Drehbuch im Hollywood-Format
Hollywood ist ein Haibecken – aber auch ein Lebenstraum für wohl nahezu jeden Drehbuchautoren, der in nächtelanger Schweiss- und Tränenarbeit an seinem eigenen Drehbuch geschrieben hat. Doch neben einer innovativen Idee, packenden Dialogen und plastischen Charakteren muss auch die Form Hollywood-Standards genügen. Und genau darum geht es in „Das Drehbuch im Hollywood-Format: Auf 192 Seiten werden die gängigen Regeln erläutert, die beim Verfassen und dem Vertrieb eines Drehbuchs für den amerikanischen Markt unbedingt eingehalten werden sollten. Denn die Anforderungen an ein Drehbuch sind in Hollywood extrem hoch, sodass selbst kleinste Patzer dazu führen, dass ein Drehbuch als amateurhaft abgestempelt wird – und auf dem riesigen Haufen Scripts landet, die niemals gelesen werden.
Autor Martin Schabenbeck hat sich seine Sporen in einer New Yorker Filmproduktion verdient und unterrichtet momentan als Dozent an der New Yorker Film School – seine Fachkenntnisse merkt man „Das Drehbuch im Hollywood-Format“ auch an: Als ambitionierter Autor hat man bei der Lektüre jederzeit das gute Gefühl, in guten Händen zu sein.
Ein schwerwiegendes Manko kann „Das Drehbuch im Hollywood-Format“ jedoch nicht beseitigen: Deutsche Drehbuchautoren sind in Hollywood ungefähr so spärlich gesät wie Eiskunstläufer in der Sahara, sodass schon wesentlich mehr dazugehört als ein formell perfektes Drehbuch, um in die cineastische Glitzerwelt Hollywoods aufgenommen zu werden. Schabenbeck liefert mit seinem Werk aber einen wichtigen Beitrag dazu, die zahlreichen Klippen zu umschiffen, die zwischen einem gelungenen Drehbuch und der Hollywood-Verfilmung liegen. Bislang existiert in Deutschland auch noch kein verbindliches Format für Drehbücher – ein weiteres Problem der deutschen Filmlandschaft, die sich nicht nur in diesem Punkt selbst im Weg zu stehen scheint. Mit dem bislang ersten Buch, das sich der Form eines Drehbuchs widmet, könnte Schabenbeck deshalb einen wichtigen Grundstein gelegt haben.
Fazit: Wenn nicht Formfehler zwischen den eigenen Ambitionen und Hollywood stehen sollen, dann ist „Das Drehbuch im Hollywood-Format“ empfehlenswerte Sekundärliteratur für Drehbuchautoren. Man sollte dabei jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass es meistens nicht an der Form liegt, dass deutsche Drehbuchautoren in der Traumfabrik einen mehr als schweren Stand haben.
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