Kick-Ass – ein fetter Tritt in den Hintern!
Nächste Woche läuft der Film zur trashigen Superhelden-Comic-Persiflage Kick-Ass in den Kinos an
Mark Millar hat sich in den letzten Jahren zur oberen Liga der Comic-Autoren empor-gearbeitet. Er gehört zur Riege der nicht zu zügelnden und stets unberechenbaren Schreiberlinge wie Garth Ennis und Alan Moore, die in ihren Plots jegliche Tabus brechen und gerade deswegen von den Fans vergöttert werden. Auch in Kick-Ass wird Millar seinem Ruf als „bad guy“ mehr als gerecht und findet in Zeichner John Romita, Jr. einen kongenialen Partner. Die trashige und karikierend über-blutige Genre-Persiflage rüttelt einmal mehr an den Grundfesten des Superheldentums und wurde zu Recht von Hollywood entdeckt. Am 22. April startet die filmische Umsetzung des Plots, der in Deutschland als mehrteilige Comic-Reihe bei Panini erscheint.
Warum inspirieren die unzähligen Superheldengeschichten eigentlich nicht ebenso viele leicht beeinflussbare Normalo-Geister, sich ein Küchentuch umzuhängen, um – im Glauben, dass ihnen das ungeheure Kräfte verleiht – in dunklen Gassen als Superhelden dem Verbrechen aufzulauern? Die Antwort dürfte wohl sein, dass Menschen, die das tun, an Realitätsverlust leiden und bereits beim ersten Mal ganz fürchterlich auf die Schnauze bekommen würden … Das muss auch der junge David schmerzhaft feststellen, als er nach seinem ersten Auftritt als kraftloser „Super“-Held Kick-Ass im Krankenhaus erwacht. Doch die Superhelden-Sucht lässt ihn nicht mehr los und er riskiert immer neue gebrochene Knochen, bis ihn das Internet für die Öffentlichkeit tatsächlich zum Helden … Dem Neu- Verbrechensbekämpfer droht allerdings bereits der nächste „Job“ ein finales Dahinscheiden zu bescheren, als er sich unwissentlich mit der Mafia anlegt. Zu seinem Glück tauchen unvermittelt ein waffenstarrender Riese und eine maskierte Elfjährige mit Ninja-Schwert (Hit-Girl) auf und verarbeiten die bösen Buben blutigst zu Gulasch – und dann wird’s richtig schräg …
Der trashige Comic-Plot ist so abgefahren erzählt und überdreht, dass man sich wünschen würde Tarantino oder Peter Jackson hätten sich der filmischen Umsetzung angenommen. Aber ersten Stimmen aus der Filmpresse nach zu urteilen, ist auch Matthew Vaughn im Regiestuhl eine überaus gelungene Umsetzung des Plots geglückt, wobei wohl vor allem den Akteuren – allen voran der elfjährigen Chloe Moretz, die als Ninja-Göre Hit-Girl großartig agiert und Comic-Fan Nicolas Cage, der ihren Waffen-vernarrten Vater spielt – Dank zu zollen ist.
Comic wie auch Film spielen mit bewusst inszenierten, gnadenlos überspitzt dargestellten Tabubrüchen, die man keinesfalls ernst nehmen kann und darf, die aber herrliche ‚Bad Taste’-Unterhaltung versprechen.
Der Film läuft am 22. April in den deutschen Kinos an, den ersten Band der Comic-Reihe gibt es bereits überall zu kaufen (ISBN 978-3-86607-743-0, 12,95 Euro)
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