Klang der Seele – Dokumentation im Kino
Auch die größten Komponisten der Menschheitsgeschichte haben schon früh angefangen – Beethoven komponierte mit 14 sein erstes Klavierkonzert, Mozart war ein Kindergenie, dessen Talent schon im Alter von 6 Jahren für Gesprächsstoff sorgte. Marian Czura geht in unserer Zeit auf die Suche nach jungen Komponisten, denen vermutlich eine große Karriere bevorstehen könnte. Fündig wurde er in der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, in der Kinder- und Jugendkompositionsklasse von Cord Meijering. Der Komponist und Lehrer nimmt sich dort seit Jahren jungen Nachwuchstalenten an und feilt an deren Fähigkeiten, um diese zu perfektionieren und deren oftmals überbordende Energien zu bündeln.
In den ersten Filmminuten entsteht von Mentor Meijering zunächst ein eher zwiespältiges Bild, zu selbstgefällig und allwissend gibt er sich vor der Kamera des Dokumentarfilmers, der diesen Impetus auch noch weidlich ausschlachtet. Überhaupt ist Czuras Inszenierung teilweise sehr gewöhnungsbedürftig, wenn er zwischen „Sendung mit der Maus“-Didaktik und kitschigen Landschaftsbildern wechselt, und oftmals Nebensächlichkeiten zeigt, die für das Verständnis der Porträtierten nicht unbedingt dienlich sind. Hier hätte man sich mehr Hintergrundinformationen gewünscht, mehr Nachfragen und mehr Inhalt. Doch die vier Jugendlichen, die neben Cord Meijering im Zentrum des Films stehen, können diese Mankos weitgehend wieder ausbügeln. Man merkt ihnen trotz ihres jungen Alters durchweg die Begeisterung für das Komponieren an, auch wenn es ihnen fast durchweg schwierig zu fallen scheint, ihre Antriebskräfte in Worte zu packen. Ein gemeinsamer Nenner scheint hier am ehesten die Seele zu sein, die dem Film dann auch zu seinem Titel verhalf. Für musikbegeisterte Menschen kann „Klang der Seele“ als Inspirationsquelle dienen, als interessanter Einblick in das Formen von Künstlerpersönlichkeiten und als Dokument über begeisterungsfähigen Komponistennachwuchs. (3/6)
D 2008. Regie und Buch: Marian Czura. Mit: Cord Meijering, Jakobine Eisenach, Michelle Löffler, Roman Czura, Christoph Bornheimer, Karola Obermüller, Phillip Zedler. 94 Min. Film Kino Text ab 09.07.09.
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