Kinder – und Hausmärchen (die handschriftliche Urfassung von 1810)
Das berühmteste Buch deutscher Sprache, die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, entstand in einem langen Prozess über mehrere Jahrzehnte und existiert in sehr konträren Fassungen. Diese Ausgabe bietet als einzige auf dem Buchmarkt die Urfassung nach der Handschrift von 1810, einen Grundbestand von 63 Märchen, noch etwas grob und ungeschliffen, ohne die spätere künstlerische Ausgestaltung.
Das Märchen ist in Europa weit verbreitet. In anderen Versionen waren es sieben oder drei Brüder. Besonders nah verwandt unter den Kinder- und Hausmärchen sind Die sieben Raben, KHM 49 Die sechs Schwäne und KHM 96 De drei Vügelkens. Ein Haus im Wald spielt aber auch in sehr vielen anderen eine Rolle. Das Motiv des Vaters, der sich eine Tochter wünscht, entspricht verschiedenen von den Grimms nicht veröffentlichten Versionen von Schneewittchen. Aus dem hethitischen ist ein Textfragment überliefert von einer Mutter, die dreißig Söhne auf einmal bekommt und in einem Korb auf dem Fluss K?z?l?rmak aussetzt. Die Götter retten sie und ziehen sie auf. Sie kehren zurück, um ihre Mutter zu suchen und treffen ihre dreißig Schwestern. Nur der Jüngste erkennt sie.
Zur Erinnerung an die Brüder Grimm werden drei Brüder-Grimm-Preise verliehen. Außerdem gibt es einen Jakob- und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD. ei der 1991 aufgelegten letzten Serie von DM-Banknoten wurden die Brüder Grimm auf dem Tausender-Schein abgebildet. Mit der Samm-lung, Dokumentation und wissenschaftlicher Erforschung zu Leben, Werk und Wirkung der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm befassen sich unter anderem das Brüder Grimm-Museum in Kassel und das Brüder Grimm-Haus in Steinau an der Straße. Der Großteil ihres wissenschaftlichen Nachlasses befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin und im Hessi-schen Staatsarchiv Marburg, mehrere tausend Bände ihrer persönlichen Bibliothek sind seit 1865 im Besitz der Universitätsbibliothek der Hum-boldt-Universität zu Berlin, welche bis 2009 ein neues Gebäude erhält, das den Namen Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum tragen wird:2005 wurde das Grimmsche Handexemplar der Kinder- und Hausmärchen in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen.
Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Die handschriftliche Urfassung von 1810. Hrsg. u. Komm.: Rölleke, Heinz, 144 S. ISBN: 978-3-15-018520-9, EUR (D): 4,00 – EUR
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