Faszinierend: MYTHOS NOUVELLE VAGUE
Die Nouvelle Vague – Truffaut, Godard, Rivette, Rohmer und Chabrol – ist das französische Kino der sechziger Jahre, ist Jugend, Revolte und Aufbruch. Sie steht für den Beginn des Autorenfilms, für Moderne und Kunst im Kino. Die Nouvelle Vague gab es aber auch in der Tschechoslowakei, in Polen, Japan und England. In den 1990er Jahren war in Frankreich die Rede von der „Nouvelle Nouvelle Vague“ und 2005 von der „Nouvelle Vague Allemande“ in Deutschland. Die Nouvelle Vague gilt als epochale Wendemarke in der Geschichte des Kinos, die um 1960 von Frankreich ausging. Zugleich scheint der Begriff jederzeit und überall aktualisierbar zu sein: eine Art Urgeschichte für Generationswechsel im Kino, mit denen bestimmte ästhetische oder inhaltliche Veränderungen einhergehen. Die vorliegende Arbeit sucht in einer Relektüre deren Geschichte nach den Ursprüngen und nach den Wirkungen der Nouvelle Vague: Wie kamen die jungen Filmemacher zu ihrer Wut? Warum und wo stießen sie auf Akzeptanz? Was beförderte die so rasche und weite Verbreitung ihrer Ideen und die Auflösung der alten Strukturen? Und woher kam dann ihr großer Einfluss auf die Filmgeschichte und auf die Wahrnehmung des Kinos, der sich noch heute in der Theorie, im Kanon der Klassiker, in der Auffassung des Kinos als Kunst und in der Hochschätzung des Autorenfilms fortsetzt?
Simon Frisch: Mythos Nouvelle Vague. Wie das Kino in Frankreich neu erfunden wurde, Marburg (Schüren Verlag), 2007, 320 S., Pb., ISBN: 978-3-89472-534-1, 29,90 € (D) / 49,90 sFr (UVP)
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