Che – Revolucion – Biopic
Steven Soderbergh pendelt bei seinen Stoffen ja gerne zwischen großen Mainstream-Blockbustern wie seiner überaus erfolgreichen „Ocean“-Trilogie und kleinen Arthouse-Werken, die nur selten eine hohe Zuschauerzahl anlocken, wie zuletzt „The Good German“. Die Verfilmung der Tagebücher von Kubas bekanntestem Revolutionär, Ernesto „Che“ Guevara, war dem einstigen Independent-Regisseur offensichtlich so wichtig, dass er ein Großprojekt daraus zimmerte, das es auf eine filmische Gesamtlänge von fast viereinhalb Stunden brachte. Die Kinoauswertung erfolgt deswegen in zwei Teilen, basierend auf dem „kubanischen“ und dem „bolivianischen“ Tagebuch Ches. In „Revolucion“ wird der erbitterte Kampf der kubanischen Bevölkerung gegen die Militärdiktatur Batistas nacherzählt. Bauern und andere einfache Leute begannen sich zusehends um die charismatischen Führer wie Che und Fidel Castro zu scharen, die systematisch den gewaltsamen Widerstand organisierten.
Wenngleich Che Guevara mit Benicio del Toro sehr glücklich besetzt ist, mag der Funken auf den Zuschauer in diesem ersten Film nie so richtig überspringen. Die Scharmützel im Dschungel, die einen Großteil der Spielzeit in Anspruch nehmen, sollen von Soderbergh zwar absichtlich verwirrend inszeniert sein. Dass er dabei aber nicht nur die Identifikation erschwert, sondern schlichtweg Langeweile heraufbeschwört, kann eigentlich nicht im Sinne des Filmemachers sein. Zwischengeschnitten zu den Ereignissen aus den Jahren 1957/58 sind Szenen vom US-Aufenthalt Ches im Jahr 1964, die in Schwarz-Weiß gedreht wurden. Hier kommt eine ungleich größere Dynamik auf, die sich in den Kuba-Szenen erst ganz am Ende einstellt, wenn die Revoluzzer die Stadt Santa Clara einnehmen. Das ist alles sehr schade, weil Ches Leben sicherlich deutlich mehr zu bieten hatte, als das endlose Debattieren, Zigarrepaffen und hinter Büschen verschanzen, wie diese filmische Rekapitulation einem glauben machen will. (3/6)
F/E/USA 2008 (Che Part One) Regie: Steven Soderbergh. Buch: Peter Buchman. Musik: Alberto Iglesias. Schnitt: Pablo Zumárraga. Kamera: Peter Andrews (d.i. Steven Soderbergh). Produktion: Estudios Picasso, Laura Bickford Productions, Morena Films, Section Eight, Telecinco, Wild Bunch. Mit: Benicio Del Toro, Julia Ormond, Rodrigo Santoro, Victor Rasuk, Elvira MÃnguez, Catalina Sandino Moreno, Unax Ugalde. 131 Min. Central ab 11.06.09.
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Che – Revolucion – Biopic wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »







Alex zu dem Thema:
Ich hatte mir den Trailer angeschaut, auf der Filmseite (che.centralfilm.de), der mich sehr angesprochen hat und Lust auf mehr gemacht hat. Ich werde mir den anschauen und bin daher gespannt auf die Umsetzung von Soderbergh.
Freitag, 22 Mai 2009 @ 10:41am