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DigitalVD.de – Kino, Filme und Fakten

In Zukunft möchten wir Euch über Kino und alles, was damit zu tun hat, informieren. Die Zelluloid-Palette reicht vom Blockbuster über das Mainstream-Movie bis hin zur Arthaus-Produktion, jene kleinen Programmkino-Perlen, die allzu oft im filmischen Haifischbecken baden gehen müssen. Aber nicht nur das; wir versuchen Euch Tipps über Trends, über Stars und Sternchen zu geben und weisen auch auf Festivals, Events und ähnliche Ereignisse hin.

Film ist in seiner kleinen "Definition" einsehbar, aber doch unendlich gross in seiner Wirkung und Vielfalt. Keine Frage, über Kritik und Anregungen sind wir Euch natürlich mehr als dankbar.



Archiv Kategorie 'Mainstream'

Drei Jahrzehnte Mafia – Sie sind Gangster, Verbrecher; doch sind ein Mythos!

Sie sind Gangster, Verbrecher und sie haben keinerlei moralische Wertvorstellung; doch sind ein Mythos!

Die Mitglieder der Mafia.

Kaum eine Thematik ist so ausgewelzt worden wie diese. Es gab viele Filme; großartige Filme, schlechte Filme, solche die man liebt oder schnell wieder vergisst. Doch was man diesen Mythos so interessant?
Die traditionsreichste und ursprünglichste Mafia ist wohl die sizilianische Mafia. 1984 sagte der Mafioso Tommaso Buscetta als Kronzeuge aus und erzählte der Justiz eine Menge über die üblen Machenschaften aber auch über die Strukturen der Mafia.
An oberster Stelle steht ein Familienoberhaupt, der die Fäden zieht und seine schützende Hand über der Familie hat. Überhaupt steht die Familie, der Clan im Mittelpunkt. Wird man Mitglied dieser Familie, kann man auf dessen Unterstützung bauen, verlässt man sie, ist man ein toter Mann.

So einfach ist das !!

Viele große Familien kämpfen um die Vorherrschaft in einer Stadt oder in einem Land und verdienen ihr Geld mit Drogen oder Waffenhandel und mit Geldwäscherei. Doch auch gesellschaftlich hatte die Mafia eine große Aufgabe. Die großen Familien waren ein guter Arbeitgeber und wenn man in Not war, konnte man Zuflucht bei der Familie finden. Raus kam man nicht mehr und man war dem Oberhaupt einen Gefallen schuldig. Es gibt eine Menge zu erzählen über die Mafia…

Das dachten sich auch einige namhafte Produzenten aus der Traumfabrik Hollywoods und so entstanden im Laufe der Zeit, weit weg von allen Trends der Jahre, einige großartige Filme über die Mafia und ihre Leute. Es gab den „Paten“ von Francis Ford Coppola, dem ich mich in einer weiteren Kolumne gewidmet habe, es gab „Good Fellas“, es gab „Casino“ und es gab „Donnie Brasco“, meiner Meinung nach die besten Filme des Genres.

Doch immer noch bleibt die zentrale Frage, was den Mythos so interessant macht. Die Mafia tut verbotene Dinge. Verbotene Dinge sind interessant. Der Don hat Macht. Macht ist interessant, die meisten Menschen streben danach. Die Familien sind reich, tragen die besten Anzüge und fahren die teuersten Limousinen. Wer möchte nicht die tollste Limousine fahren und nur den besten Cashmir-Zwirn tragen. Einige Aspekte, die meiner Meinung nach viele Menschen begeistern. Das alles erreichen die wenigsten und wir interessieren uns immer dafür, was wir nicht erreichen können oder nicht haben. So sind die Menschen nu einmal. Ich natürlich auch…glaube ich…

Dann gibt es noch einige Menschen, die sind dafür geboren Oberhäupte der Mafia zu sein, sind aber zur falschen Zeit am falschen Ort aufgewachsen.
Zu diesem Personenkreis zähle ich Robert De Niro oder Al Pacino. Wären diese beiden Männer zu einer gewissen Zeit in Sizilien aufgewachsen, dann…
Entschuldigung meine Herren, aber so ist das Leben…

Aber auch ein Andy Garcia oder Joe Pesci hat sizilianisches Blut in den Adern. Sie alle sind große Leinwandhelden und spielen ihre Rollen perfekt; sie verdeutlichen die Regeln in der Familie: „Einmal Familie, immer Familie“ – Wer das nicht glaubt, der schaue bitte „Good Fellas“. Dort zeigen Robert De Niro und Joe Pesci, dass man so einfach nicht mehr aus der Familie herauskommt. Das sich die Familie kümmert und der Don gern einmal eine Vaterrolle übernimmt, zeigt Al Pacino ganz deutlich in „Donnie Brasco“ . Auf geradezu poetischer Art und Weise wird hier von Freundschaft, Verrat und der Faszination von Verbrechen erzählt. Ach…ein Hauptgeschäft der Mafia habe ich glaube ich im obigen Absatz vergessen: Das Glücksspiel !

Man möchte mehr darüber erfahren? Kein Problem, De Niro und Pesci sind zur Stelle und zeigen ihr Können erneut als tolles Duo in „Casino“. Wie wird man vom Landei aus der Provinz zum Besitzer eines Casinos? Die Anleitung dazu findet man mit einigen Nebenwirkungen in „Casino“ Hat man all diese Filme gesehen, dann ist man weise. Alle Antworten auf die Fragen dieser Welt findet man in der Familie, dass wissen wir seit der filmischen Geburt von Vito Corleone.

Aber es sind doch alles nur Filme…oder etwa nicht ? (Christian Schmidtchen)

bearbeitet von Patrick FiekersPermalinkKommentare (1)Kommentar schreiben »

Die weisse Massai


Die weisse Massai Cover

Erzählerisches Event-Kino statt ernüchternden Ethno-Film präsentiert Hermine Huntgeburth mit der Verfilmung des Bestsellers „Die weisse Massai“ der Erfolgsautorin Corinne Hoffmann. Die spannende und melodramatische Liebes-Affäre einer weißen Urlauberin aus der Schweiz mit einem jungen Kenianer sind Stoffe, aus denen romantische Frauenromane und erfolgreiche Kino-Adaptionen werden.

Am Anfang war das Feuer von Lust und Leidenschaft: Am Ende ihrer gemeinsamen Ferien in Kenia lernt Carola (Nina Hoss) den Samburu-Krieger Lemalian (Jacky Ido) kennen. Hals über Kopf verschießt sie sich in den hoch gewachsenen stattlichen Mann in seiner traditionellen Stammes-Kleidung. Und das so konsequent, dass sie gleich den Rückflug storniert und ihren Freund Stefan (Janek Rieke) allein in die Heimat entlässt. So bleibt sie allein in der Fremde, um nach dem Fremden zu suchen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die schwarzafrikanische Wildnis trifft sie die Deutsche Elisabeth (Katja Flint), die ihr hilft, Lemalian zu finden. Sie folgt ihm in sein Dorf Barsaloi und beschließt, ihrem alten Leben in der Schweiz endgültig den Rücken zu kehren.
Trotz allen Widerständen zum Trotz, baut sie sich in kargen Verhältnissen eine neue Existenz auf. Doch was als Liebe des Lebens, als Himmel auf Erden beginnt, erwächst immer mehr zur Carolas unerträglichen Last des Seins…
„Dies ist der Bericht über meine im kenianischen Busch verbrachten vier Jahre. Ich folgte damals der großen Liebe meines Lebens und erfuhr Himmel und Hölle. Es wurde mein größter Überlebenskampf!“, konstatiert Buchautorin Corinne Hofmann, deren Roman ein Jahr die Bestsellerlisten anführte und mittlerweile in 16 Sprachen übersetzt wurde.

Und diesen Überlebenskampf hat sich Regisseurin Huntgeburth mit filmischer Präzision angenommen. Mit einem 7-Millionen-Euro Budget wurde 46 Tage lang von Ende September bis Anfang Dezember 2004 an Originalschauplätzen in Kenia gedreht. Und neben der charismatischen Nina Hoss, die vor allem in minimalistischen Filmdramen von Christian Petzold glänzt, konnte der schöne Franzose mit afrikanischen Wurzeln, Jacky Ido, für die Titelrolle gewonnen werden.

Gleichwohl erscheint der cinéastische Trip in die Wirren der Wildnis-Liebe bisweilen versatzstückartig wie die Produkt- und Dekor-Ausstellung einer afrikanischen Versand-Boutique. Die zieht zwar den Betrachter mit ihren mystischen Figuren und glänzenden Ketten, aber auch mit magisch-horriblen Spektakeln (wie beispielsweise Beschneidungs -und Schlachtungsrituale im Dorf)in den Bann; doch das eigentlich intensive Spannungs-Verhältnis, die Kollision der beiden Kulturen, kommt filmisch dadurch nicht so recht zum Zuge.

bearbeitet von Jean LüdekePermalinkKommentare (0)Kommentar schreiben »

Hallam Foe

Eine skurrile Synthese aus „Das Fenster zum Hof“, „Trainspotting“ und „Hamlet“: Nach seinen eher bleiernen Dramen „Young Adam“ und „Stellas Versuchung“ illuminiert Filmemacher David Mackenzie mit seinem frisch-fröhlichen Komödien-Coup die schimärische Story eines sympathischen Antihelden. Der bevorzugt ein Dachskostüm, verschönert sich mit Lippen-stift, favorisiert sein Baumhaus und pflegt seine Neurosen. Wenn er nicht gerade Türschlösser knackt, trägt er die gerne die Kleider seiner Mutter; die ist aber längst tot. Ein Perverser? Nein, nur seines Zeichens gebriefter Voyeur und Stalker-Aspirant auf Freiersfüßen:

Der 17jährige Hallam Foe (Jamie Bell) verbringt viel Zeit damit, aus seiner Baumhütte heimlich durchs Fernglas zu spicken. Außerdem sucht er nach Spuren, die seine Mordthesen an der geliebten, ertrunkenen Mutter erhärten. In Verdacht steht die smarte Stiefmutter Verity (Claire Forlani), eine ehemalige Arbeitskollegin und jetzige Geliebte seines Vaters Julius (Ciarán Hinds). Nach einem nackten „Zwischenfall“ mit ihr kanalisiert sich Hallams Emotions-Desaster in eine Art explorerische Jugend-forscht-Energie: Der verhinderte Don Juan setzt sich nach Edinburgh ab, wo er in einem Hotel auf die Managerin Kate (Sophia Myles) trifft. Klar, folgt Peeping-Hallam der Ahnungslosen auf jeden Schritt…

Das Schwierige: Thematisch neu erfunden ist die frivole Coming of Age Story nicht, aber Mackenzie schafft die Gratwanderung zwischen Brit-Pop-Burleske und melancholischem Drama. Das Schöne: Voyeure haben beim Meistervoyeur Hallam keine Chance, denn Peinliches spucken die Bilder nie aus. Und wenn, wäre Hallam einer jener Sorte, die beim ertappten Onanieren unter der Dusche glaubhaft versichern, „man“ könne sich doch so schnell waschen wie man selbst wolle…

bearbeitet von Jean LüdekePermalinkKommentare (0)Kommentar schreiben »

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