Jörg Lensing’s “Sound-Design”
“Sound is fifty percent of the motion picture experience.” sagte Geoge Lucas. Wie man diese 50 % eines Films, den Soundtrack, gestaltet, beschreibt Jörg Lensing, Professor für Tongestaltung an der FH Dortmund, in seiner 2. erweiterten Auflage von Sound-Design – Sound-Montage – Soundtrack-Komposition.
Sounddesign wird noch immer als bloßer Geräuschlieferant der Synchronisation verstanden, dem eine Wirkung und Stellung, vergleichbar der Filmmusik, abgesprochen wird. Noch glauben viele, Sounddesign findet statt, wenn O-Ton, Atmos und Nur-Ton bereits am Set aufgenommen würden. Dem entsprechend fällt Sounddesign in der Postproduction lediglich die Abbildung von natürlichen Geräuschen zu, die das zu Sehende auditiv umsetzen und unterstützen. Dabei haben Sounddesigner wie Walter Murch z. B. bei „Apocalypse Now” bewiesen, welche immensen Wirkungen ein kreatives „Soundcomposing” bewirken kann. Komponieren meint dabei einen bewussten Vorgang, der bereits bei der Planung einer Filmstory beginnen muss. Sound-Design kommt hier eine vergleichbare Wirkung der Filmmusik zu: Das heißt, Alltagsgeräusche (Music concrete) und synthetische Sounds wirken polarisierend, paraphrasierend und kontrapunktierend. Dies können sie jedoch nur, wenn Sound-Design von Anfang an mit gedacht und in den kreativen Prozess mit einbezogen wird.
Mit diesem Buch regt der Autor eine Diskussion über den Stellenwert von Sound-Design an. Darüber hinaus wird der gesamte Workflow der Soundtrackerstellung von der Arbeit am Set, bis hin zu sämtlichen Gewerken der Ton-Postproduktion genau beschrieben. An vier exemplarischen Film-Analysen macht Prof. Lensing abschließend die unterschiedlichen Spielarten eines komponierten Soundtracks deutlich.
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