Betrachtung: KINOÖFFENTLICHKEIT
Was kann unter dem Begriff „Öffentlichkeit“ verstanden werden? Handelt es sich dabei vielleicht lediglich um ein von Jürgen Habermas entworfenes virtuelles Konstrukt? Lässt sich der Begriff „Öffentlichkeit“ überhaupt sinnvoll in die Medienforschung integrieren? Mit diesen und anderen Problemstellungen befassen sich Corinna Müller und Harro Segeberg in KINOÖFFENTLICHKEIT (1895-1920). CINEMA’S PUBLIC SPHERE (1895-1920).
„Öffentlichkeit“ ist ein von jeher politisch konnotierter Terminus. Seit dem Aufkommen technischer Massenmedien im 19. Jahrhundert, wird unter „Öffentlichkeit“ eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze verstanden. „Öffentlichkeit“ bezeichnet den Austausch, politisch oder kulturell, zwischen Rezipienten und System. Öffentlichkeit und Medien bedingen sich dabei gegenseitig. Die Institution des Kinos vereinigt – vor allem in ihrer frühen Form – alle möglichen Arten von Öffentlichkeit in sich: Kino bietet Kommunikation, die Etablierung der „öffentlichen Person“ und gleichzeitig Anonymität.
In drei Sektionen und einem Exkurs beschäftigen sich verschiedene Autoren in unterschiedlichen Beiträgen mit diesem Thema. Im ersten Teil geht es um die Kinoöffentlichkeit in Hamburg und die frühe Kinogeschichte in Deutschland. Die zweite Sektion stellt Kinoöffentlichkeit im internationalen Vergleich dar. Hierbei wird auf die Kinokultur von Brüssel bis New York eingegangen. Daran schließt ein Exkurs zum Thema Kino und Wissenschaft an. Der letzte Teil schließlich befasst sich mit Kinoöffentlichkeit außerhalb der Metropolen.
Beiträge von Guido Convents, Marina Dahlquist , Karel Dibbets, Brigitte Flickinger, Joseph Garncarz, Jeanpaul Goergen, Andzej Gwóêdê, Mariann Lewinsky Sträuli, Martin Loiperdinger, Kaspar Maase, Corinna Müller, Werner Michael Schwarz, Harro Segeberg, Pelle Snickars, Judith Thissen, Michael Töteberg und André van der Velden.
Corinna Müller, Harro Segeberg: Kinoöffentlichkeit (1895-1920). Cinema’s Public Sphere (1895-1920), Marburg (Schüren Verlag), 2008, 272 S., Pb., ISBN: 978-3-89472-630-0, 24,90 € / 47,50 SFr (UVP)
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