„A Pirate’s Life for Me!“ Von The Black Pirate bis «Pirates of the Caribbean – Abenteuerkonzepte im Piratenfilm
Ein packendes Thema akribisch analysiert: Bevor 2003 der erste Teil der Filmtrilogie «Pirates of the Caribbean» («Fluch der Karibik») weltweit sensationelle Erfolge feierte, galt das Genre der Piratenfilme seit Ende der 1950er Jahre als ‹gestorben›. Dennoch wurden immer wieder Piratenfilme gedreht, und das Stichwort ‹Pirat› verhiess weiterhin Abenteuer.
Unter Einbezug der Piratenliteratur aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert und der ihr als Kulisse dienenden historischen Piraterie in der Karibik untersucht die Autorin Vorstellungen von Abenteuer und Abenteurern in Hollywood-Piratenfilmen aus den Jahren 1926 bis 2007. Sie bestimmt die Konventionen des Genres, fragt nach Variationen und Aktualisierungen.
Zur Autorin: Aleta-Amirée von Holzen ist in der Innerschweiz aufgewachsen und hat an der Universität Zürich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Europäische Volksliteratur und Ältere Nordistik studiert. Sie wohnt in Schwyz und ist Lehrbeauftragte im Fach Populäre Kulturen an der Universität Zürich. In der Antike betrieben alle seefahrenden Völker Piraterie. Es herrschte Küstenpiraterie vor, bei der mit Ruderbooten und ungedeckten Galeeren Küstenorte überfallen und küstennah fahrende oder rastende Schiffe bei günstigen Gelegenheiten überfallen wurden. Erst mit der Entwicklung der Triere im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde es technisch möglich auch andere Schiffe zu verfolgen und Piraterie auf See effektiv zu betreiben. Insgesamt folgte die Entwicklung der Piraterie den technischen Möglichkeiten des jeweiligen Zeitalters.
In einer Schwächephase der römischen Republik im letzten Jahrhundert v. Chr. wurde die Bedrohung der ägyptischen Kornlieferungen durch kilikische Piraten sogar für Rom zu einer nahezu existentiellen Bedrohung. Erst die entschiedene Kampagne unter Gnaeus Pompeius, 67 v. Chr., stellte die Sicherheit der Seewege im Mittelmeer wieder her. Vom Ende des 8. bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts suchten Wikinger die Küsten Nordeuropas heim. Nach der Eroberung und während der Kolonisierung Amerikas durch Spanien und Portugal entwickelte sich in der Zeit vom 16. bis ins 18. Jahrhundert besonders in der Karibik und in den Küsten-Gebieten Südamerikas eine Form der Piraterie, die noch heute das Bild der Piraten in der populären Vorstellung, besonders im Film und in der Belletristik, maßgeblich bestimmt. Der Piratenfilm gehört mit zu den ältesten Filmgenres. Der erste erfolgreiche Piratenfilm war der Stummfilm Der schwarze Pirat mit Douglas Fairbanks senior von 1926, der aber sogar schon in Zweifarben-Technicolor gedreht wurde und feiert heuer mit den karibischen Johnny Depp-Piraten wieder fröhliches, vor allem kassenträchtiges Auferstehen.
Bd. 1: Aleta-Amirée von Holzen: «A Pirate’s Life for Me!» Von The Black Pirate bis Pirates of the Caribbean – Abenteuerkonzepte im Piratenfilm. Zürich: SSI 2007. 336 S.24.80 Euro
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