Bekenntnisse eines Öko Terroristen
Wo bitte geht’s zum nächsten gejagten Wal? Anrüchig, Anmaßend und auch selbstkritisch amüsant ist dieser Öko-Outlaw, Delfin-Django und wasserverliebter Weltenretter mit ruchloser Robin-Hood-Reputation. Peter Browns packende Dokumentation über den weltweit meistgesuchten Umweltschützer und Heroe der TV-Kultreihe „Whale Wars“, Peter Watson und seiner Sea Shepherd Society, beeindruckt vor allem durch seine unkonventionelle und authentische Art und Weise, seiner Visualisierung über eine Freibeuter- und Weltenretter-Meute, die seit nunmehr 30 Jahrzehnten mit allen Mitteln die Frevel an Natur und Tier der Weltmeere bekämpfen. Das maliziöse Unwort „Terrorist“ bekommt nicht nur eine konträre Perspektive, sondern der Zuschauer wird via persiflierendem Porträt von formidablen Fanatikern im Kino überflutet, das abseits der sonst so verbissenen Öko-Zunft von Selbstironie gesalzen wird.
Handelt es sich um martialische Meer- oder aquamarine Helden? Die Aktivisten der Umweltorganisation „Sea Shepherd“ nennen sich selbst „Modern Day Pirates“ und haben sich dem Kampf gegen japanische Walfänger verschrieben. Mit ihren Aktionen wollen die Tierschützer nicht nur auf das Abschlachten von Robben, Delphinen und Walen hinweisen, sondern diese Grausamkeiten generell verhindern. Ihr Gründer Paul Watson kämpft seit über 30 Jahren gegen die Tötung der Meeressäuger – und das mit allen Mitteln. Nur Gewalt gegen Menschen ist für ihn tabu. Die Methoden der Tierschützer sind ebenso umstritten wie das Argument der Walfang-Lobbyisten, die Tiere angeblich nur zu wissenschaftlichen Zwecken zu jagen. Heftige Zwischenfälle sind bei Konfrontationen der beiden Parteien im Südpolarmeer vorprogrammiert, doch Paul Watson und seine freiwilligen Helfer lassen sich nicht beirren. Die authentische Story der Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) und ihrer seit 30 Jahrzehnten langen Kampagnen, die letztlich zur Hitshow „Whale Wars“ geführt haben kommt packender als ein Krimi daher, weil nichts grausamer und spannender als Wahrheit und Wirklichkeit ist. Die virulente Odyssee des wohl bekanntesten Robin Hood der Weltmeere, nämlich Captain Paul Watson vermag deshalb immer wieder zu berühren. Nachdem er Greenpeace gegründet hatte, verselbständigte sich Watson aufgrund seiner kompromisslosen Ideologie, den Planeten vor Umweltverbrechern zu schützen und wegen seiner ungewöhnlichen Taktiken. Fernab von Bürokratie und Politik schmiedete Watson seine eigene Armada, die Sea Shepherd Conservation Society – eine Vereinigung, die sich kompromisslos dem Schutz der Meeresbewohner verschrieben hat und die geltenden Gesetze eigenmächtig bricht. Die TV-Serie Whale Wars führte zu den höchsten Einschaltquoten in der Geschichte des Senders Animal Planet, als die erste Staffel in den USA und Kanada im November und Dezember 2008 sieben Wochen hintereinander ausgestrahlt wurde. Sie wurde mit einem Genesis-Award belohnt. Keine Frage, solchen Terror lassen wir uns doch gerne gefallen.
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Bekenntnisse eines Öko Terroristen wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













