werden im damals noch monopolartigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk traumhafte Einschaltquoten mit mehr als 25 Millionen Zuschauern und über 70 Prozent Marktanteil erreicht. Der erfolgreichste „Tatort“ aller Zeiten ist die Episode „Rot, rot, tot“ vom Süddeutschen Rundfunk mit Kommissar Eugen Lutz (Werner Schumacher) als Ermittler und Curd Jürgens als Täter, die am 1. Januar 1978 ausgestrahlt und von 26,57 Millionen Zuschauern gesehen wird. Im Jahr 2007 sehen durchschnittlich 7,3 Millionen Zuschauer die Folgen der Fernsehreihe, 2011 sind es bereits 8,5 Millionen, 2013 verfolgen dann sogar durchschnittlich 9,32 Millionen Zuschauer eine neue „Tatort“-Folge.

Nach einigen schließlich wieder abgebrochenen Versuchen eines amerikanischen Filmkonzerns beginnt mit der Initialzündung der 1000. Folge das Berliner Medienunternehmen Icestorm Entertainment mit der Veröffentlichung einiger Folgen auf DVD und Blu-ray Disc. Hier hat man bereits Erfahrung mit der chronologischen DVD-Veröffentlichung der DDR-„Polizeirufe“. Nach Jahrzehnte-Boxen mit „Tatort“-Klassikern aus dem letzten Jahrhundert und einigen Kommissar-Folgen erscheint jetzt eine neue Box mit den ersten 20 Fällen des Kölner Kommissar-Duos Ballauf und Schenk aus den Jahren von 1997 bis 2002 auf 20 DVDs. Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) in Köln zählen zu den beliebtesten und langlebigsten unter den „Tatort“-Kommissaren. Sie haben es seit 1997 bereits auf über 70 Einsätze gebracht und sind im Lauf der Jahre sichtlich gealtert. Ihre meist realistischen Fälle im Stil des klassischen Kriminalfilms gefallen vielen Tatort-Fans mehr als die vielen Experimentalformate mit unrealistischen Fällen und irrwitzigen Dialogen, die sich mittlerweile viele Tatort-Ermittler teilweise schon notorisch zugelegt haben. Beim Duo aus Köln weiß man nach wie vor, was man hat. Auch stört hier weniger, dass die Assistenten mit Ausnahme des Gerichtsmediziners Roth, dargestellt von dem echten Gefängnisarzt Joe Bausch, schon mehrfach ausgetauscht wurden.

Zum Diensteintritt am 5. Oktober 1997 sind die beiden Kriminalhauptkommissare in der Mordkommission 3 in Köln um die 50 Jahre alt. Max Ballauf, der zuvor Assistent beim Düsseldorfer „Tatort“ unter Kommissar Bernd Flemming (Martin Lüttge) in Düsseldorf war und anschließend die harte Schule in den USA durchgemacht hat, ist geschieden. Als kollegialer Typ legt er auf die Rolle als Chef keinen großen Wert. Da seine persönlichen Beziehungen mit Frauen alle zerbrochen sind, fühlt er sich oft einsam. Er reagiert gereizt, oft heftig auf Ungerechtigkeiten und tendiert zu übergroßem persönlichen Engagement. Er nimmt dabei auch persönlicher Risiken in Kauf und wird zu einem ausgezeichneten Ermittler mit ungewöhnlich hohen Aufklärungsquote. Wenn er auch als Leiter der Mordkommission immer wieder in heftiger Kritik steht, wird er doch aufgrund seiner Erfahrung, hohen Kollegialität und umsichtigen Ermittlungsführung als Leiter der Dienststelle in Köln von allen akzeptiert. Privat ist Max Ballauf eher ein Einzelkämpfer, der es anfangs erst relativ spät zu einer eigenen Wohnung gebracht hat, nachdem er zuvor in Pensionen und sogar im Auto übernachtet hat. Öfters bändelt er mit attraktiven Verdächtigen oder Kolleginnen an, wird dabei aber oft vom Pech verfolgt. Ein etwas bürgerlicheres Leben führt Alfred „Freddy“ Schenk. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter und eine Enkelin. Auffallend ist seine Vorliebe für seltene Oldtimer-Dienstwagen, außerdem ist er im Kollegenkreis wegen seiner schonungslosen Offenheit und Deutlichkeit im Ton beliebt. Von einem normalen Familienleben kann nicht die Rede sein, denn er flieht häufig in die Arbeit bis spät in die Nacht. Er gilt als ein scharfer Analytiker mit guten Computerkenntnissen und einem klaren Blick für den Kern komplexer Mordermittlungen. Er ist sehr beliebt im Kollegenkreis, wegen ätzender Deutlichkeit im Ton aber nicht unbedingt auch bei seinen Vorgesetzten. Private Aufgaben wie das Hüten der Enkeltochter delegiert er gerne mal an seine davon wenig begeisterte Kollegin Franziska. Denn zuhause bei seiner nervigen Frau, die man fast nie zu Gesicht bekommt, und zwei komplizierten Töchtern fühlt er sich nicht wohl. Nach Feierabend gehen Ballauf und Schenk gerne gemeinsam essen, am liebsten an der legendären Frittenbude mit Blick über den Rhein, was oft das Schlussbild darstellt.

Nach Zollfahnder Kressin sind Ballauf und Schenk die ersten Mordermittler in Nordrhein-Westfalens größter Stadt. Hier im rheinischen Großstadt-Revier sind sie im Einsatz an der Universität, in der Tiefgarage, auf Hochhausdächern oder mitten auf der Straße. Ab und zu müssen sie auch aufs Land, in ein Internat oder ins Braunkohlegebiet. Auslandseinsätze in Belgien oder gar in der philippinischen Hauptstadt Manila bleiben die Ausnahme. In der Domstadt geht es nicht ohne den legendären „Kölsche Klüngel“ mit unterschiedlichsten Menschen aus Politik und Wirtschaft, Kunst und Kirche, Medien oder einer schrillen Subkultur-Szene. Dabei werden öfters aktuelle gesellschaftspolitische Themen angesprochen, wie etwa der Handel mit asiatischen Kindern, was diesem Ermittlerteam eine sympathische realistische Note verleiht.

Ballauf und Schenk sind ein gut eingespieltes Team mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Max Ballauf ist eher der emotionale, draufgängerische Ermittler, während Freddy Schenk meist einen kühlen Kopf bewahrt und strategisch denkt. Die Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern verläuft sehr kollegial, sowohl im Büro als auch am Tatort. Bei Befragungen und Verhören geben beide abwechselnd mal den guten, mal den bösen Typen. Bei verdeckten Ermittlungen gibt es immer wieder interessante Rollenspiele. So schleicht sich Freddy Schenk einmal als Skinhead in die Gangsterwelt ein. Nebenbei ist er Computer-Spezialist und ein Experte für Waffen aller Art, was den Kollegen imponiert. Max Ballauf ist oft persönlich in die Fälle involviert. Das bringt ihn immer wieder in Gefahr, aus der ihn Schenk meist in letzter Minute rettet. Auch bei gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten ist beiden gemeinsam, dass sie immer deutlich ihre Meinung sagen und klar und direkt Stellung beziehen. Von ihrem festen Team haben sich drei Kollegen am längsten über die Jahre gehalten. Teamassistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) recherchiert im Innendienst zuverlässig die Fakten. Sie ist die Einzige, die Ballauf und Schenk auch mal ungestraft kritisieren darf, denn als gute Seele des Kommissariats ist sie nicht auf den Mund gefallen. Gerichtsmediziner Joseph Roth (Joe Bausch) ist als erfahrener Pathologe eine wertvolle Stütze für Ballauf und Schenk bei der Aufklärung der Fälle. Roth macht im Smoking eine ebenso gute Figur wie beim Bier an der Frittenbude. Staatsanwalt von Prinz (Christian Tasche) lässt Ballauf und Schenk als Chef wenig durchgehen, stellt sich aber schützend vor seine Kommissare, wenn es eng wird. Er reagiert wegen seiner engen Verbindungen zur Kölner High Society oft empfindlich auf die Ermittlungen, besonders wenn seine Freunde direkt betreffen sind.

Mit dieser Box werden für Sammler und Fans durch 11 Neuerscheinungen wieder einige Lücken geschlossen. Denn neun der enthaltenen Folgen sind bereits auf DVD erschienen, manche sogar mehrfach. Der gute Anfang wird bei Icestorm somit erfolgreich fortgeführt. Von der Gesamtzahl der mittlerweile weit über 1000 produzierten „Tatort“-Folgen aus betrachtet ist es aber noch ein weiter Weg, bis es vielleicht einmal eine vorläufige Gesamtausgabe gibt. Denn bislang sind insgesamt erst etwa 300 unterschiedliche „Tatort“-Episoden auf kommerziellen DVDs erschienen, bei Icestorm, Disney und sechs Folgen des RBB in Eigenregie. Das sind nicht einmal ein Drittel aller bis jetzt gesendeten Fälle. Ausführliche Informationen zu den „Tatort“-Boxen bei Icestorm gibt es bei www.spondo.de.

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