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Ang Lee und seine Filme

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Ang Lee und seine Filme

Der in Taiwan 1954 geborene, zuletzt aber vor allem in den USA arbeitende Regisseur Ang Lee hat bislang eine beeindruckende Werkliste vorgelegt. Sie reicht von den humorigen Studien des Immigranten-Milieus der so genannten Vater-Trilogie („Tui Shou”, „Das Hochzeitsbankett”, „Eat Drink Man Woman”) über die kühle Sachlichkeit von „Der Eissturm” und die liebevolle Hommage an das asiatische Fantasy-Kino mit „Tiger & Dragon” bis zum schwulen Cowboy-Drama „Brokeback Mountain”, für das er den Regie-Oscar gewann.

Kurz und gut, Ang Lee ist einer der erfolgreichsten Regisseure unserer Zeit, ein großer Geschichtenerzähler und Melodramatiker. Charakteristisch für Ang Lees filmische Erzählweise ist die intensive Darstellung von inneren und äußeren Konflikten bei gleichzeitigem Verzicht auf alles Melodramatische in oft urbanen Handlungen.

Da kann man dann schon mal ein Auge zudrücken, wenn Lee, der sich selbst zu allererst als Künstler versteht – und diese Disziplin auch an Hochschulen in New York und Illinois studiert hat, ein 140 Millionen Dollar teuren Hollywood-Blockbuster mit dem Marvel-Monster „Hulk“ auf die Leinwand zauberte, der bei Kritiker wie auch beim Publikum eher ein Kopfschütteln hervorbrachte.

Die Autoren Michael Pekler und Andreas Ungerböck beleuchten in ihrem Buch „Ang Lee und seine Filme“ Lees Gesamtwerk. Das Buch zeigt die Wurzeln seines Filmschaffens und analysiert seine Filme. Auf seinen 190 Seiten, gespickt mit einigen s/w- und Farbbildern aus seinen Filmen, erklären Pekler und Ungerböck Lees filmisches Werk anhand relevanter thematischer und ästhetischer Kriterien.

Entlang dieser Fragestellungen diskutieren die Autoren das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne, die Fragilität menschlicher Existenz in Zeiten des Umbruchs, die Frage nach individueller Schuld, das strenge Ethos in der chinesischen Kampfkunst, die Faszination genuin amerikanischer Mythen und die beiden Eckpfeiler von Lees filmischem Universum: Liebe und Freiheit.

Dies klingt zwar alles recht kompliziert, ist es aber nicht. Das Buch lässt sich locker, leicht und gut verständlich lesen. Und gewährt einen gelungenen Einblick in Lees Filme und ihre eventuelle Bedeutung. Für Fans des Regisseurs ein sehr interessantes Buch.

Ein ausführliches und aktuelles Interview (vom 15. Juni 2009) mit dem Regisseur und eine umfassende Filmografie, mit interessanten Infos zu den einzelnen Filmen, runden das Buch sehr schön ab. Und auf dem neuesten Stand ist das Buch dabei auch, denn auch Ang Lees neuester Film „Taking Woodstock“, der am 3. September in Deutschland in die Kinos kommt, wird hier ebenfalls behandelt.

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