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Dokumentation auf DVD: I Am Divine

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Dokumentation auf DVD: I Am Divine

I Am Divine1988 eroberte die übergewichtige Teenagerin Tracy Turnblad zusammen mit ihrer ebenso fetten Mutter Edna die Herzen des internationalen Kinopublikums. Im Film „Hairspray“ ließ Enfant terrible John Waters seine Heimatstadt Baltimore aus den frühen 60er Jahren wieder auferstehen und landete seinen bis dato größten kommerziellen Erfolg. Aus dem Film wurde 2002 das gleichnamige Broadway-Musical, das sechs Jahre später auch seine deutschsprachige Erstaufführung erlebte, und 2007 wurde das Musical wiederum in einen Film adaptiert, bei dem John Travolta in die Rolle der fetten und pöbelnden Hausfrau schlüpfte. Diese Rolle hatte im 88er-Film noch die grandiose Divine (1945-1988) übernommen, die langjährige Muse von John Waters, die damit gleichermaßen den größten Erfolg ihrer Karriere landen konnte, diesen allerdings nur um wenige Tage überlebte. Der schwergewichtige Mann in Frauenkleidern, der mit bürgerlichem Namen Harris Glenn Milstead hieß, starb am 7. März 1988 mit 42 Jahren an einem schweren Herzinfarkt, der ihn am Abend vor dem ersten Drehtag für die Serie „Eine schrecklich nette Familie“ ereilte, für die er eine eigens hinzugeschriebene feste Rolle hätte übernehmen sollen.

Divines Leben auf der Überholspur bietet den Stoff für ein Dutzend Filme, deswegen erstaunt es umso mehr, dass es nach ihrem Tod 25 Jahre gedauert hat, bis sich mit Jeffrey Schwarz endlich mal ein Dokumentarfilmer dem Œuvre des schillernden Undergroundstars angenommen hat. Schwarz hat vor zwei Jahren bereits das ebenso kurze Leben des Schwulenaktivisten Vito Russo („The Celluloid Closet – Homosexuality in the Movies“) in einem sehenswerten Kinodokumentarfilm Revue passieren lassen und bleibt seinem akribischen und gleichermaßen unterhaltsamen Stil nun auch in „I Am Divine“ treu. Mit einer Fülle an Original-Interviewszenen mit Divine, dokumentarischen Aufzeichnungen seiner Bühnenshows, Ausschnitten aus einem knappen Dutzend Filmauftritten und einer illustren Riege aus Interviewpartnern hat Schwarz hier ein mitreißendes, kunterbuntes und sämtliche Gefühlsregungen bedienendes Porträt destilliert, das alten und neuen Fans des sympathischen Selbstdarstellers Einiges an Informationen bieten kann. Entdecker John Waters, Kollegen wie Mink Stole, Tab Hunter und Ricki Lake, Underground-Ikonen wie Holly Woodlawn, Helen Hanft und Bruce Vilanch und die 2009 verstorbene Mutter Divines, Frances Milstead, kommen hier zu Wort und zeichnen ein Bild des Komikers, das von Extremen bestimmt war. Danach wünscht man sich, es wären mehr Divine-Werke hierzulande auf DVD zugänglich, denn außer „Haispray“ und „Polyester“, den sicherlich mainstreamigsten Arbeiten Divines, harren diese nach wie vor einer Veröffentlichung.

Jeffrey Schwarz’ Dokumentation bietet bei der DVD-Erstveröffentlichung im Widescreen-Format 1,78:1 ein perfektes Bild, das in seiner Brillanz und Schärfe sogar manche BluRay-Veröffentlichung alt aussehen lässt! Besser hätte man den Film sicherlich nicht auf das Medium DVD bannen können! Auch der Ton (wahlweise auf Englisch in den Formaten Dolby Digital 5.1 oder 2.0, optional mit deutschen Untertiteln) ist toll geraten, wobei sich das Spektrum bei einer Dokumentation natürlich etwas in Grenzen hält. Als Extras gibt es einen Audiokommentar, den Regisseur Jeffrey Schwarz gemeinsam mit seiner Produzentin Lotti Pharriss Knowles und Interviewpartnerin und Divine-Freundin Mink Stole eingesprochen hat, sowie einige geschnittene Szenen (zusammen 29 Minuten) und den englischen und deutschen Trailer zum Film.

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