She, A Chinese
Ein meisterliches Porträt über eine junge Frau in China, zwischen Ausbruch und Aufbruch: Mei (Huang Lu) will unbedingt ihr ödes Heimatdorf verlassen. Ihre Frau Mama nervt, und ihr Job im Billard-Center beschert ihr auch nicht gerade die höchste Erfüllung. Mei emigriert also in die nächste größere Stadt. Nach einem kurzen Zwischenspiel als ausgebeutete Näherin landet sie in einem “Love Salon”, wo sie Männern Kopfmassagen verpasst. Einer davon ist Spikey (Wie Yi Bo), der lokale Mafia-Killer. Er wird ihre erste große Liebe. Die aber wird jäh vernichtet, als Spikey sterbend vor ihr zusammenbricht. Es sind noch gute 780 Kilometer bis nach Peking. Mei ist konsterniert schockiert, wohl wissend, dass sie hier nicht mehr länger leben kann. Aus Spikeys Geld kauft sie sich also ein Flugticket nach London. Dort schlägt sie sich mit schlechten Jobs durch, bis sie den älteren, verwitweten Mr. Hunt kennen lernt und leiben lernt. Bald steht die Hochzeit an. Doch auch dieses verspätete Glück währt nicht lange. Mei fühlt sich vernachlässigt, verlässt sie ihren Mann, um eine Affäre mit dem Inder Rachid zu beginnen. Es scheint so, als hätte Mei nun doch ihre wahre Liebe gefunden zu haben…
Stark autobiographisch, dieser Filmstoff: Die chinesische Regisseurin und Autorin Xiaolu Guo ist selbst in einem öden Dorf aufgewachsen, bvor sie zum Filmstudium nach Peking aufbrach. Im Jahre 2002 zog sie nach London, wo sie sechs Jahre europäische Kultur erernte. Aus diesem Grunde, kann sie sehr wohl das Feeling der neuen chinesischen Generation zwischen archaischen gesetzten und Freiheitswillen derart packend in Szene setzten. Grundsätzlich wird heute gerne die Situation der modernen Frau in China so dargelegt, dass die Auswirkungen der Ende 1978 eingeleiteten Reformpolitik auf die Struktur der chinesischen Gesellschaft, besonders aber auf die Lage der Frauen Chinas guten Einfluß genommen hätten. Auf dem Land gehörte zu den Reformen die Rückkehr zur Familie als grundlegender Produktionseinheit, im industriellen Bereich Maßnahmen zur Erhöhung der Leistung der Produktion (Rationalisierung oder Schließung unrentabler Betriebe, Dezentralisierung und größere Entscheidungsfreiheit der Betriebe. Mittlerweile definiert sich die chinesische Wirtschaftordnung als “sozialistische Marktwirtschaft” “Marktwirtschaft”, Ziele und Selbstbild der chinesischen Gesellschaft in allen Bereichen werden gerne von den Begriffen “Reformen”, “Modernisierung”, “Wandel” geprägt. Ob das in der Realität so ist, sei dahin gestellt, schaut man(n) sich nur einmal die Billiglöhne in den massenbetrieben Chinas an. Offiziell heißt es immer wier, die chinesische Regierung fördere die Entwicklung der Frauenbildung, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sei ein grundlegendes Prinzip des chinesischen Staates und in China seien die Interessen von Kindern und Frauen durch das Recht gewahrt.
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She, A Chinese wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













