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Michael Haneke und seine Filme: Eine Pathologie der Konsumgesellschaft

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Michael Haneke und seine Filme: Eine Pathologie der Konsumgesellschaft

Der 68jährige Filmemacher und Drehbuchschreiber Michael Haneke ist Österreicher. 2005 erhielt er für „Caché“ den Regiepreis in Cannes, den Preis der FIPRESCI, den Preis der ökumenischen Jury und fünffach den Europäischen Filmpreis.

Seine ersten drei Kinofilme resümiert er selbst als eine Trilogie über die „Vergletscherung der Gefühle“ der Menschen zusammen: In „Der Siebente Kontinent“ (1989) begeht eine dreiköpfige Familie Selbstmord, in „Benny’s Video“ (1992) filmt der Protagonist, wie er eine Freundin mit einem Bolzenschussgerät tötet, um – wie er es ausdrückt – zu sehen wie das ist, und „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994) handelt von einem Studenten, der Amok läuft. 1997 folgte „Funny Games“, 2000 „Code unbekannt“. Für seinen siebten Kinofilm „Die Klavierspielerin“, die verstörende Verfilmung von Elfriede Jelineks „Die Klavierspielerin“ (La pianiste), wurde Haneke 2001 mit dem Großen Preis der Jury in Cannes geehrt. 2002 drehte er in Frankreich das Endzeitdrama „Wolfzeit“. 2005 wurden ihm für „Caché“ während der Internationalen Filmfestspiele von Cannes am 20. Mai der Prix FIPRESCI der internationalen Filmkritik und der Preis der ökumenischen Jury verliehen. Einen Tag später wurde Haneke in Cannes als „Bester Regisseur“ ausgezeichnet. Ferner wurde Caché 2005 beim Europäischen Filmpreis 2005 fünffach ausgezeichnet, darunter als bester Film und für die beste Regie.

Keine Leichte Film- und Lesekost: Jeder einzelne von Hanekes Autopsien, sein desolater und analytischer Blickwinkel auf den alltäglichen Wahnsinn sowie seine verstörenden Sichtweisen der Charaktere befremden und berühren zugleich. Es ist schwer, seinem filmischen Erzählduktus zu folgen, bricht er doch stets die Stringenz der Bilder. Und der Betrachter bleibt ratlos im klaustrophobischen Raum der Rezeptions-Hilflosigkeit. Insgesamt haben die Herausgeber, allesamt vom fundamentaltheologischen Institut der Universität Graz stammend 20 Texte verfasst, die konträre Perspektiven des filmischen Schaffens Michael Hanekes illuminieren. Bekante Filmautoren wie Georg Seeßlen oder und Andreas Kilb komplettieren mit ihren präzisen Analysen dieses schwierige wie wichtige Werk eines profunden Ausnahme-Regisseurs

Michael Haneke und seine Filme
Christian Wessely, Gerhard Larcher, Franz Grabner (Hrsg.): Michael Haneke und seine Filme. Eine Pathologie der Konsumgesellschaft. Marburg 2005. Schüren Verlag. 376 Seiten. 24,90 Euro.

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