Der Generalmanager oder How to Sell a Tit Wonder
Für Busenwunder, Miss Germanys, Superstars und viele Möchtegern-Promis sind Talkshows die mediale Plattform der Selbstpräsentation und Sprungbrett für eine große Karriere. So auch für Martin Luigi Baldauf. Der, ein Unikum von Manager, sorgte für die große Popularität von Lolo Ferrari. Als Ferrari 2000 unerwartet starb, stand Baldauf plötzlich mit leeren Händen da. Also begab er sich auf die Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die beiden Filmemacher Steffen C. Jürgens und Rüdiger Heinze haben diese Suche begleitet, die sie unter anderem zu Raststätten-Castings und durch Talkshows mit skurrilen Brustvermessungsmethoden führt…
Eine „Unterschichten-Doku“ könnte man diese schräge Filmstory verächtlich nennen, da sich Regisseur Steffen Jürgens auf dieselben Stilmittel beschränkt wie die hohlbirnigen Reality-Formate der einschlägigen Sender, durch deren Mittags-Talkshows zuerst Lolo Ferrari und später auch ihre designierte Nachfolgerin tingelte. Hinterfragt wird hier rein gar nichts, für Ironie ist hier unfreiwillig gesorgt. Und anstatt die dämlichen Mechanismen des Business aufzudecken, wird einfach die Kamera auf Baldauf gerichtet. Ständig und direkt – mit nackter Freude am Voyeurismus des Scheiterns. Lolo Ferraris BH ist dann letztlich dann doch ein paar Buchstaben zu groß für Ashley Bond, das wird schnell ersichtlich.
Die französische Busenkönigin Lolo Ferrari starb, nur 32 Jahre alt, am 5.März 2000 in der südfranzösischen Parfümstadt Grasse. Sie war wegen ihrer üppigen Oberweite bekannt, die nach 22 Operationen einen Umfang von 130 Zentimetern hatte. Sie selbst hätte ihren Brustumfang trotz gesundheitlicher Risiken gerne noch auf 140 Zentimeter erweitern lassen. Auch so wog eine ihrer fußballgroßen Brüste bereits drei Kilo.
Lolo Ferrari, mit bürgerlichem Namen Eve Valois, hat in mehreren Filmen mitgewirkt, darunter auch einigen pornografischen Streifen. Sie betätigte sich aber auch als Unterhalterin und Sängerin in Revuetheatern und als Showgirl in Diskotheken. Eines ihrer Lieder hatte den Titel “Airbag Generation”. Lolo Ferrari, Tänzerin, Pornodarstellerin, Moderatorin, Schauspielerin und Sängerin brachte 1996 ihre Oberweite ins französische Guinness Buch der Rekorde und drei Jahre nach ihrem Tod einen weiteren Eintrag in der US-amerikanischen Ausgabe des Guinness Buches. Als Todesursache wurde zunächst Medikamentenmissbrauch angegeben, nach einer Obduktion, deren Ergebnis auf Ersticken oder Erdrosselung hindeutete, gingen die Ermittler von einem Verbrechen aus. Ihr Ehemann wurde fast 12 Monate nach Ferraris Tod verhaftet und dann wieder entlassen. Seine Anwälte gehen davon aus, dass Ferrari an dem Gewicht der Silikonimplantate erstickt ist. Die genaue Todesursache konnte jedoch nie ermittelt werden…
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