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„Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ neu bei Lighthouse Home Entertainment auf DVD – Porträt über den Hirnforscher Eric Kandel

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„Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ neu bei Lighthouse Home Entertainment auf DVD – Porträt über den Hirnforscher Eric Kandel

Für viele anspruchsvolle DVD-Sammler endlich wieder verfügbar ist die hochinteressante Dokumentation „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ von 2008. Die Autorin und Regisseurin Petra Seeger stellt auf amüsante und unterhaltsame Art den österreichisch-amerikanischen Hirnforscher und Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel vor. An der Produktion waren der Kulturkanal arte, ORF und WDR beteiligt. Neben dem Bayerischen Filmpreis als bester Dokumentarfilm 2009 trägt diese Dokumentation auch das Gütesiegel „Prädikat besonders wertvoll“ der deutschen Film- und Medienbewertung. Als Extra zu dem 95-minütgen Hauptfilm gibt es ein zusätzliches Gespräch der Autorin mit Eric Kandel.

Der aus Österreich stammende Eric Kandel gilt als Star der Neurowissenschaften und bedeutendster Hirnforscher des 20. Jahrhunderts. Seit 50 Jahren widmet er sich der Erforschung des menschlichen Gehirns. Zwei Jahre lang begleitete Petra Seeger den agilen Mann durch seinen Alltag in New York und auf einer Reise zu seinen Wurzeln in Wien. Der Film sei für ihn wie eine Psychoanalyse seines Landsmannes Sigmund Freud, sagt Kandel. Der Film ist das sehr persönliche Porträt eines charismatischen und leidenschaftlichen Forschers, der eigene, leidvolle Erfahrungen in eine ungeheure positive Energie umgewandelt hat, um die Grundlagen menschlichen Handelns zu erforschen. Für Eric Kandel gibt es „nichts im Universum, das komplexer ist als das menschliche Gehirn.“ Sein Hauptaugenmerk gilt dem Gedächtnis. Er entdeckte, dass durch Veränderungen der Nervenzellen Erinnerungen möglich werden, und sorgte damit für eine sensationelle Erkenntnis, der Geist ist Materie. Der Film dokumentiert Kandels traumatische Kindheit in Wien während der Nazizeit, den spannenden Laboralltag des Wissenschaftlers an seinem Institut an der Columbia University in New York und führt ins Zentrum seiner Forschungen, wo unsere Erinnerungen im Gehirn gespeichert sind.

1929 in Wien geboren, musste Eric Kandel mit 9 Jahren nach Amerika auswandern. In New York studierte er Literatur, wurde später Psychoanalytiker und Mediziner. Seit 50 Jahren hat er sich auf die Hirnforschung spezialisiert. Sein Forschungsthema der Suche nach dem Gedächtnis hängt eng mit seinen traumatischen Kindheitserlebnissen in Wien während des Holocaust zusammen. Petra Seeger zeichnet die Spuren von Kandels Leben nach und besucht mit ihm die Orte seiner Kindheit. Dadurch werden Kandels Erinnerungen auf der Leinwand lebendig. Auch seine Forschung wird filmisch nachgezeichnet. So werden Grundlagen der Hirnforschung und der Suche nach dem Gedächtnis anschaulich dargestellt und die neuesten Erkenntnisse aus Kandels Labor zugänglich gemacht.

Regisseurin Petra Seeger verwebt kunstvoll Eric Kandels Suche nach den eigenen Wurzeln in Wien und New York mit liebevoll inszenierten Wissenschaftsfakten zu einem lebendigen Portrait, das den faszinierenden Zusammenhang zwischen Kandels Biografie und Forschung freilegt. So entsteht ein umfassendes Bild eines Genies, das mit seiner sympathischen Art und seinem mitreißenden Charme nicht nur seine Mitarbeiter und Freunde in den Bann zieht, sondern auch das Kino- und Fernsehpublikum, das diesen Film sieht. Wie er selbst hallt jedoch auch Petra Seegers Film in jeder Richtung nach und beleuchtet nicht nur die Wege der Psychologie und Neurowissenschaften im Laufe des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch das Wesen von Kunst und Wissenschaft, Geschichte und Erinnerung, Leben und Liebe, Inspiration und Errungenschaft. Eine unvergessliche Reise ist hier zu bestaunen. Kandel strahlt trotz seiner leidvollen Biografie Freude und Energie aus, die man als Appell verstehen kann, aktiv zu leben, zu denken, zu fragen und sich zu erinnern. Dabei sind seine Lebensfreude und sein Lachen fast ansteckend. Nicht zufällig bezeichnet die Regisseurin ihren Film als „antidepressiv“.

Wie Eric Kandel sein Publikum in den Bann ziehen kann, beweisen auch einige Aussagen des Films: „Wenn du diesen Saal verlässt und das hier angesehen hast, bist du nicht mehr derselbe, der du warst.“ So lässt er einem fast teilhaben an der Verwandlung des Geistes beim Lernen oder Erinnern. Wer über Kandels Forschungen mehr erfahren möchte als in diesem Porträt möglich ist, kann in seinen verständlich geschriebenen Büchern noch vieles zusätzlich lernen.

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