Das Fischkind
Die Erwartungen an den neuen Film von Lucía Puenzo hätten wohl kaum höher ausfallen können, hat die argentinische Regisseurin mit ihrem Debütfilm „XXY“ 2007 doch ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Äußerst behutsam und ohne jegliche Effekthascherei erzählte sie darin das Schicksal einer Intersexuellen, die von ihren Eltern mit 15 Jahren gezwungen werden soll, durch Operation ein eindeutiges Geschlecht zugewiesen zu bekommen. In „Das Fischkind“ hat Puenzo nun abermals einen Roman verfilmt, dieses Mal allerdings einen aus ihrer eigenen Feder. Vielleicht liegt darin das Hauptproblem, warum der Film nicht so recht funktionieren mag.
Erzählt wird die Liebesgeschichte der Richter-Tochter Lala (Inés Efron, die talentierte Hauptdarstellerin aus „XXY“) zu dem Hausmädchen Ailín (Mariela Vitale). Die beiden kennen sich von Kindesbeinen an und haben nun als junge Frauen ihre Liebe zueinander entdeckt. Doch die Beziehung steht unter einem schlechten Stern, denn Lalas Vater liegt eines Morgens tot im Zimmer. Lala flieht von Argentinien nach Paraguay, kurz danach wird Ailín in Jugendhaft genommen. Was genau passiert ist, klärt der Film nur nach und nach auf, genauso wie sich die Bedeutung des Titels erst ganz am Ende entschlüsselt. Doch Lucía Puenzo überfordert den Zuschauer mit ihrer Verhackstückelung der Chronologie der Ereignisse. Ständig springt sie in der Zeit hin und her, zeigt Szenen vor dem gewaltsamen Tod des Richters, Szenen von der Flucht, Szenen aus den glücklichen Tagen davor, Szenen von der Heimkehr nach Argentinien, alles bunt durcheinander und ohne offensichtliche zeitliche Verortungen durch Einblendungen oder Ähnliches. Anstatt damit die Spannung zu schüren, passiert das genaue Gegenteil: Man verliert das Interesse an der wirren Geschichte, die sich auch am Ende als nicht sonderlich aufregend erweist.
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Das Fischkind wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »




