Plein Sud – Auf dem Weg nach Süden – Drama
Samuel (Yannick Renier) ist unterwegs nach Süden, aus dem Norden Frankreichs will er mit seinem alten Ford bis nach Spanien, wo ihm eine schicksalhafte Begegnung bevorsteht. Das Geschwisterpaar Léa (Léa Seydoux) und Mathieu (Théo Frilet), das er als Anhalter mitgenommen hat, scheint unzertrennlich und voller Energie. Bald wird das Quartett durch einen weiteren jungen Mann, Jérémie (Pierre Perrier), komplettiert, der ein Auge auf Léa wirft. Mathieus offene Homosexualität wird bei der Reise auf engem Raum ebenfalls bald zu einem Reibungspunkt. Diesen offenen Konflikten stellt Sébastien Lifshitz („Wild Side“) in seinem neuen Film die erdrückende Vergangenheit Samuels gegenüber, in die der Zuschauer sukzessive Einblicke erhält. Als kleiner Junge war der nun 27jährige Mann Augenzeuge, als sich sein Vater selbst mit einem Revolver erschoss. Seine Mutter drehte daraufhin völlig durch.
Die Geschichte dieser Mischung aus Road Movie und Vergangenheitsbewältigung ist schnell erzählt und vielleicht nicht sonderlich originell. Sébastien Lifshitz macht daraus dennoch einmal mehr einen interessanten und kurzweiligen, wenngleich auch sehr langsam erzählten Film. Die meisten Szenen sind in gleißendem Sonnenschein eingefangen und vermitteln die beruhigende Wärme eines schönen Sommers. Die vier Hauptdarsteller sind allesamt ausgesprochen attraktiv und dürfen ihre sonnengebräunten Körper wiederholt im besten Licht präsentieren. Diesen frischen und belebenden Bildern sind die Rückblenden gegenübergestellt, die sich mit Samuels Kindheit und seinem Trauma beschäftigen. Hier erlaubt sich Lifshitz eine wesentlich tristere und melancholischere Stimmung, die sich auch in einer minimalistischeren Kameraführung niederschlägt. Jene Flashbacks hat er bewusst einseitig gehalten, da sie auf diese Weise glaubhaft das persönliche Empfinden Samuels bebildern, der sich an jenes einschneidende Ereignis nur fragmentarisch und sehr subjektiv erinnert. Herausgekommen ist dabei ein optisch interessantes Charakterdrama mit exzellenten Darstellerleistungen und einem interessanten neuen Zugang für eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Die DVD bietet leider nur Mono-Ton und ein nicht immer sonderlich scharfes Bild. Extras sind ebenfalls keine vorhanden, sieht man einmal vom untertitelten (wie der Film selbst) Kinotrailer ab.
Plein Sud – Auf Dem Weg Nach Süden (omu)
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