Ex Drummer von Legend Films
Kein Film für den heiligen Abend, aber eine knallharte Sozialstudie, die haften bleibt: Mit harter Mucke und grungy Look durchquert EX DRUMMER den übelsten humanen Abgrund-Sumpf. Bis zur Besinnungslosigkeit wird hier geprügelt, gefickt, gerockt und getötet, stehen Blutlachen stellvertretend für „Damenbesuch“, werden Männer von Riesenpimmeln vergewaltigt und Babys mit Koks sediert. und bisweilen steht sogar das Bild auf dem Kopf. Verstörender kann Kino kaum sein.
Zu Beginn sitzt der erfolgreiche Schriftsteller Dries Vanhegen in seinem Designer-Penthouse über dem Strand von Ostende und erzählt von einer vermeintlichen Belästigung durch dahergelaufene Strolche. Als prominenter Zeitgenosse sei er ja bereits an die Zumutungen der unmöglichsten Leute gewöhnt, erklärt Vanhegen, aber diese drei speziellen Vögel hätten ihn doch glatt umgehauen: Ein Naziskin mit Sprachfehler, ein schwuler Hooligan mit steifem Arm und ein tauber Altrocker wollen den Yuppie als Drummer für ihre Band gewinnen. Und zwar nur für einen einzigen Gig beim “Punk-Festival in Laffinge”, und außerdem nur unter der Voraussetzung, dass sich der Autor der ersten Bandregel unterwirft, die da lautet: Alle Mitglieder haben eine Behinderung.
Der Schriftsteller bittet sich zwar Bedenkzeit aus, aber man ahnt, dass er das Abenteuer suchen wird, und prompt schwant Böses: Vanhegen und seine Loft-Lebensgefährtin werden in schlechte Gesellschaft geraten! Und in der nächsten, rückwärts laufenden Sequenz werden unsere Befürchtungen noch einmal gründlich potenziert: Der Naziskin ist auch ein notorischer Frauenschlächter, dessen Wohnung auf dem Kopf steht.
Dries ist ein scharfer Beobachter, der neugierig die vollkommene Verkommenheit der Welt in sich hineinsaugt und abends heimkehrt in sein Designerloft hoch über den Dächern der moribunden Hafenstadt Oostende, wo ihn seine hübsche Frau und manchmal auch eine Gespielin erwarten. Wie ein Gott steigt er immer wieder hinunter in den Sündenpfuhl, kommentiert, manipuliert, intrigiert … bis er sich schließlich selbst als mythischen Erlöser wähnt, der die Welt um ihre Übel erleichtert. Die Katastrophe ist unaufhaltsam…
Fazit. Unheilbar gesunder Hevy-Trash für hardcore-Filmfreaks.
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