Carneval der Affekte
Die Liebe mit all ihren Facetten steht regelmäßig beim Amour fou Films im Mittelpunkt. Diesem Thema hat sich Katrin Bornemann mit dem Buch Carneval der Affekte gewidmet.
Mit ihrer Vielseitigkeit, die die Liebe besitzen kann, stand sie schon zu der Zeit im Mittelpunkt, als an die Kinematografie noch nicht zu denken war. So haben sich schon die Literatur, das Theater und die bildende Kunst schon seit der Antike mit der Liebe und ihren Untiefen beschäftigt.
So zeigt sie zunächst auf, worum es ihr in diesem Buch geht. Dann beginnt sie mit der Ausarbeitung und beschäftigt sich zunächst mit dem Amour fou in der Zeit des Mittelalters und zuvor in der späten Antike. Schließlich gab es die Liebe auch schon zu dieser Zeit. Dabei wird natürlich auch die Autorfunktion, sofern vorhanden, in der Abhandlung berücksichtigt. Der Blick wird zudem auf den Amour fou und seine Weiterentwicklung gelegt. Als entscheidender Zeitpunkt kristallisiert sich das 18. Jahrhundert heraus, indem immer mehr Menschen ihren eigenen Wert erkannten. Der Blick wird hierbei unter anderem auf ein Werk von Johann Wolfgang von Goethe geworfen. Es handelt sich um „die Wahlverwandschaften“, das zunächst analysiert wird.
Dann rückt immer mehr das 20. Jahrhundert mit seinen zahlreichen Werken in den Mittelpunkt des Buches. In diesem Kapitel geht es vor allem um die Phänomenologie der amour fou als Sujet. Zunächst wird hierbei umfassend die Aufmerksamkeit auf die dramaturgischen Standardmomente gelegt, die sich ziemlich ähneln. Liebe, Sexualität und Verwandlung der Helden sind nur einige Teilgebiete, die betrachtet werden. In den weiteren Kapiteln dieses Themas der Phänomenologie geht es um die fakultativen Motive, die Ikonografie sowie um die narrative Struktur des Amour Fou-Films. Beeindruckend ist ebenso das Kapitel, dass den Amour fou im Medium Film betrachtet.
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit der Rezeption des Films in den Medien. Gemeint ist hierbei mit der Rezeption die Aufnahme und die Übernahme, die beispielsweise in Bezug auf fremde Ideen und Normen gegeben ist. Auch geht es um die Aneignung im kommunikativen Hinblick, was die Kunst, die Musik oder die Literatur betrifft. Jetzt wird vertiefend auf sechs Filme eingegangen, die nun besprochen werden:
L’Age d’Or
Lolita
Der letzte Tango in Paris
Im Reich der Sinne
Damage
Ma mere
Betrachtet werden außerdem die Vorzugsrezeption des amour fou-Films sowie die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion dieses Films.
Mehr als 200 Fußnoten bieten insbesondere beim letzen Kapitel einen Einblick in die weiterführende Literatur. Schließlich geht es hierbei um die theoretische Einordnung des Amour fou-Films. Doch auch die vorangegangenen Kapitel bieten einen ausreichenden Blick auf die zahlreiche tiefer gehende Literatur.
Dann gibt es noch einen Verweis auf die digitalen Anhänge, die im Internet geboten werden. Selbst dort wartet noch eine Vielzahl von wissenswerten Informationen, die zeigen, dass selbst in der Liebe noch so viel mehr versteckt ist.
Dieses Buch ist empfehlenswert, da es die Liebe mit ihren Untiefen in den Medien äußerst gründlich analysiert. Es zeigt Facetten einer Filmrichtung auf, an die vielleicht nicht jeder gleich beim Anschauen der Filme denkt. Jedenfalls geht es mir manchmal so. Diese Momente lassen die Filme mitunter in einem ganz anderen Licht erscheinen, weil neue Denkrichtungen auftauchen. Daher kann die Beschäftigung mit diesem Thema sehr spannend sein.
Herausgegeben wurde das Buch im Schüren Verlag, der sich seit Jahren auf das Thema Medien und die Filmwissenschaft spezialisiert hat.
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