Kino, Filme und Fakten

Skin Deep – ein Drama

Skin Deep DVDWie schön, dass es immer mal wieder auch kleinere Filme von gänzlich unbekannten Regisseuren über die Grenzen ihres Landes hinaus in die weite Welt schaffen! Bei „Skin Deep“, dem Langfilmdebüt des Australiers Jonnie Leahy, dürfte sein immens erfolgreicher Festivaleinsatz für diese Tatsache verantwortlich zeichnen. In Melbourne, auf dem Outflix Gay and Lesbian International Filmfestival, in Mumbai und in Newport Beach hat es der Film ins Wettbewerbsprogramm geschafft und sich damit hierzulande, wenn schon keinen Kinostart, so immerhin eine DVD-Veröffentlichung gesichert. Geschrieben hat den Film die 29jährige Monica Zanetti, die in „Skin Deep“ gleichzeitig eine der Hauptrollen übernahm und darin eigene Erfahrungen verarbeitete. Als überaus spleenige Caitlin geht sie darin der hübschen Leah (Zara Zoe) vor einem Musikgeschäft gewaltig auf die Nerven. Leah wartet eigentlich auf ihren Freund, der sie wieder nach Hause fahren soll. Sie war in Newtown, um sich alternativen Heilmethoden zu unterziehen, denn sie leidet an einer Krebserkrankung im Endstadium. Das alles erfährt Caitlin durch ihre hinterfotzige und vorlaute Art schon innerhalb weniger Minuten. Doch auch die Lesbe Caitlin ist nicht frei von Problemen, hat sie sich doch gerade selbst aus der psychiatrischen Klinik entlassen, in die sie sich zuvor nach einem gescheiterten Selbstmordversuch auch selbst eingewiesen hatte. Die Chemie zwischen den beiden ungleichen Frauen scheint schon nach kürzester Zeit zu stimmen, und so verbringen die beiden eine lange Nacht miteinander, in der sie von ihrer jeweiligen Vergangenheit eingeholt werden, gemeinsam die abenteuerlichsten Dinge unternehmen und sich so gut miteinander anfreunden, wie man das in einer einzigen Nacht überhaupt zustande bringen kann.
Der größte Vorteil von „Skin Deep“ liegt in seinem unprätentiösen Erzählstil. Obwohl es Monica Zanetti um Themen geht, die nicht gerade leicht zu verdauen sind, entspinnt sie hier eine Geschichte voll Lebensmut, Freude und Optimismus, die auf den Zuschauer geradezu ansteckend wirkt. Hier ist nichts zu viel, keine Szene zu lang und alles von den spannenden Nachwuchsdarstellerinnen so glaubwürdig dargeboten, dass der gut einstündige Film noch viel schneller verfliegt. Die Homosexualität einer der Figuren ist dabei lediglich eine Randnotiz wert, was den Film insgesamt nur noch sympathischer macht. Die DVD-Erstveröffentlichung des Films aus dem Jahr 2014 präsentiert diesen in sehr gutem Bild (im Widescreen-Format 1,78:1) und mit englischem Originalton, wahlweise in Dolby Digital 5.1 oder 2.0. Deutsche Untertitel sind dabei optional einblendbar. Angesichts der Kürze des Hauptfilms ist aber leider auch das Bonusmaterial denkbar mau ausgefallen, da es lediglich aus dem Originalkinotrailer zum Film besteht. (4/6)

This entry was posted on Sonntag, Januar 22nd, 2017 at 22:27 and is filled under: DVD - News