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Kommissar X – Die letzten drei Filme

Kommissar X letzte drei Filme 150x117 Kommissar X – Die letzten drei FilmeAm 24. Januar 2013 war es nun endlich soweit! Anolis Entertainment veröffentlichte die drei noch fehlenden „Kommissar X“-Filme für ihre insgesamt aus sieben DVDs bestehende „Kommissar X“-Box. Da die Veröffentlichungsreihenfolge ein wenig durcheinander gewürfelt war, erschienen nun Anfang des Jahres der zweite („Drei gelbe Katzen“), der dritte („In den Klauen des Goldenen Drachen“) und der sechste Film („Drei goldene Schlangen“) der erfolgreichen Euro-Spy-Serie aus den 60er Jahren. In den Hauptrollen glänzte auch hier das eingespielte Team aus dem Titel gebenden Kommissar X alias Jo Louis Walker (Tony Kendall), einem beinharten Burschen, dem die Frauen dieser Welt zu Füßen liegen, und seinem Kumpel und Widersacher Captain Tom Rowland (Brad Harris) von der New Yorker Mordkommission. Der Zufall will es von Film zu Film aufs Neue, dass die beiden Männer stets zu Einsätzen an denselben exotischen Schauplätzen aufeinander treffen und sie sich trotz unterschiedlicher Aufträge am Ende gemeinsam gegen die Schurken stellen können.

In den „Drei gelben Katzen“ verschlägt es das Duo nach Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, wo sie unter der Regie des österreichischen Tausendsassas Rudolf Zehetgruber (am nachhaltigsten in Erinnerung aufgrund seiner Dudu-Filme um einen gelben VW-Käfer mit Herz und den unglaublichsten technischen Extras) gegen die harte Schule der Karate-Kämpfer (in Gestalt des Bodybuilders und Stuntman Dan Vadis) und die Nitroglycerin-Attacken eines weiteren perfiden Schurken (Siegfried Rauch, bis vor kurzem „Traumschiff“-Kapitän) bestehen müssen. „In den Klauen des goldenen Drachen“ ist in Singapur angesiedelt, wo Walker und Rowland den Atomwissenschaftler Akron (Ernst Fritz Fürbringer) beschützen sollen. Ein feindliches Syndikat hat es auf seine Forschungen abgesehen und schreckt natürlich auch vor Morden nicht zurück. Für die Regie zeichnete hier abermals Gianfranco Parolini (unter seinem Pseudonym Frank Kramer) verantwortlich, der die Serie im Jahr zuvor aus der Taufe gehoben hatte. Mit Roberto Mauri übernahm schließlich für Teil sechs, „Drei goldene Schlangen“, ein dritter Regisseur die Spielleitung. Auch hier sind es wieder asiatische Locations, wenn Kommissar X und sein Kumpan in Bangkok auf Verbrecherjagd gehen. Phyllis Leighton (Hansi Linder) ist entführt worden und ihre Mutter (Loni Heuser) beauftragt die beiden, ihre Tochter aus den Händen der Organisation zu retten.

Die Filme zwei und drei gehören ohne Frage zu den spannendsten, originellsten und aufwändigsten der Reihe, die man auch heute noch mit viel Spaß genießen kann. Die exotischen Settings wurden von den erfahrenen Regisseuren in all ihrer Farbenpracht und Andersartigkeit eingefangen. Die überzeugenden Stunteinlagen, die größtenteils von Brad Harris erarbeitet und auch selbst durchgeführt worden waren, lassen einem selbst heute noch den Atem stocken. Auch in Sachen Pyrotechnik setzen die beiden Werke Standards, wenn große Explosionen für Aufsehen sorgen und die B-Serie näher an die Original-James-Bond-Filme heranrücken lässt als alle anderen Trittbrettfahrerfilme jener Zeit. „Drei goldene Schlangen“ hingegen ist eher mäßig geraten, da hier zu sehr auf Blödelklamauk gesetzt (Loni Heuser geht einem ganz schön auf die Nerven) und sicherlich der Tiefpunkt der Reihe markiert wird.

Hinsichtlich der technischen Aufbereitung der drei Filme kann man eigentlich gar nicht genügend Superlative verwenden! Die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben, hier hat man absolute Spitzenqualität abgeliefert und die Krimis in einem Glanz, einer Schärfe und Farbenpracht erstrahlen lassen, wie man sie vermutlich seit den 60er Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Alle drei Filme liegen im Breitbildformat (zwei und drei in 2,35:1, Film sechs in 1,66:1) vor, und bei allen dreien kann man im Tonformat zwischen der deutschen Synchronfassung und der internationalen englischen Sprachfassung (jeweils in Dolby Digital 2.0 Mono) auswählen, deutsche Untertitel sind optional verfügbar. Jeder der jeweils auf 1.200 Exemplare limitierten DVDs liegt ein zwölfseitiges Booklet aus der Feder von Jörg M. Jedner (alias Jo Steinbeck) bei, das mit zahlreichen Fotos und interessanten Hintergrundinformationen zu den Filmen aufwartet.

Aber auch sonst hat man an Extras aufgeboten, was machbar war. Alle Filme enthalten Original-Kinotrailer, fokussiert abgefilmte Filmprogramme und Werberatschläge sowie animierte Fotogalerien. Bei „Drei gelbe Katzen“ hat Jo Steinbeck zusammen mit Captain-Rowland-Darsteller Brad Harris einen launigen Audiokommentar aufgesprochen, in dem der in die Jahre gekommene Actionheld seine Zeiten vor der Kamera amüsant und ein wenig melancholisch Revue passieren lässt. Zudem gibt es zu diesem Film auch eine österreichische Schnittfassung, die vier Minuten länger ist als alle bislang bekannten internationalen Versionen des Films, und für die man sich extra die Mühe gemacht hat, die bislang fehlenden (und leider stummen) Szenen aus dem Filmnegativ mit Synchronfetzen und Geräuschen aus anderen 60er-Jahre-Filmen aufzufüllen! Beim „Goldenen Drachen“ gibt es noch eine üppig gestaltete Filmografie zu Gianfranco Parolini und bei „Drei goldene Schlangen“ wartet man neben der als Bonus aufgespielten Super-8-Fassung des Films auch noch mit dem Special „Kiss Kiss, Kill Kill – Captain Rowland erzählt“ auf, einem 43minütigen Interview mit Brad Harris.

This entry was posted on Samstag, Februar 23rd, 2013 at 11:01 and is filled under: Action