Traumwelten der filmische Blick nach innen
Filme träumen uns was vor und wir träumen von filmen: Wie ist diese Dialektik zu verstehen? Welche profunde Bedeutung hat „Traum“ im, vor bei dem Film überhaupt? Diese fragen versucht dieses umfangreiche Werk befriedigend zu analysieren. Zugegeben, keine leichte Lesekost, nicht einmal für Filmstudenten(innen): Die Autoren analysieren hier filmische Traumstrukturen und Traumsequenzen in zeitgenössischen Filmen. Dabei werden anhand von wichtigen Werken wie Ingmar Bergman, Luis Bu¿uel, Stanley Kubrick, David Lynch, Peter Weir und Laetitia Masson die Bedeutung der des cineastischen Traumes für die Theologie sowie für die Ästhetik des Kinos als sozialer Ort des Träumens und Erinnerns gefragt.
Einige Beispiele: Die Beschäftigung mit Luis Buñuels Un Chien Andalou (F 1928) und insbesondere der diskrete Charme der (F 1972) dient dem Verfasser Moritz Geisel dazu, ausführlich über die zentrale Rolle des Traums für die surrealistische Bewegung zu sprechen. Ebenso detailliert analysiert Dietmar Regensburger Traumstrukturen bei Ingmar Bergman anhand von Smultronstfället (S 1957), Persona (S 1966) und Vargtimmen (S 1968). Auch David Lynch, der Schöpfer von “Lynchville” – jenes selbstreflexiven ästhetischen Universums – geht mit dem Traumthema im Sinne “einer selbstbezüglichen Ästhetik des Unheimlichen” (Charles Martig) um. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellt Martig die Filme Blue Velvet (USA 1985) oder lost Highway (USA 1996) Thomas Binotto stellt den australischen Filmemacher Peter Weir vor, der seit den 1980er Jahren mit Filmen wie Witness (USA 1985) oder The Truman Show (USA 1998) in Hollywood als “Traumwandler zwischen den Welten” laboriert und seziert: Keine Frage, ein wohldurchdachtes und minutiös erarbeitetes Wissensbuch, neben der Präsentation filmwissenschaftlichen Wissens, weisen einzelne Artikel durch den weiten filmwissenschaftlichen Horizont aus. Die Beziehung von Film und Traum lässt sich auf mehreren Ebenen herstellen, die vornehmlich zwei Bereichen zuzuordnen sind: dem Film als Traum und dem Traum im Film. Die Vorstellung vom Film als Traum berührt in erster Linie die Wahrnehmungssituation im Kinosessel.
Der filmische Blick nach innen
‘Film und Theologie’.
Nachdruck.
Zahlreiche Abbildungen.
Kartoniert, 14. 90 €
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