Babylon A.D – Action pur
It’s Burning Time, und die Bilder rocken im wahrsten Sinne des Wortes. Allein schon die ersten 15 Minuten ist das Eintrittsgeld wert: Vin Diesel wütet zu metallischem Poprock. Der neuzeitliche Action-Heroe findet nach friedlicheren Filmchen wie „Der Babynator“ zu alter Haudrauf-Höchstform zurück, um mit seiner anschaulichen Abbruchbirnen-Manier die russische Mafia zu massakrieren. In nicht allzu ferner Zukunft erhält Toorop (Vin Diesel) , ein desillusionierter und sarkastischer Söldner, von der osteuropäischen Mafia den Spezialauftrag, eine geheimnisvolle Kindfrau (Mélanie Thierry) namens Aurora aus den Weiten Russlands sicher nach New York zu „überführen“ und sie dort einem religiösen Konzern zu überstellen. Doch was zunächst nach einer Kaffefahrt klingt, entpuppt sich als lebensgefährlicher Höllentrip. Mathieu Kassovitz’ (Hass – La Haine Hass – La Haine, Die purpurnen Flüsse, Gothika Gothika, 2003) ist ein Merlin der düsteren Filmatmosphäre der hier rasant und packend den 600seitigen französischen Science-Fiction-Roman „Babylon Babies“ von Maurice G. Dante in turbulente Düsternis taucht.
Ein zweistündiges Filmspektakel, das lange im Gehirn brennen bleibt. Einen mehr als bleibenden Eindruck liefert das französische Urvieh und Charaktermonster Gérard Depardieu selbstironischen, schmierigen Bandenboss mit dem 1-kilo-Goldkettchen und Luxusdirnen im kommod eingerichteten Panzerfahrzeug. Ein richtiger „Star“, der sich auf seine Alten Filmtage nicht dem Jugendwahn mit plastischer Chirurgie und getönter Halbglatze hingibt, sondern so verkörpert, wie er ist, älter und fülliger, in einer Abart von weißem Jogging-Anzug. Es bedarf auch keiner großen Erwähnung, dass die sichtlich gealterte britin Charlotte Rampling eine bitterböse und eiskalte Figur als Vorzeige-Despotin ihrer „Kirche“ unweigerlich die Gier nach noch mehr hervorruft.
So auch Kraftzwerg Vin Diesel: Ihm gelang Vin Diesel mit seiner Darstellung des charismatischen Schwerverbrechers Richard B. Riddick in David Twohys B-Movie-Perle Pitch Black Pitch Black – Planet der Finsternis,, 2000, The Fast And The Furious, 2001sowie xXx – Triple X xXx Action, USA 2002 der Durchbruch. Diese Brachial-Actioner bescherten ihm gigantische Gagen und machten den Tribe-Tätowierten nicht nur zum Vorbild aller Türsteher dieser Welt. Conan und Co sind nämlich schon längst out.
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