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The Fall

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The Fall

The FallIn den 1910er Jahren begegnen sich in einem Krankenhaus die 5jährige Alexandria und Stuntman Roy, der Selbstmord begehen will. Der junge Mann erzählt dem kleinen Mädchen Geschichten aus fernen Ländern, die sich immer wieder mit dem Alltag im Krankenhaus vermischen. Fantasievoller Augenschmaus.

Selten kommt es heutzutage noch vor, dass das Medium Film in all seiner Fantastik, seiner visuellen Allmacht und seiner ganzen epischen Dimension genutzt wird. Dass der indische Werbe- und Spielfilmregisseur Tarsem Singh („The Cell“) sämtliche Vorzüge wieder ausdrucksstark zum Einsatz bringt, mag teilweise auch durch seine Handlung begründet zu sein. Diese spielt nämlich in den fantastischen 1910er Jahren, als das Kino zu seiner ersten Blütezeit kam und man für die Leinwand die ungewöhnlichsten Einfälle, die waghalsigsten Stunts und abenteuerlichsten Geschichten ersonn. Einige dieser stummen Vorbilder gibt es schließlich auch in „The Fall“ zu bestaunen, der darüber hinaus auch die ganze Opulenz seiner weltweiten Locations und die atemberaubende visuelle Kraft eines begnadeten optischen Konzepts für sich zu nutzen versteht.

Am ehesten mit den sperrigen, verspielten und detailreichen Kinoträumen eines Terry Gilliam vergleichbar, macht „The Fall“ das Geschichtenerzählen sowohl innerhalb seiner filmischen Handlung als auch auf der Metaebene seines Daseins als Film zum Thema. Der liebeskranke Selbstmordkandidat Roy entführt das süße 5jährige Mädchen mit dem gebrochenen Arm, Alexandria, in überbordende Welten voller furchtloser Helden, fieser Schurken und kolossaler Bauten – und mit ihr das Kinopublikum, das angesichts der geschilderten Erlebnisse selbst wieder zum Kind werden und mitfiebern darf. Die Übergänge zwischen dem Erzähltem und der Geschichte im Krankenhaus werden mit der Zeit immer fließender, Figuren beginnen, sich zu überschneiden, in beiden Handlungsebenen in Erscheinung zu treten und sich wechselseitig zu beeinflussen. Neben der klassischen Rachegeschichte um eine verlorene Liebe, Ehrverlust und einen gnadenlosen Tyrannen liegt die größte Kraft des Erzählten in seiner visuellen Umsetzung. Tarsem Singh hat über vier Jahre mit Dreharbeiten an den exotischsten Schauplätzen verbracht, über Bali, China, Spanien, Italien und Prag bis nach Fiji. Mit einer unglaublich flexiblen Kamera, die über die Monumente fliegt und die Darsteller an den ungewöhnlichsten Orten einfängt, die zudem fließend, wie im Traum, ineinander übergehen, hat Singh seinem Film einen einzigartigen Look verpasst. Für ein erwachsenes Publikum, das seine kindliche Fantasie noch nicht verloren hat und sich in einem berauschenden Kinomärchen verlieren kann, ist „The Fall“ einer der empfehlenswertesten Filme seit Jahren. (5/6)

IND/GB/USA 2006. Regie und Buch: Tarsem Singh. Buch: Dan Gilroy, Nico Soultanakis. Musik: Krishna Levy. Kamera: Colin Watkinson. Schnitt: Robert Duffy. Produktion: Absolute Entertainment, Deep Films, Googly Films, Kas Movie Maker, M.I.A. Features, Radical Media, Tree Top Films. Mit: Lee Pace, Catince Untaru, Justine Waddell, Kim Uylenbroek, Marcus Wesley, Leo Bill, Jeetu Verma. Capelight. 117 Min. Ab 12.03.2009 im Kino.

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