DIE MELANCHOLISCHE KOMÖDIE
Seit Ende der 1990er Jahre bahnt sich ein Nebenstrom der Hollywood-Komödie parallel zum Mainstream der ganz großen Kassenerfolge einen Weg zu seinem Publikum. Gebildet wird er von Filmen wie „Rushmore“ (1998, Wes Anderson), „The Royal Tenenbaums“ (2001, Wes Anderson) und „The Life Aquatic with Steve Zissou“ (2004, Wes Anderson) „Punch-Drunk Love“ (2003, Paul Thomas Anderson), „Lost in Translation“ (2003, Sofia Coppola), „Garden State (2005, Zach Braff)“ sowie „Being John Malkovich“ (1999, Drehbuch Charlie Kaufman, Regie Spike Jonze) und „Adaptation“ (2002, Drehbuch Charlie Kaufman, Regie Spike Jonze). Sie gehören zunehmend zum Pflichtprogramm cinephiler Kleinkinobesucher und jener, die auf der Suche nach einem Sehvergnügen zwischen intellektuellem Anreiz und Unterhaltung, Gemüthaftigkeit und ironischem Witz in ihrer Videothek am Regal „Der besondere Film“ hängen bleiben.
Geradezu verschwörerisch schmeicheln sich die Macher mit ihren Filmen bei ihren Zuschauern mit Anspielungen auf einen kollektiven Sozialisationshintergrund ein: Sie verständigen sich über Ikonografien und Zeichen aus gemeinsam erlebter Kinogeschichte und Popkultur.
Katja Hettich: Die melancholische Komödie. Zu einer Tendenz des neuen US-amerikanischen Kinos, Marburg (Schüren Verlag), 2008, 112 S., ISBN: 978-3-89473-622-5, 12,90 € / 25,30 sFr (UVP)
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