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DigitalVD.de – Kino, Filme und Fakten

In Zukunft möchten wir Euch über Kino und alles, was damit zu tun hat, informieren. Die Zelluloid-Palette reicht vom Blockbuster über das Mainstream-Movie bis hin zur Arthaus-Produktion, jene kleinen Programmkino-Perlen, die allzu oft im filmischen Haifischbecken baden gehen müssen. Aber nicht nur das; wir versuchen Euch Tipps über Trends, über Stars und Sternchen zu geben und weisen auch auf Festivals, Events und ähnliche Ereignisse hin.

Film ist in seiner kleinen "Definition" einsehbar, aber doch unendlich gross in seiner Wirkung und Vielfalt. Keine Frage, über Kritik und Anregungen sind wir Euch natürlich mehr als dankbar.



Archiv Kategorie 'Komödie'

Charlie Bartlett

charlie bartlett 150x214 Charlie BartlettIf You Wanna Be Free: Charlie Bartlett, Sohn aus betuchtem Elternhaus, fliegt zum wiederholten Male von einer Privatschule, weil er Führerscheine fälschte. Auf einer ordinären staatlichen Highschool bringt er es auch bald zu Popularität, als er sich vom Hauspsychiater Medikamente verschreiben lässt, die er an seine Mitschüler verhökert. Schrullige Jugendkomödie.

Wer geglaubt hatte, dass Highschoolkomödien und primitive Spermawitzeleien untrennbar miteinander verbunden sein müssen, der kennt „Charlie Bartlett“ noch nicht! Mit einem schrägen, auch in anderen Genres äußerst seltenen Humor machen sich hier Drehbuchautor Gustin Nash („Bollywood/Hollywood“) und Regiedebütant Jon Poll (bislang der Cutter der meisten Jay-Roach-Filme, neben „Austin Powers“ auch beim gelungenen „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und seiner Fortsetzung) über das Schulmilieu her und werden dadurch nicht zuletzt die Teenager im Publikum mit intelligenter Kurzweil unterhalten.

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Saturno Contro – In Ewigkeit Liebe

saturno contro 150x214 Saturno Contro – In Ewigkeit LiebeSchon in seinem 2001 entstandenen Film Die Ahnungslosen hatte der türkisch-stämmige italienische Filmemacher Ferzan Özpetek ein opulentes Figurenensemble mit einer plötzlichen Veränderung konfrontiert. Nach dem Unfalltod ihres Mannes musste eine junge Witwe entdecken, dass dieser ein Doppelleben geführt und einen schwulen Geliebten gehabt hatte. Im „Parallelfreundschaftskreis“ lernte sie schließlich die andere Seite ihres Gatten kennen. In Saturno Contro – In Ewigkeit Liebe erleidet ein junger Mann eine Hirnblutung.

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KINO: Die Geschichte vom Brandner Kaspar

brandner kasper.thumbnail KINO: Die Geschichte vom Brandner KasparBrandner Kasper ist das für die Bayern, was Wilhelm Tell für die Schweizer darstellt. Heroe, Filou und Windhund in Personalunion. Keine Frage, die Mär vom gewitzten Wilddieb zählt zu den populärsten bayrischen Volksstücken überhaupt und schildert die Geschichte des Tegernseer Büchsenmachers, der den Tod überlistet, indem er ihm beim Kartenspielen 20 weitere Lebensjahre abluchst.

Charakter-Regisseur, Kamera-König und Charakter-Produzent Joseph Vilsmaier ist ein deutsches  Film-Urgestein. Als kleiner Junge nahm ihn sein Vater, Fahrer bei der Bavaria, 1949 mit nach Berchtesgaden zu den Dreharbeiten des Brandner Kaspar mit Paul Hörbiger und Carl Wery. Knapp 60 Jahre später erfüllt sich der mittlerweile nun 69jährige Vilsmaier seinen größten Wunsch, dieses beliebte Sujet zu verfilmen.

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Absurdistan – eine Multikultikomödie

Das Presseheft wirbt großspurig für einen Film, in dem Schauspieler aus 18 Ländern zu sehen sind. Wenn das allerdings alles sein soll, was Absurdistan auszeichnet, braucht es einen kaum verwundern, dass man sich schon schnell über Gebühr zu langweilen beginnt. Schlimmer noch: Man beginnt sich über die Unfähigkeit des Regisseurs regelrecht zu ärgern. Veit Helmer hatte mit seinem Regiedebüt Tuvalu nicht nur einen Festivalerfolg gelandet, sondern auch sein Faible für multikulturelle Geschichten und den weitgehenden Verzicht auf Dialoge begründet. Aber schon sein Nachfolgewerk Tor zum Himmel war furchtbar unentschlossen, teilweise Hollywoodkitsch übelster Sorte, teilweise unbeholfen trashig und ohne die geringste Fähigkeit der Schauspielerführung. Immerhin vermeidet Helmer nun in Absurdistan die Anbiederung an einen Massengeschmack, aber den ebenfalls fast wieder ohne Dialoge ausgefochtenen Geschlechterkampf in einem abgelegenen Dorf der ehemaligen Sowjetunion hat er auf platteste und albernste Weise in Szene gesetzt.

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Die Entdeckung der Currywurst

Eher ein kleines heimliches Hinterhofdrama, aber vor der grausamen und  gigantischen Kriegskulisse ein mittelschwerer Gesellschaftsskandal: Eine Frau in ihren “besten Jahren“ verguckt sich in den um vieles jüngeren, vielleicht halb so alten Mann. Nicht weiter tragisch, zu jener Kriegszeit jedoch mehr als gefährlich: Lena Brücker, die blonde, anämisch wirkende Frau, mimt hier den rettenden Engel. Sie lädt nach einem Kinobesuch samt Bombenangriff den jungen Marinesoldaten Hermann (Alexander Khuon) kurz vor Kriegsende zu sich nach Hause. Der bleibt danach bei ihr und begeht damit ‘Fahnenflucht’, statt sich auf seinem Schiff zurückzumelden. Es geht nicht nur um Lust und leidenschaft, sondern um Liebe, das brisante Versteckspiel vor den Nazischergen schweißt die beiden nur noch enger zusammen. Der Krieg bleibt draußen vor der Tür. Als die Kapitulation bevorsteht, die weißen Fahnen vor den Fenstern hängen, wird die Sache ungleich schwieriger. Die beiden Turteltäubchen verbringen nette Nächte miteinander, immer mit der Gefahr lebend, dass der schnüffelnde Blockwart ihnen auf die Schliche kommen könnte. Und während Lena aufblüht, wird Hermann immer unruhiger. Dann ist es plötzlich so weit: Hitler ist tot, das Reich kapituliert. Doch Lena zögert, es Hermann in seinem Versteck zu erzählen, würde sie ihn dann doch für immer verlieren:

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Love Vegas – Komödie mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher

love vegas 150x214 Love Vegas   Komödie mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher Lieber reich und einsam als arm und glücklich? Cameron Diaz und Ashton Kutcher finden Antworten einer bissigen Komödie: Love Vegas.

„Was in Vegas passiert, bleibt auch in Vegas“: Das ist eine Weisheit, an die sich diese quirlige Komödie nicht hält. In diesem Sodom von Geld und Gomorrah der Gier ist alles Verrückte möglich: Joy (Cameron Diaz) wird vor all ihren Freunden von ihrem Freund vor die Tür gesetzt und Jack (Ashton Kutcher) vom eigenen Papa gefeuert. Und wo können Frust, Wut und Liebesnöte am frivolsten vergessen werden? In Las Vegas. Zwischen glitzerndem Glücksspiel und komatösen Cocktails verbringen die beiden Singles eine wilde Partynacht in der flackernden Wüstenmetropole. Am Morgen danach wacht das ungleiche Pärchen jedoch verheiratet auf. Zu allem „Übel“ gewinnen sie obendrein den Drei-Millionen-Jackpot. Nur wem gehört das Geld?

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Fool’s Gold (Ein Schatz zum Verlieben) – Komödie

Ein Traumpaar schippert auf Scheidungskurs: Matthew McConaughey und Kate Hudson auf karibischer Schatzsuche.

Karibisches Flair und Bacardi-Feeling: Nach der Erfolgskomödie „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“, fetzen sich Kate Hudson und Matthew McConaugh erneut in einer romantischen Komödie, die Abenteuer und Amüsement verquickt. „Fools Gold“ ist eigentlich die englische Bezeichnung für „Katzengold“. Und genauso wertlos scheint dieses Unterfangen:

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Married Life – Liebe, Lust und Leiche

married life 150x97 Married Life   Liebe, Lust und LeicheIn der Liebe und im Krieg, heißt es so schön, ist alles erlaubt. Der New Yorker Regisseur Ira Sachs will dabei sogar über eine Frauenleiche gehen.

Soviel liebenswerter Altruismus ist schon unheimlich. Um seiner Holden den Trennungsschmerz zu ersparen, soll sie kurzerhand vergiftet werden. Dabei ist eigentlich alles ok. Harry (Oscarpreisträger Chris Cooper) und Pat (Patricia Clarkson) führen eine tolle Ehe bis ans Lebensende – könnte man meinen.

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Meine Frau, die Spartaner und ich

Die neue Proof-Parodie der Scary Movie -  Schöpfer Aaron Seltzer und Jason Friedberg, die das Pubkikum 2007 mit Fantastic Movie beglückten, zieht wie üblich zahlreiche Filme durch den ironisierenden Kakao. Aufgehängt ist die Historien-Story diesmal an dem bildgewaltigen Sandalen-Epos 300, doch auch Ghost Rider, Street Style und die gute Britney Spears müssen in diesem Film dran glauben. In den Hauptrollen sind unter anderem TV-Held Kevin Sorbo (Herkules) und die in Veräppelungen geübte Carmen Electra zu bestaunen.

Sparta, irgendwann A.D., der große Pinguin-Terminator und Anführer von Sparta Leonidas (Sean Maguire) muß gegen die übermächtige Armee des Perserkönigs Xerxes (Ken Davitian) in den Krieg ziehen. Leonidas hat keine Wahl. Er muss gegen die Perser in den Krieg ziehen. Die Armee von Perserkönigs Xerxes (Ken Davitian) ist den Spartanern nicht nur zahlenmäßig weit überlegen. In ihren Reihen befinden sich unzählige Angst einflößende Gestalten, etwa der teuflische Ghost Rider und der schlagkräftige Rocky. Hinzu kommt, dass lediglich 13 Kämpfer der eigentlich 300-Mann-starken spartanischen Armee bereit sind, mit ihrem Anführer in den ganz offensichtlich aussichtslosen Krieg zu ziehen. Doch zumindest sind die 13 Freiwilligen überaus motiviert und überzeugt, gegen die Perser zu bestehen. Ein herrlicher Nonsens mit reichlich gespickten Filmzitaten wie die von „“Casino Royale“, „Happy Feet“, „Transformers“, „Spiderman 3“, „Rambo“ oder „Ghost Rider“ reichen.

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Ein fliehendes Pferd

ein fliehendes pferd.thumbnail Ein fliehendes PferdDie ewig leidliche Frage: Läßt sich Literatur verfilmen? Und wie kann der Film die enorme Bildlichkeit der Sprache in die gerahmte Sprachlichkeit des Bildes transformieren? Meistens ein undankbares Unterfangen:

Allein die zentrale Aussage in dieser Literaturadaption „Einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen. Es muß das Gefühl haben, sein Weg bleibt frei“, zentriert eine komplexe Problematik, denn diese Worte spricht Klaus Buch in einer Schlüsselszene von Martin Walsers grandioser Novelle, in der es ihm gelingt, ein ausgerissenes Pferd zu bän-digen, aus. Im Kopf spielen sich hierbei schon unzählige variable Bilder ab, unendlich assoziativ und endlich individualisiert. Das gesehene Bild legt sich aber fest, zeigt beispielsweise in einer der wenigen dynamischen Szenen den entfesselten Ulrick Tukur im hellen Anzug auf dem galoppie-renden Pferd. Die brachialen Bilder legt Regisseur Rainer Kaufmann (“Die Apothekerin”) fest, so und nicht anders. Der Zuschauer findet sich damit ab, gibt sich zufrieden, die eigenen Phantasie-Welten ersticken im Vakuum der aufgedrängten Aufnahmen.

Auf das nötige Minimum reduziert sich auch die „Beziehung“ von Stu-dienrat Helmut Halm (Ulrich Noethen, “Der Untergang”) und seiner Frau Sabine (Katja Riemann, “Rosenstraße”) seine Ruhe haben. Wie üblich geht’s zur spannenden Ehe-Erholung an den Bodensee, die jedoch diesmal gänzlich anders verlaufen wird, als gedacht. Denn dort, im vividen Ambiente einer Hansi Hinterseer-Gemütlichkeit und der Langnese-Larmoyanz auf geteerten Uferpromenaden, treffen sie Helmuts alten Jugendfreund Klaus Buch (brillant: Ulrich Tukur, „Das Leben der Anderen“). Das unerhoffte Wiedersehen ist für den eher wortfaulen und stets gereizt wirkenden Helmut nämlich alles andere als erbaulich, zumal die die Vergangenheit etwas von vielem ist, an das er ungern erinnert wird. Klaus, der alternde Playboy-Typ mit dem forschen eloquenten Charme, trumpft nicht nur mit seiner wesentlich jüngeren und hübschen  „Hel“ (Helene, Petra Schmidt-Schaller) auf, sondern bringt Helmut mit den Anekdoten der von „früher“ Helmut von einer Peinlichkeit in die nächste.

Sabine hingegen ist von Klaus’ dreister Art durchaus angetan, endlich scheint wieder frischerer Wind in ihren etwas angestaubten Ehe-Alltag, denkt sich die Frustrierte im Stillen. Und Helmut lässt sich allmählich ebenso bedenklich in die gefahrvollen Gewässer von Hels Lolita-Aura treiben. Es folgen turbulente Tage, voller intensiver Dialoge, über alles, was man „Leben“ nennt und nennen könnte. Die Situationen eskalieren gar in vehementen Abneigungen wie in die Grenzbereiche erotischer Möchte-Entgleisungen: Vereiste Emotionen, tauen auf und fließen letztlich stark strömend in Richtung des fatalen und gewittrigen Horizonts…

Walsers Titel “Ein fliehendes Pferd” bezieht sich auf jene Schlüssel-Episode der Novelle, in der ein fliehendes Pferd von Klaus Buch eingeholt und gekonnt zum Stehen gebracht wird. Von Symbolischen relativiert sich diese Allegorie auf Helmut Halm und Klaus Buch, deren Flucht vor sich selbst bzw. aus der beruflichen Sphäre in dieser Novelle fokussiert wird.

Martin Walser gilt neben Heinrich Böll, Siegfried Lenz oder Uwe Johnson als beutender deutscher Literat des 20. Jahrhunderts. Er favorisiert die Bereiche die Liebe, Ehe und Midlifecrisis, wobei die Gesellschaftskritik bei ihm nicht als politisierendes Hauptthema zu betrachten ist, vielmehr sind seine Figuren Kleinbürger des täglichen Lebens, die Einfühlen und Mitfüh-len vom Leser, bzw. Zuschauer verlangen. Und Walser begeht glückli-cherweise nicht den Kardinal-Fehler, den pädagogisierenden Das-darfst-Du-aber-nicht-Zeige-Finger zu erheben, sondert bleibt unprogrammatisch ohne Lösungsvorschläge., obwohl die Themen wie Lust, Liebe, Freiheit, Flucht und Sexualität noch am Ende der 70er Jahre durchaus prekär und neuralgisch erschienen. Hatte sich die Republik doch noch längst nicht in der Praxis gescheiterten Utopien (wie „freie Liebe“) der 68iger-Wunsch-Weisheiten erholt…

Den didaktischen Daumen vermeidet ebenso Kaufmann; aber seine detail-versessene Adaption ist kaum für das Kino gemacht, eher für die Beson-dere-Film-Sparte der öffentlich rechtlichen Sender gezimmert. Es kommt einfach zu wenig Profundes „rüber“; wenn die Siebziger im Buch bemüht adäquat als Siebziger-Jahre-Film transferiert werden: der Film hat sich unproportional gegenüber der Sprache weiterentwickelt, neue narrative Bild-Strukturen entdeckt. Zwar wird er das Wort nie ersetzen, denn das Bild verwaist ohne das Wort, aber man kann Filme heute mit Hilfe der Technik, wie Montage, Farbdramaturgie, vor allem aber in der Nachbear-beitung wesentlich packender und intensiver gestalten. Hier fehlt einfach die vielbeschworene, „dichte Atmosphäre“. Letztlich kann man sich schwerlich vorstellen, daß Martin Walser – wie es heißt – mit seiner „Ver“filmung zufrieden ist. Einen interessanten Vergleich bietet da die gleichnamige Fernsehadaption von 1985, bei der TV-Regiemeister Peter Beauvais auf das Drehbuch von Ulrich Plenzdorf zurückgriff.

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