Sarah Dellmann – Widerspenstige Körper
Ein sehr interessantes wie auch sehr schwieriges Thema, aus diesem Grunde hier sehr verwissenschaftlicht behandelt: Die sorgsam recherchierte Arbeit fokussiert heuer eher die weniger bekannten Filmen des in den 1920ern und 1930ern sehr erfolgreichen Hollywoodregisseurs Tod Browning (The Unholy Three, 1925; The Blackbird, 1926; The Unknown, 1927; West Of Zanzibar, 1928; Where East Is East, 1929 und freaks, 1932).Sie resümiert die bisherige Rezeption und stellt den Zusammenhang von Tod Brownings Filmen zur Jahrmarkttradition her. Ausführlich wird Brownings bekannteste Filmproduktion Freaks analysiert. So heißt es bei Sarah Dellmann: Einige KritikerInnen beschreiben die Charaktere auf der Leinwand als Monster oder tierähnlich und führen damit die Tradition fort, Menschen mit Behinderung aus dem Menschsein auszuklammern. Andere übernehmen je nach Schwerpunkt des Textes die reißerischen Benennungen des Sideshow-Business oder medizinisch-pathologisierendes Vokabular. Die Begriffswahl lässt dem Körper eine je andere Bedeutung zukommen und benennt die Überzeugung dessen, der sie gebraucht.“. Diese Bedeutung entdeckt man beispielsweise in den bizarren Filmen von David Lynch, seien es Zwerge, hasenmasken oder sonst so schräge Kunstfiguren wie eine weiße mulattin in „Wild at Heart“. Das buch ist sicherlich eine große bereicherung für Filminstitutionen wie Unibibliotheken und Filminstitute.
Widerspenstige Körper
Körper, Kino, Sprache und Subversion in Tod Brownings FREAKS und Filmen mit Lon Chaney
104 S., Preis: 16,90 €
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