Der Zirkusfilm Exotismus – Konformität – Transgression
Menschen, Tiere, Sensationen! Iim Film seit seiner Kindheit immer wieder ein beliebtes und belebendes Filmthema der gesamten Gattungspalette. Matthias Christen hat sich hier sehr minutiös und detailliert über dieses eigene Subgenre in bestechender Akribie ausgelassen: Für ihn ist der Zirkusfilm zeitlos und nicht mehr aus der Historie wegzudenken. Sie tauchten in allen Kinokulturen auf, als Melodramen, Komödien, Kriminal- oder Horrorfilme. Woher jedoch rührt dieser reiz, eine Geschichte in diesem Milieu zu visualisieren? Im Zirkus als exotischer Gegenwelt würden mittels ritualisierter Grenzüberschreitungen die Normen verhandelt, die für das jeweilige Umfeld konstitutiv seien. Der Zirkusfilm überführe diese eingeübten Praktiken der kulturellen Selbstverständigung in ein neues Medium und mache die geregelte Transgression zum Gegenstand von Erzählhandlungen. Dies beweist der Autor anhand von rund 100 Beispielen im Spannungsfeld von Erzählkunst und Kulturtheorie. Neben einer Fülle von Material zu bekannten und weniger bekannten Zirkusfilmen bietet dieses Buch eine umfassende Filmographie. Nicht nur für Studenten und Freaks des Zirzensischen eine gut recherchiertes Werk. Übrigens: Cecil B. DeMilles Die größte Schau der Welt (The Greatest Show on Earth) gilt immer noch als der Zirkusfilm schlechthin. Der Monumentalfilmer bannte 1952 die Show des damals größten Zirkus der Vereinigten Staaten in bewegte und bewegende Bilder. Er begleitete den Zirkus selbst auf einer gesamten Tournee. Im Film traten dann auch die realen Artisten auf. Schade nur, dass der Zirkus als solches vom Aussterben bedroht ist und immer mehr den elektronischen Medien weichen musste.
Christen, Matthias
Der Zirkusfilm
Exotismus – Konformität – Transgression
384 Seiten.
ISBN: 978-3-89472-523-5
Preis: 24,90 €
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