Eine zuviel im Bett – George Cukor
1962 machte sich George Cukor an ein Remake des 1940 entstandenen Film „Meine Lieblingsfrau“ („My Favorite Wife“/ mit Cary Grant, Randolph Scott, Irene Dunne) unter dem Titel „Something´s Got to Give“, das er mit Marilyn Monroe inszenieren wollte. Die Produktion wurde allerdings eingestellt, nachdem Marilyn Monroe wegen ständiger Unpünktlichkeit und Unprofessionalität gefeuert wurde und am 5. August verstarb.
Bereits ein Jahr später nahm man sich den Stoff wieder vor. Die Besetzung wurde umgeändert und die Story, die auf weitere Stars wie Dean Martin und Cyd Charisse zurecht getrimmt war, für Doris Day und James Garner entsprechend abgeändert. Heraus kam die Doris-Day-Komödie „Eine zuviel im Bett“ („Move Over Darling“).
Die traurige Vorgeschichte merkt man dem Streifen keine Sekunde an, der Film ist ein herrlicher, temporeicher Spaß mit reichlich Klamauk, Slapstick und einer Doris Day außer Rand und Band sowie einem ebenso amüsanten James Garner, der mit dem Doris Day ein Jahr zuvor bereits ein stressgeplagtes Ehepaar in der Komödie „Was diese Frau so alles treibt“ spielte.
Der Titelsong des Films hieß ebenfalls „Move Over Darling” und wurde von Doris Day selbst gesungen, von ihrem Sohn Terry Melcher im gerade populär gewordenen Soul-Stil produziert, und landete 1964 in den britischen Charts sogar auf Platz 8.
Doch worum geht es überhaupt in dem Film? Die Story: Nachdem er 5 Jahre lang vergeblich auf die Rückkehr seiner Frau Ellen (Doris Day) gewartet hat und diese für tot erklärt worden ist, heiratet Nicholas Arden (James Garner) die temperamentvolle Bianca (Polly Bergen). Genau an dem Tag kehrt Ellen zurück – das Flugzeugunglück hat sie zusammen mit ‘Adam’ (Chuck Connors) auf einer einsamen Insel überlebt. Es kommt zu allerlei Verwicklungen, denn Nicholas liebt Ellen noch immer, und Ellen will sich den Weg an seine Seite zurückerobern – notfalls auch als schwedische Krankenschwester.
Fazit: Egal ob mit Rock Hudson oder wie hier mit James Garner: Die Komödien, die Doris Day in Anfang der 60er Jahre drehte waren fast alle Highlights und sind heute noch sehenswert. „Eine zuviel im Bett“, wofür Doris Day übrigens eine Golden Globe-Nominierung erhielt, gehört definitiv dazu!
Hier noch ein paar Hintergrundinfos zum Film: James Garner brach während einer Massage-Szene Doris Day unbeabsichtigt eine Rippe, als er sie von Polly Bergen wegzog. Garner bemerkte erst am nächsten Tag, was er Day zugefügt hatte, als er den Arm um sie legte und den Verband fühlte. Zudem ist noch erwähnenswert, dass das von „Something’s Got to Give“ zum Teil auch bei diesen Dreharbeiten verwendet wurde. Insbesondere ist der Swimmingpool, in dem Marilyn Monroe nackt zu sehen war, wieder zu erkennen.
Die bei caroland erschienene DVD präsentiert den Film mit einem sehr guten Widescreen-Bild (2.35:1). Die Farben sowie die Schärfe sind überraschend gut für einen knapp 50 Jahre alten Film. Auch ist das Filmmaterial fast frei von Verschmutzungen oder digitale Defekte. Der Ton (Dolby Digital 1.0) ist dafür leider nicht ganz so überzeugend. Leicht blechern aber immer gut verständlich, eben typische 60er Jahre Synchronisation. An Bonusmaterial gibt es leider nur Bio- und Filmographien auf Texttafeln sowie Trailer zu weiteren Programm-Highlights.
Randnotiz: Das vorhandene Material von „Something´s Got to Give“ kann man in der 75-minütigen Dokumentation „Marilyn – The Final Days“ bestaunen. Die Doku ist auf der Extra-DVD der Cinema Premium Edition von „Das verflixte 7. Jahr“ zu finden und zeigt die letzten Monate des Stars bei den Dreharbeiten zu ihrem nie fertig gestellten Film. Zudem gibt es dann noch eine 37minütige Rumpffassung zu „Something´s Got to Give”. Auch das Original, „Meine Lieblingsfrau“ mit Cary Grant, ist bereits auf DVD erhältlich, allerdings in der „Cary Grant Edition Nr. 2“, zusammen mit den Filmen „Nur dem Namen nach“ und „Es waren einmal Flitterwochen“.
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