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Yes, Sir! von Chris Howland

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Yes, Sir! von Chris Howland

chris howland 150x244 Yes, Sir! von Chris HowlandIn Deutschland kennt man ihn seit mehreren Jahrzehnten auch unter dem einprägsamen Spitznamen Heinrich Pumpernickel. Wie er zu diesem kam und wie sich seine frühen Nachkriegsengagements in der Bundesrepublik „aus dem Blickwinkel eines englischen Gastarbeiters“ anfühlten, schildert Chris Howland gekonnt witzig in seiner nun erschienenen Autobiografie „Yes, Sir!“ Es ist nicht das erste Buch des legendären Radio-DJs, Schauspielers, Sängers und Fernsehmoderators, der schon 1995 mit „Happy Days?“ einen Erzählband vorlegte, der durchaus von autobiografischen Geschichten geprägt war. Howland hat sich auch nach Jahrzehnten in Deutschland einen charmanten Akzent bewahrt, der nun den Grund darstellte, dass er auch sein neues Buch auf Englisch verfasste und anschließend (von Christoph Bausum) professionell übersetzen ließ. Die unmittelbaren Kriegserlebnisse beschränkt Howland dabei auf ein Minimum, konzentriert sich lieber auf seine wechselvolle Karriere, die ihn zunächst zu einem beliebten britischen Radio-DJ im besetzten Deutschland werden ließ, dessen deutsches Stammpublikum aber stetig wuchs. Als er dann schließlich zu den deutschen Rundfunkhäusern wechselte, war einer der beliebtesten Briten Deutschlands geboren.

In den folgenden Jahren revolutionierte er nicht nur das Radioprogramm, sondern setzte mit seinen weitschauenden Ideen schließlich auch Akzente im frühen Nachkriegs-Fernsehprogramm. Legendär ist hierbei die Sendung „Vorsicht, Kamera!“, die Mutter aller Sendungen, die ihren Witz aus Aufnahmen mit der versteckten Kamera speisen. Ganz nebenbei wurde Chris Howland auch zu einem gern gesehenen Gaststar in etlichen Schlagerfilmen der 1950er und 1960er Jahre (zu seinen Hits zählen „Das hab’ ich in Paris gelernt“ oder „Die Hämmerchen-Polka“), was ihm später auch Rollen in Karl-May- und Edgar-Wallace-Filmen einbrachte. Der Sprachkünstler kann auch in seinen Memoiren „Yes, Sir!“ sein komisches Talent zur Geltung bringen, das er insbesondere dann nutzt, wenn er seine zahlreichen Begegnungen mit prominenten Mitmenschen auf eine gelungene Pointe hin verfasst. Oftmals schildert er die Ereignisse so, dass sich der Name der Berühmtheiten erst am Ende der Geschichte offenbart, was dann für den entsprechenden Knalleffekt sorgt. Etwas schade ist indes, dass das rund 300 Seiten starke Buch keinerlei Illustrationen oder Fotos enthält und dass man sich auch nicht die Mühe gemacht hat, es mit einem Werkverzeichnis oder einem Index zu versehen. Aber das sind nur kleinere Mankos in einem ansonsten amüsanten und unterhaltsamen Werk, das den noch immer zahlreichen Fans des britischen Allroundtalents unbedingt zu empfehlen ist.

Buch: „Yes, Sir!“ von Chris Howland, Kindler/Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg 2009, ISBN 978-3-463-40565-0

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