Soeur Sourire – Die singende Nonne
Mit ihrer Gitarre und ihren fröhlichen Liedern bezaubert sie erst ihre Ordensschwestern und dann die ganze Welt, denn ihr Hit „Dominique – nique – nique“ erobert in Windeseile trotz Elvis und den Beatles 1963 die Hitparaden. Die Rede ist von der beglischen Nonne des Dominikanerinnenordens SÅ“ur Sourire (franz. „Schwester des Lächelns“/ 1933 – 1985).
800 000 Platten werden verkauft. Der Orden, dem zum größten Teil die Tantiemen der Soeur Sourire zufließen, verdient gut, aber der Rummel stört die Ruhe. Als die Geschichte der „singenden Nonne“ (ihr richtiger Name Jeannine Decker), Mitte der 60er Jahre auch noch in Hollywood mit Debbie Reynolds verfilmt wurde, kam es zum endgültigen Zerwürfnis zwischen Deckers und ihrem Orden. Nach längerem Streit um Ruhm und Geld trat Deckers aus dem Kloster aus. Unter dem Namen Luc Dominique versuchte sie fortan, als Chanson-Sängerin in der Musikbranche Fuß zu fassen; allerdings stellte sich kein Erfolg mehr ein.
Soeur Sourire näherte sich wieder der Kirche an und gründet ein Heim für autistische Kinder, das sie aus Geldmangel wieder schließen musste. Wohl nicht zuletzt deswegen nahm sie sich zusammen mit ihrer Lebensgefährtin am 30. März 1985 in Wavre mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Sie waren völlig verarmt. Immerhin stimmte die Kirche zu, dass sie in einem gemeinsamen Grab beerdigt werden konnten.
2009 erschien die biographische belgisch-französische Koproduktion „Soeur Sourire – Die singende Nonne“ mit Cécile de France („In 80 Tagen um die Welt“, „Public Enemy No. 1“) in der Hauptrolle.
Der flämische Stijn Coninx hat diese überaus tragische und traurige Geschichte in einen sehr berührenden Spielfilm umgesetzt, und mit Cécile de France die absolute Idealbesetzung gefunden. Sehr sehenswert! Das Drehbuch schrieb übrigens unter anderem Chris Vander Stappen, die schon die Publikumshits „Mein Leben in Rosarot“ auf die Leinwand zauberte.
Die Edition Salzgeber hat diesen Film jetzt auf DVD herausgebracht. Die DVD enthält sowohl die französische Originalfassung als auch eine deutsche Synchronisation sowie deutsche Untertitel. Bonusmaterial ist leider nur in Form des Kinotrailers gegeben. Das Widescreen (1.78:1 – anamorph) sowie der Ton (Dolby Digital 2.0 Stereo) sind zufrieden stellend.
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Soeur Sourire – Die singende Nonne wurde bearbeitet von Bernd Hellweg • Permalink • Kommentar schreiben »












