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Caótica Ana

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Caótica Ana

caotica ana 150x214 Caótica AnaDie talentierte junge Malerin Ana wird von der Mäzenin Justine nach Madrid geholt, wo sie künftig in einer Künstlerkommune lebt. Durch ihre Begegnung mit dem Maler Said, in den sie sich verliebt, erkennt Ana, dass in ihr die Seelen unzähliger verstorbener Frauen weiterleben. Esoterische Sinnsuche.

Wäre Julio Medem nicht einer der erfolgreichsten spanischen Filmregisseure geworden, könnte er heute sicherlich genauso gut als Psychotherapeut praktizieren. Der 1958 in San Sebastián geborene Filmemacher absolvierte nämlich zunächst ein Medizinstudium mit genau diesem Hintergedanken. Dass er sich jedoch schon in den 70er Jahren parallel dazu auch für den Film zu begeistern begann, kommt uns heutzutage zugute. Denn mehr und mehr entschloss sich Medem dazu, eher seiner künstlerischen als seiner therapeutischen Ader zu folgen, wenngleich er sich von seinen psychozentrierten Gedanken auch in seinen Filmen nie lösen konnte. Deswegen sind seine Arthouse-Erfolge „Die Liebenden des Polarkreises“, „Lucía und der Sex“ oder der erst nach den ersten internationalen Erfolgen auch hierzulande auf den Leinwänden ausgewertete „Tierra“ interessante Innenansichten und Betrachtungen über Leben und Tod gleichermaßen.

„Caótica Ana“ beginnt ein wenig schleppend, indem er zunächst die wichtigsten Personen ausführlich einführt und charakterisiert. Die talentierte Ana ist bei ihrem allein erziehenden Vater in einer Höhle auf der Insel Ibiza großgeworden. Als sich die Mäzenin Justine für ihre Kunst zu interessieren beginnt, holt sie Ana in ihre Künstlerkommune in Madrid. Dort lernt die junge Frau eher zufällig etwas über ihre spirituelle Vergangenheit, als sie durch Vorkommnisse Erinnerungen gewahr wird, die nicht ihrem Leben, sondern dem Leben von anderen, jung verstorbenen Frauen entstammen. Mittels Hypnose dringt der junge Anglo in Anas Unterbewusstsein vor und fördert immer mehr grauenvolle Details über gewaltsam ums Leben gekommene Frauen ans Tageslicht, deren Lebensgeschichten und Geister sich in Anas Körper über Jahrtausende gesammelt haben. Die Fans von Julio Medems filmischen Grenzerfahrungen kommen fraglos auch bei seinem neusten Werk wieder voll auf ihre Kosten, das den unbedarften Zuschauer allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst überfordern dürfte. Traumszenen mischen sich mit Erinnerungen an die Vergangenheit der verschiedenen Persönlichkeiten in Ana und mit tatsächlichen Vorkommnissen. Diese wiederum werden von Anas Freundin Linda auf Video mitgeschnitten, weswegen diese subjektiven Einsprengsler sich dann mit der „echten“ Filmkamera abwechseln. Wer sich auf diese stilistischen und thematischen Spielereien einlassen und auch ein wenig Verständnis für den esoterischen Überbau der Geschichte aufbringen kann, der wird aus Medems von einer persönlichen Tragödie inspiriertem Film wieder eine Menge interessanter Aspekte zum Nachdenken ziehen. (4/6)

E 2007. Regie, Schnitt und Buch: Julio Medem. Musik: Jocelyn Pook. Kamera: Mario Montero. Produktion: Alicia Produce, Sogecine S.A., Volcano Films. Mit: Manuela Vellés, Charlotte Rampling, Bebe Rebolledo, Asier Newman, Nicolas Cazalé, Matthias Habich, Raúl Peña. Prokino. 116 Min. Ab 27. November 2008 im Kino.

Caótica Ana wurde bearbeitet von Frank BrennerPermalinkKommentar schreiben »

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