Iron Man Extremis
Keine Frage Iron Man gehört zu den bekanntesten Superhelden aus dem Marvel-Universum, kreiert von Autoren-Legende Stan Lee und den Illustratoren Don Heck und Jack Kirby. Kirby und Lee waren es in den 60ern, die mit Serien wie “The Fantastic Four” und “Spider-Man” den ureigenen Marvel-Stil erfanden – Helden, die mit den ganz normalen Problemen des Alltags und ihren Emotionen zu kämpfen hatten. Dieser modus operandi war es, der Marvel zu einer der erfolgreichsten Comic-Verlage in den USA gemacht hat. Kein Wunder, dass auch heute noch Stan Lee jede Geschichte im Marvel-Hades präsentiert.
“Extremis” ist sicherlich für eine erwachsene Leserschaft gedacht: Die Story, die Warren Ellis in „Iron Man – Extremis“ illustriert, bietet eine ordenliche Synthese aus Introspektion und brachialer Action. Auch hier zweifelt der Protagonist an seiner Existenzberechtigung. Bösewicht taucht auf, Heroe bekämpft ihn, unterliegt aber aufgrund seiner Zweifel, Held findet in der Niederlage zu sich selbst und wächst über sich hinaus, Held und Schurke fighten erneut, Held gewinnt diesmal. Das ist gängig gute Hollywood-Dramaturgie – inklusive Parallelmontagen und Rückblenden.
Im krassen Gegensatz zum jungen Granov ist der Engländer Warren Ellis ein alter Hase im Comic-Business und wohl einer der illustersten Autoren. Unsterblich gemacht hat ihn “Transmetropolitan” für den Marvel-Konkurrenten Vertigo / DC Comics – eine Serie, die frischen Wind ins angestaubte Medium Comic gebracht hat. Nicht minder populär ist seine Superhelden-Serie “The Authority”. Eine Serie, von der er diverse Elemente für “Extremis” übernommen hat. Nämlich die dichte Charakterzeichnung, die filmreife Inszenierung und überraschend heftige Gewaltdarstellungen.
Mit nahezu fotorealistischen Bildern zieht er so alle Register seines Könnens. Selten kommt man als Leser in den Genuss so differenzierten Mienenspiels, so anatomischer Körper, so schicker Licht- und Schattenspiele und so brillanter Spezialeffekte. Da macht es wirklich Freude, dieses chicke Buch in den Händen zu halten und sich von Seite zu Seite durchzukämpfen. Besonderen Reiz gewinnt das lohnenswerte Unterfangen dabei durch das Procedere Granovs, die Physiognomien Gesichter seiner Helden Hollywood-Schauspielern nachzugestalten. Da kommt nicht nur für eingefleischte Comic-Freaks helle Freude auf.
Iron Man – Extremis (100% Marvel #34), Warren Ellis, Adi Granov, Panini Comics 2008, 156 S., Klappbroschur, deutsch Preis: EUR 16,95
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