Despereaux – Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen
Wenn einer Despereaux heißt, was ja bekanntlich soviel wie „Verzweiflung” bedeutet, kann es kein gutes Ende mit ihm nehmen. Despereaux war die einzige Maus die vom großen Wurf am leben geblieben war. Er war lächerlich klein. Seine Ohren waren unanständig groß. Er war mit offenen Augen geboren worden. Und er kränkelte. Er hustete und nieste so oft, dass er ständig ein Taschentuch in einer Pfote hielt. Er bekam leicht Fieber. Bei lauten Geräuschen fiel er in Ohnmacht. Er interessiert sich nicht fürs Essen und liest gerne Bücher. Insgesamt gesehen wohl eher ein Problem für die Mäusegemeinschaft.
Doch Despereaux ist keine gewöhnliche Maus, seine Geschichte beginnt mit der verbotenen Liebe zu Prinzessin Erbse. Doch Prinzessin Erbse ist keine Maus, sondern eine kleine Menschenprinzessin. Und da ein Mäusegesetz besagt zeige dich nie einem Menschen, kommt Despereaux in ganz schöne Schwierigkeiten. Der Mäuserat verbannt ihn in das Kellerverlies des alten Schlosses und dort, in der tiefen Dunkelheit, trifft Despereaux die Ratte Roscuro und das blumenkohlohrige Mädchen Miggery Sow, die beide von Licht und Glanz träumen. Roscuro schmiedet einen teuflischen Plan und Despereaux muss unter Lebensgefahr allen seinen Mut zusammennehmen, um die Prinzessin zu retten.
Fazit: Die Geschichte um den kleinen Mäuserich ist sehr schön und auch mit ebensolchen Bildern illustriert. Doch für ein Kinderbuch muss man schon sagen, ist die Story doch etwas zu düster, grausam und traurig. Figuren sterben, verlieren Körperteile und klettern über Knochenreste. Auch die Sprache ist für jüngere Kinder nicht grad einfach. Despereauxs Mutter spricht mit einem französischen Akzent, und es werden so manche Fremdwörter eingeworfen. Diese werden zwar teilweise von der Autorin (Kate DiCamillo) erklärt, aber ein Wörterbuch („französisch/deutsch“) sollte man schon parat liegen haben. Zudem wird der märchenhafte Erzählton stellenweise sehr unpassend von Ausdrücken wie „schöne Scheiße“ durchbrochen.
Nun gut, kurz und knapp, die Geschichte um „Despereaux“ ist ein spannendes und geheimnisvolles sowie abenteuerliches Fantasy-Märchen von Liebe, Licht und tiefer Dunkelheit, die alles in allem doch sehr „hell“, humorvoll und schön ist.
Despereaux – Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen wurde bearbeitet von Bernd Hellweg • Permalink • Kommentar schreiben »













