33 Szenen aus dem Leben – Verlustängste
Es mag hart klingen, aber diesen Film kann man eigentlich nur Leuten empfehlen, denen man schon immer mal eins auswischen wollte. Denn wer sich diesen Film anschaut, wird nach anderthalb Stunden mit einem mulmigen Gefühl im Magen und in zutiefst depressiver Stimmung den Kinosaal verlassen. Zwar wurde Malgoska Szumowskas Film mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Spezialpreis der Jury in Locarno und mit gleich mehreren Preisen auf dem polnischen Filmfestival von Gdynia, man muss allerdings schon von recht morbider Grundstimmung sein, um hier nach dem Anschauen etwas mit auf den Weg zu nehmen.
Julia (Julia Jentsch) ist eine aufstrebende Künstlerin, der ihr Talent offensichtlich schon in die Wiege gelegt wurde. Denn ihre Mutter ist eine erfolgreiche Kriminalschriftstellerin, ihr Vater war zumindest in der Zeit des polnischen Kommunismus ein anerkannter Dokumentarfilmer. Auch Julias Mann Piotrek hat eine künstlerische Ader, er arbeitet als Komponist sogar im Ausland. Innerhalb kürzester Zeit muss Julia mit mehreren Schicksalsschlägen zurechtkommen, die mit dem Krebssiechtum ihrer Mutter einsetzen. Der Film schildert in lose aneinander gereihten Sequenzen den Alltag der jungen Frau, der zusehends aus den Fugen gerät und mehr und mehr von Verlustängsten dominiert wird. Vielleicht ist es in der Tatsache begründet, dass die Filmemacherin Malgoska Szumowska auf autobiografische Erlebnisse zurückgegriffen hat, als sie das Drehbuch schrieb, dass man als Außenstehender mit den Geschehnissen nicht so recht warm werden kann. Für keine der Figuren mag man so recht Sympathien empfinden, Vieles wirkt irrational und gefühlskalt, die gesamte Stimmung des Films ist oftmals künstlich und unecht. Immer mehr gerät Julia in einen Strudel aus Tristesse und Verzweiflung, der sich auch auf die Zuschauer niederschlägt. Selten musste man in seiner passiven Rolle als Filmkonsument dermaßen mitleiden, ohne dass sich ein emotionaler oder intellektueller Mehrwert daraus ergeben hätte. (3/6)
D/PL 2008 (33 sceny z zycia) Regie und Buch: Malgoska Szumowska. Musik: Pawel Mykietyn. Kamera: Michal Englert. Schnitt: Jacek Drosio. Produktion: Pandora Film, STI Studio Filmowe, Shot Szumowski. Mit: Julia Jentsch, Peter Gantzler, Maciej Stuhr, Malgorzata Hajweska, Andrzej Hudziak, Iza Kuna, Rafal Mackowiak. Real Fiction. 96 Min. Ab 13. November 2008 im Kino.
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