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DigitalVD.de – Kino, Filme und Fakten

In Zukunft möchten wir Euch über Kino und alles, was damit zu tun hat, informieren. Die Zelluloid-Palette reicht vom Blockbuster über das Mainstream-Movie bis hin zur Arthaus-Produktion, jene kleinen Programmkino-Perlen, die allzu oft im filmischen Haifischbecken baden gehen müssen. Aber nicht nur das; wir versuchen Euch Tipps über Trends, über Stars und Sternchen zu geben und weisen auch auf Festivals, Events und ähnliche Ereignisse hin.

Film ist in seiner kleinen "Definition" einsehbar, aber doch unendlich gross in seiner Wirkung und Vielfalt. Keine Frage, über Kritik und Anregungen sind wir Euch natürlich mehr als dankbar.



Archiv Kategorie 'Thriller'

Lakeview Terrace

lakeview terrace 150x214 Lakeview TerraceChris und Lisa ziehen in eine vornehme Wohngegend in Südkalifornien. Im benachbarten Haus wohnt ein dunkelhäutiger Police-Officer, der sich aber als das Gegenteil von dem erweist, was seine schützende Autorität verspricht. Das Paar ist ihm ein Dorn im Auge. Rassismus als Thrillerstoff.

Die Rassentrennungsgesetze sind schon seit Jahrzehnten Vergangenheit, aber der Schmelztiegel USA ist nach wie vor auch die Brutstätte für Ausgrenzung, Separatismus und Rassismus. Auch wenn diese Tatsache mehr und mehr aus der Wahrnehmung eines europäischen Kinopublikums verschwunden ist, weil dunkelhäutige Schauspieler heute gleichberechtigt zu kassenträchtigen Stars werden können, sieht die gesellschaftliche Realität doch noch deutlich anders aus. Nun hat Neil LaBute das Problem für einen Hollywood-Film aufgegriffen und drum herum einen Thrillerstoff gestrickt, der das Publikum an den Sitz nageln wird. Auf dieser Ebene funktioniert er auch ungleich besser wie als Diskussionsgrundlage für soziale Veränderungen, aber wenn er über sein Spannungspotenzial die Aufmerksamkeit auf ein ungelöstes Problem lenkt, hat er sein Ziel fraglos erfüllt.

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Transsiberian

transsiberian plakat 150x217 TranssiberianDas amerikanische Paar Roy und Jessie reist mit dem Transsibirien-Express. In ihrem Abteil lernen sie Carlos und Abby kennen, die sich ziemlich merkwürdig verhalten. Beide scheinen voller Geheimnisse zu stecken. Da taucht Roy nach einem Bahnhofsaufenthalt plötzlich nicht mehr auf. Mysteriöses Thriller-Railroad-Movie.

Ende 2004 sorgte Brad Anderson mit seinem Mysterythriller „The Machinist“ in deutschen Kinos für Gänsehaut. Darin hatte sich der mittlerweile als Batman zum Superstar aufgestiegene Christian Bale buchstäblich bis auf die Knochen heruntergehungert, um einen Fabrikarbeiter zu spielen, der unter seltsamen Schlafstörungen leidet und dessen Alltag nach und nach auseinander zu brechen droht. Seine Premiere hatte der Film seinerzeit auf der Berlinale gefeiert, wo Anderson dieses Jahr auch wieder mit seinem neuen Werk, „Transsiberian“, vertreten war. Auch hier geht es einmal mehr um seltsame Vorkommnisse, in deren Mittelpunkt dieses Mal die aparte Emily Mortimer steht, die als Frau natürlich ein ungleich höheres Potenzial für eine dermaßen verzwirbelte Geschichte liefern kann. Mit dem Verschwinden ihres Filmmannes, der mit trefflich gezeichneter amerikanischer Aufdringlichkeit von Woody Harrelson gespielt wird, nehmen die unheimlichen Entwicklungen ihren Lauf. Brad Anderson hat sich die Werke des Suspense-Meisters Alfred Hitchcock sehr genau angeschaut. Gekonnt schürt er in einigen Szenen die Imaginationskraft seiner Zuschauer, die selbst versuchen werden, hinter die Vorkommnisse zu kommen.

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The Strangers

the strangers 150x214 The StrangersDie Liebenden Kristen und James verbringen eine gemeinsame Nacht im Sommerhaus von James’ Eltern. Die Ruhe wird gestört, als wiederholt an die Tür gehämmert wird. Schließlich schleichen sogar Menschen mit Masken um das abgelegene Haus, die Böses im Schilde führen. Der Abend fängt schon nicht besonders gut an. Die Hochzeit eines Freundes möchte James nutzen, um auch seiner Geliebten Kristen einen Heiratsantrag zu machen. Doch die ist noch nicht bereit, sich zu binden, und gibt ihm einen Korb. Der liebevoll arrangierte Aufenthalt im Sommerhaus von James’ Eltern bekommt damit einen äußerst faden Beigeschmack. Auch zu nachtschlafender Zeit hat man noch nicht die nötige Bettruhe gefunden – und wird es auch nicht, weil einige maskierte Menschen mit dem jungen Paar seine frivolen Späße zu spielen beginnen. Auf das noch recht harmlose Türklopfen einer offensichtlich verwirrten jungen Frau folgen nämlich schon bald äußerst gewalttätige Übergriffe, bei denen nicht nur das Auto und die Handys der beiden zerstört werden, sondern alsbald auch ihr Leben massiv bedroht ist.

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Die Vorahnung

die vorahnung.thumbnail Die VorahnungEin leiser und beklemmender ThrillerDrama um Verlust, Vergangenes und Vergegenwärtigtes mit einer grandiosen Sandra Bullock im Hauptpart:„Ich hasse Überraschungen!“ sagt sie als Linda Hanson gleich zu Anfang des ungewöhnlichen Films. Und unliebsame Überraschungen erlebt sie tagtäglich.

Der Mutter von zwei kleinen Töchtern wird eines Tages die fürchterliche Nachricht überbracht, daß ihr Ehemann Jim (Julian McMahon) bei einem tragischen Autounfall sein Leben auf dem Weg zur Arbeit verloren habe. Dann jagt ein mysteriöser Schock den anderen, zumal sie nach der folgenden, unruhigen Nacht ihren Liebsten putzmunter beim Morgenkaffee in der Küche trifft. Fortan beginnt eine horrible Thriller -Variante von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit schwerlich nachvollziehbaren Zeitversetzungen. Die verwirren nicht nur die paralysierte Witwe, sondern auch den Zuschauer. Ist alles nur geträumt? Was ist denn nun Wirklichkeit in diesem schimärischen Schreckenszustand? Ist heute nicht schon längst Vergangenheit? Linda versinkt in einem trüben Strom von Tragik, Trauer und Gefühlsterror. Und der Betrachter leidet mit, in diesem chaotischen Gefühlswirrwarr. Die Tage wirbeln wahllos durcheinander. Und wie die gebeutelte Linda versucht man automatisch anhand von hinweisenden Relikten und Accessoires wenigstens ein wenig logisch zusammenzufügen.

Aber wie, denn einmal weilt Jim wieder unter den Lebenden, dann ist er bereits gestorben und liegt drei Fuß tief. Klar, dass Linda bald ihre Freun-din fragen muß, welcher Tag denn heute überhaupt sei. Logischerweise glaubt sie alsbald an die Vorahnung, denn es ist beispielsweise nicht der fatale Mittwoch, an dem Jim sterben soll und möglicherweise kann sie seinen Exitus verhindern, oder nicht? Im Laufe ihrer Suche zwischen Wahn und Wirklichkeit entdeckt sie obendrein, daß ihr Mustergatte just vor seinem Tod sie mit einer Arbeitskollegin betrügen wollte, er auf dem Weg zu ihr ins Hotel war, die Ehe folglich in einer schlimmen Krise steckte. Als sie sich mit ihm aussprechen möchte, wirkt er sonderbar abweisend und scheint, wie auch Lindas eigene Mutter (Kate Nelligan), an ihrem Geisteszustand zu zweifeln. Also hat sie dies auch vorgeahnt, wie auch die finalen, dramatischen und tragischen Sequenzen.

Raffiniert streut das Drehbuch scheinbar belanglose Indizien, die allmählich Klarheit bringen wie das sedierende, vom Psychiater verordnete Lithiumfläschchen, die ausgerissene Telefonbuchseite, die Anrufe auf dem Anrufbeantworter, der tote Vogel im Garten oder die Blessuren der zersplitterten Verandatür im Gesicht der Tochter. Es ist einfach in den ersten drei tagen mehr möglich, zwischen Gelebtes und Gegenwärtiges zu differenzieren.

Aber im Unterschied zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wacht Linda nicht jedes Mal am identischen Tag auf, auch nie am nächsten. So muß die Arme schon morgens erst einmal das aktuelle Datum ermitteln.

Es existieren in der Tat nicht viele Filmproduktionen, die mit derart dicht aufeinander folgenden Zeithopsern dekoriert sind.

In allererster Linie ist „Die Vorahnung („Premonition“, so im Original) ein absolut auf Sandra Bullock zentrierter Film, auf deren liebreizende Leinwandpräsenz. „Lautlos“-Regisseur Mennan Yapo verlässt sich ganz auf sie, nicht nur; nicht nur, weil sie wieder einmal wie gewohnt hübsch anzusehen ist. Liefert sie doch das professionelle Portrait einer Frau ab, deren beschauliche Existenz von einem Tag urplötzlich in jeder Hinsicht kaputt ist. Aber die Art und Weise, wie dem Rezipienten die hanebüchene Story vermittelt wird, verlangt nach Klärung, und man könnte fast dem Zuschauer andienen, sich einen Laptop samt Exel-Tabelle mit ins Kino zu nehmen, um die Ereignisse minutiös zu bilanzieren, um einen mehrfachen Kino-Besuch zu vermeiden. Dann könnte man dann die wiederholten Überraschungen wirklich hassen. Aber Geschichten über Zeitreisen, verstricken sich sehr gerne in logisch löchrige Fallstriche. Aber irgendwie kommen beim Zuschauer gut an, wie einstens auch das täglich grüßende Murmeltier. Gleichwohl: Sandra Bullock wurde in den USA mit dem bislang besten Kinostart ihrer Karriere belohnt…

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Ich weiß, wer mich getötet hat


lindsay lohan getoetet.thumbnail Ich weiß, wer mich getötet hat

Ein verwirrender wie blutiger Thriller: Aubrey Fleming (Lindsay Lohan) lebt in einer Kleinstadt. Sie wird von einem Serienmörder entführt und bestialisch gefoltert. Fleming flieht und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort behauptet sie, sie sei eine Tänzerin mit dem Namen Dakota Moss.

Es stellt sich heraus, daß Aubrey eine Zwillingsschwester namens Dakota Moss besitzt. Sie wurden nach der Geburt getrennt, da Aubreys Vater nach einer Fehlgeburt einer anderen, drogenabhängigen Mutter eines ihrer Zwillinge abkaufte und so seiner Frau die Fehlgeburt vertuschte.

Als einige Jahre später Aubrey von ihrem Pianolehrer Douglas (Thomas Tofel), der sich als Serienmörder entpuppt, gekidnappt und gefoltert wird, passiert ihrer Zwillingsschwester das gleiche. Dakota kann entkommen, wird aber für Aubrey gehalten und hat Probleme, ihre Umgebung von ihrer wahren Identität zu überzeugen. Erst mit der Hilfe von Aubreys Vater gelingt es Dakota, Aubrey zu retten. Aubreys Vater kommt dabei ums Leben.

Der Film wurde in Los Angeles, in San Luis Obispo und in den anderen Orten in Kalifornien gedreht. Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 12 Millionen US-Dollar. Der Film startete in den Kinos der USA am 27. Juli 2007 und spielte dort am Startwochenende ca. 3,5 Millionen US-Dollar ein. Bis zum 19. August 2007 spielte der Film in den USA ca. 7,2 Millionen US-Dollar ein. In Deutschland kommt der Film am 3. Januar 2008 in die Kinos.

Quelle: Sony Pictures

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Keine Sorge, mir geht’s gut

1.Vom Suchen, Finden und Verlieren des verschwundenen Bruders
2.Französische Familien Grab-Geheimnisse

Keine Sorge, mir geht’s gut

Nach seiner melodramatischen Liebesballade „Die Frau des Leuchtturmwärters” zieht es Regisseur Philippe Lioret in seiner jüngsten Symbiose aus Thriller, Teeny-Film und Familiendrama in die tristen Banlieus von Paris. In diesem gutbürgerlichen Edward Hopper-Ambiente leben die Familien in ihren gepflegten Reihenhäusern vis-à-vis mit den gefürchteten Waschbeton-Hochhäusern recht unkommunikativ vor sich hin.

„Wenn das Gute eine Ursache hat, ist es nicht mehr gut“, schrieb schon Leo Tolstoi in „Anna Karenina“: Und wenn der vermisste Zwillingsbruder postalisch kundtut, es gehe ihm „gut“, sollten die Alarmglocken schrillen:
Als die 19-jährige Lili (Mélanie Laurent, „Die Brücke von Ambreville) aus dem Sommerurlaub zurückkehrt, ist ihr Zwillingsbruder Loic plötzlich verschwunden. Die Eltern, betont normal, deklamieren, ihr aufsässiger Bruder sei heftigen Disputen mit Vater Paul (Kad Merad) ausgebüchst und spurlos verschwunden. Doch Lili spürt, dass etwas im Argen liegt, denn Loic würde nie „einfach so“ abhauen. Auch seine fehlenden Rückmeldungen nach Lilis unzähligen Telefonaten auf die Mailbox sprechen nicht gerade deutliche Worte. Endlose Wochen vergehen ohne ein Lebenszeichen, Lili befürchtet das Schlimmste. So steigert sie sich in eine apathische und lebensbedrohliche Eßstörung. Ein Hoffnungsschimmer gibt sich ihrem dunklen Depressions-Tunnel zu erkennen, als eines Tages die unerwartete Postkarte von Loic auftaucht….

Mélanie Laurent (bekannt als Gangsterbraut aus „Der wilde Schlag meines Herzens“) ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die eher schwächelnde Plot-Auflösung nicht allzu enttäuscht: Sie macht Lili zur komplexen Figur mit ihrer Zwillings-Problematik, sie prägt maßgeblich den sehenswerten und atmosphärisch fesselnden Film. Kein Wunder, dass der einer jungen Nastassja Kinski ähnelnden Mimin der „Prix Romy Schneider“ zugedacht wurde. Und die Verlorene-Sohn-Tragödie zählt mit einer runden Million Kinobegeisterten zu den großen Erfolgen des französischen Kinojahres des letzten Jahres. Auch hierzulande wurde „Keine Sorge, mir geht’s gut“ während der Hofer Filmtage 2006 mit Lobeshymnen regelrecht überschüttet: „Mélanie Laurent spielt sowohl Lilis Verzweiflung als auch ihre allmähliche Wiedergeburt mit bemerkenswerter Genauigkeit. Allein ihretwegen, wegen ihrer tränenumflorten blauen Augen, muss man sich den Film von Philippe Lioret ansehen“, forderte unter anderem französische Gazette „Figaroscope“.

Übrigens: Entdeckt wurde die 23-jährige Hauptdarstellerin im Alter von 13 Jahren von Frankreichs international erfolgreichen Leinwandstar und Charaktermonster Gérard Depardieu. Regisseur Phillipe Lioret war auf Anhieb von Mélanie Laurents charismatischer Ausstrahlung begeistert und gab ihr die Rolle der Lili ohne vorher Probeaufnahmen zu machen; ein nicht unerhebliches Risiko, das sich mehr als bezahlt machte; man darf auf weitere Rollen des französischen Film-Sterns mehr als gespannt sein.

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Loneley Heart Killers


lonely heart killers.thumbnail Loneley Heart Killers

Nach dem spektakulären Fall der wahren Lonely-Hearts-Killer, deren blutige Spur sich Ende der 40er Jahre durch die Ostküste der USA zog und das gesamte Amerika in Atem hielt, inszenierte Todd Robinson einen packenden Thriller, der sowohl als erschütterndes Psychogramm des von Salma Hayek („Frieda“) und Jared Leto („Panic Room“) exzellent gespielten Mörderpärchen fesselt, als auch die aufregende Geschichte der Jagd nach den beiden mit brisanter Spannung erzählt.

Ein meisterlicher Film Noir-Krimi um die authentischen “Lonely Hearts Killers”, mit dem überzeugenden Trio Salma Hayek, Jared Leto und John Travolta: Die berüchtigten “Loney Hearts”-Killer Martha Beck und Raymond Martinez Fernandez, die Kriegerwitwen mit Annoncen anlockten, sich als Geschwister ausgaben und die Opfer um Geld und Leben brachten, bevor sie 1949 gefasst und wegen zehn gestandener, wahr-scheinlich insgesamt 23 Morden in Sing Sing auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurden, gehört zu den grausig berühmten Fällen der US-Kriminalgeschichte. 1969 entstand mit Leonard Kastles Schwarzweiß-produktion “Honeymoon Killers” (mit Tony Lo Bianco) der erste, fast vergessene “Film Maudit” der Geschichte um das Liebespaar, dessen sexuelle Abhängigkeiten und Akte nach wie vor schockieren.

Jared Leto als schmalziger Gigolo und Salma Hayek als desaströse amoralische, vor Sex berstender Femme Fatale sind ein grandioses wie düsteres Erlebnis. In den besten Momenten fühlt man sich bei diesem immer weiter außer Kontrolle geratenden Paar, abgestoßen und verbunden zugleich: Der smart-schmierige Gigolo Ray Martinez Fernandez) verdingt sich als Betrüger und Heiratsschwindler. Per Kontaktanzeige lernt er Kriegswitwen kennen, um sie wie eine weihnachtsganz auszunehmen. Das funktiiert so lange, bis er eines Tages auf Martha Beck (Selma Hayek) trifft, die ihm an Skrupellosigkeit noch überlegen ist. Von nun an machen sie gemeinsame Sache, geben sich als Geschwisterpaar aus und arbeiten sich entlang der amerikanischen Ostküste durch die Ersparnisse nach Liebe suchender einsamer Herzen. Der Selbstmord eines der Opfer bringt schließlich die Polizisten Robinson (John Travolta) und Charles Hildebrandt (James Gandolfini) auf die blutige Spur des Paares. Gegen den Willen seiner Kollegen, die den Fall möglichst schnell zu den Akten legen wollen, verbeißt sich Robinson in den Ermittlungen und wird schließlich mit dem größten Erfolg seiner Karriere belohnt. Im Gerichtssaal gestanden die beiden zwölf der Morde und plädierten auf Unzurechnungsfähigkeit aufgrund von Wahnsinn. Die Geschworenen verurteilten sie am 22. August 1949 unbeeindruckt zum Tode auf dem elektrischen Stuhl. Am 8. März 1951 wurden das Duo In-fernal im New Yorker Gefängnis Sing Sing hingerichtet. Regisseur Todd Robinson ist der Enkel des von John Travolta gemimten Ermittlers Elmer C. Robinson.

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Zodiac – Analytisches Krimi-Drama um den nie gefassten Serien-Killer


zodiac.thumbnail Zodiac   Analytisches Krimi Drama um den nie gefassten Serien Killer

Das Ungeheuer von San Francisco: Nichts ist bestialischer als die Wirklichkeit: Dieser intensive Thriller basiert auf der wahren Geschichte des Serien-Killers „Zodiac“, der im Großraum San Francisco FBI und Presse mit seinen geheimen Chiffren und drohenden Briefen in Atem hielt. Ein guter, besonders biographischer Grund für „Fight-Club“-Regisseur David Fincher („Seven“) den „Zodiac“-Killer auf außerge-wöhnlich präzise und detailgetreue Weise zu portraitieren: Vier Männer jagen den nie geschnappten Mörder und gehen dabei selbst zugrunde. Die zahllosen Hinweise und Drohungen vom Killer, die zermürbend-erfolglose Jagd verändert das Leben aller Beteiligten nachhaltig.

Kein Zweifel: Der unter dem Namen „Zodiac“ („Visier“) zu tragischer Berühmtheit gelangte Mörder gilt nach „Jack The Ripper“ als einer der gefährlichsten nie gefassten Serienkiller aller Zeiten: Zwischen 1968 und 1974 tötete der maskierte Soziopath in und um San Francisco offiziell sechs, möglicherweise jedoch 37 Menschen, um danach stets Behörden und Medien mit kryptischen Briefen und Telefonaten weiter in Panik zu versetzen. Vier Männer sind von der Jagd auf den Jäger und wie besessen: Denn die zahllosen Hinweise, die er wie ein diabolischer Pokerprofi ausspielt, blufft immer wieder seine Jäger.

Der schüchterne Zeitungskarikaturist Graysmith (Jake Gyllenhaal) hat dabei nicht die raffinierte Erfahrung seines routinierten und zynischen Kollegen Paul Avery (Robert Downey Jr.), der beim „San Francisco Chronicle“ als Starreporter über Verbrechen berichtete. Er hatte auch nicht Averys Beziehungen zur örtlichen Polizei und zum anerkannten wie emsigen Inspektor Dave Toschi (Mark Ruffalo) vom Morddezernat oder zu dessen genialen Partner Inspektor William Armstrong (Anthony Edwards).

Nie nannte der „Zodiac“ seine Opfer beim Namen, listete aber allzu gerne präzise Details auf, die nur den Ermittlern bekannt sein konnten. Jede Zeitung erhielt einen Teil einer Chiffre, die – wenn endlich dekodiert – angeblich seine Identität preisgeben sollte. Dann folgte eine Drohung: „Veröffentlicht den Brief, oder es werden noch mehr Menschen sterben!“. Seit „Jack the Ripper“ hatte sich niemand mehr an die Presse gewandt und sie mit Hinweisen auf seine Identität verspottet. Mit „Zodiac“ erreichte diese traurige Ära in den USA eine völlig neue und pervertierte Dimension.

Weitere Briefe tauchten auf – mit weiteren Drohungen. Am 27. September 1969 schlug „Zodiac“ wieder zu, getarnt mit einer Kapuze, bewaffnet mit Pistole und Messer. Damit erstach er Cecilia Ann Shepard, während ihr Freund Bryan Hartnell nur knapp als einziger überhaupt dem Tod entrann: Das Pärchen hatte am Lake Berryessa in Napa County gepicknickt. Einen Monat später, am 11. Oktober, kam der Killer nach San Francisco. Taxifahrer Paul Lee Stine wurde mit einem Schuß in den Kopf hingerichtet. Drei Tage später wurde ein fünfter Brief zugestellt, der unheilvollste von allen: „Zodiac“ verkündete süffisant, daß die Polizei ihn in jener Nacht hätte stellen können. Was noch katastrophaler anmutete: Er hätte Schulkinder im Visier gehabt, die er abknallen wolle, wenn sie aus dem Schulbus stiegen. Eine fürchterliche Panik in San Francisco war die Folge.

Am 24. April 1978 meldete er sich ein letztes Mal mit einem verhöhnenden Brief, in dem er fragte, wer denn nun einen „Film über ihn drehen“ wolle. Die besessene Arbeit mit diesen fatalen Geschehnissen hinterließ sowohl beim Inspektor als auch bei Avery, der drogensüchtig wurde, und Graysmiths Ehe zerbrach durch die jahrelange Belastung.

Besonders beeindruckend ist, mit welcher Präzision Fincher sein Täterprofil über 160 Minuten anlegte: Das Film-Design, angefangen von den Pkws, über Kleidung und Wohnungseinrichtungen, bis hin zur Zigarettenmarke wurde alles authentisch inszeniert. Fincher selbst war als Kind von dieser dunklen Kriminal-Historie in den Medien wohl derart manipuliert, dass er derart genau und sachlich inszenierte. Dabei fokussiert er die Charaktere, bebildert verhältnismäßig knapp die Greueltaten selbst; so daß nie voyeuristisches Staunen aufkommen kann. Dagegen nimmt sich sein Kult-Thriller „Seven“ wie ein furioses Action-Spektakel aus.

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Black Book

Packender NS-Thriller um den holländischen Widerstand:
In den Niederlanden sogleich ein großes Ärgernis: Paul Verhoeven (“Basic Instinct”) hat mit “Black Book” seinen ersten Film in der niederländischen Heimat gedreht, seit er 1987 dem Ruf nach Hollywood erlegen war. Dabei inszenierte er die Kriegsgeschichte zuschauerfreundlich in Form eines packenden Kriegs-Tkrimi. Die auf realen Ereignissen fußenden Ereignisse konzentrierte Verhoe-ven zum spannenden Widerstandsporträt, bei dem das Publikum keinen Lehrfilm über die Nazizeit in Holland, sondern eine drama-tische Story um Einzelschicksale serviert bekommt, obendrein das knallharte europäische Comeback des „Robocop“-Regisseurs:

Der 69jährige Routinier Paul Verhoeven knüpft mit seiner jüngsten Arbeit an den Film „Soldier Of Orange“ an, den er 1978 inszenierte, in Deutsch-land unter dem reißerischen Titel „Soldiers“ in den Video-Hades abstieg. Dessen Handlung spielt auch im Zweiten Weltkrieg und offenbarte das grundlegende Material für „Black Book“. Vor einem Vierteljahrhundert verabschiedete sich die Regie-Ikone mit „Der vierte Mann (1983) nach Hollywood, drehte dort erfolgreiche Blockbuster wie „Total Recall – Die totale Erinnerung“ (1990), „Basic Instinct“ (1992) und 2000 „Hollow Man Doch dauerte es über 20 Jahre, bis dem eigenwilligen Spannungs-Schöpfer anscheinend klar wurde, dass er nun um Science-Fiction und Blockbuster-Action einen sehr weiten Bogen drehen musste. Aber unspektakulär heißt nicht unspannend:

Was wie zurzeit boomende Movies über Kriege anmutet, funktioniert als spannende Erlebnisschilderung über 140 Minuten. Keine dunklen Untergänge, eher dynamische Ungeheuerlichkeiten bringt der unermüdliche Filmemacher zu Tage:

Als das Dritte Reich bereits seinem Niedergang zustrebt, geht es für die jüdische Sängerin Rachel Stein (Carice van Houten) in den besetzten Niederlanden um Leben und Tod. Immer in Gefahr, entdeckt zu werden, schlägt sich die attraktive Frau auf die Seite der Widerstandskämpfer. Als Ellis de Vries bandelt sie mit dem deutschen Offizier Müntze (Sebastian Koch) an, um ihre inhaftierten Mitstreiter vor dem Todesurteil zu bewahren.

Von ihr angetan, bietet er ihr eine Stelle als Schreibkraft an. Inzwischen entwickelt die Widerstandsgruppe den Plan, mit Ellis’ Hilfe die Gefangenen zu befreien. Der Plan fliegt jedoch flugs auf und scheitert jämmerlich. Sowohl die Widerstandsgruppe, als auch die Deutschen schieben sich die Schuld zu. So muß Rachel abermals abtauchen. Mit dem sensiblen und „weichen“ Briefmarkensammler Müntze wartet sie das Kriegsende ab. Doch die Befreiung bringt Ellis letztlich keine Freiheit. Es gibt auch keine Gewinner, nur Verlierer, und jeder ist irgendwie nicht schuldlos:

Verhoeven stellt diese leidlichen Dinge knallhart auf den Kopf. Die Widerständler mit ihren egoistischen und auch nicht judenfreundlichen Absichten sind in ihren Handlungsmustern keinen Deut besser als eben die Nazis, die sich wie Müntze einige humane und rationale Aktionen leisten, die eher die „Guten“ charakterisieren würden. Viele Kämpfer sind beileibe nicht das, was sie zu sein vortäuschen. Und als der Krieg endlich vorbei ist, marodieren sie ähnlich wie ihre einstigen Widersacher: Macht korrumpiert eben.

Diese fatale Historie Ereignisse als spannenden Thriller zu komprimieren, gelingt Verhoeven außerordentlich gut, indem er niemandes Würde nimmt. Vielmehr gewinnen die Figuren aller Parteien an Glaubwürdigkeit, weil diese Widerstands-Ballade auf eine simple comiceske Aufteilung von Gut und Böse weitgehend verzichtet.

Mit einem Budget von rund 16 Millionen Euro ist „BLack Book“ der bislang teuerste holländische Film, und auch einer der kostspieligsten deutschen. Dafür drängten aber mehr als eine Million Zuschauer an die Kinokassen. Übrigens: Das titelnde „Schwarze Buch“ existierte real und war im Besitz eines Anwaltes Den Haag, der während des Krieges zwischen Deutschen und Holländern vermittelte. Der Black-Book-Besitzer aber wurde nach dem Krieg gemeuchelt, der Mord niemals aufgeklärt und die ominöse und gebundene Listen-Ansammlung auch niemals gefunden….

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