Ich habe sie geliebt – Drama
Die Autorin Anna Gavalda ist auch hierzulande einem breiteren Publikum bekannt, spätestens seit die Verfilmung ihres Romans „Zusammen ist man weniger allein“ auch bei uns zu einem Arthouse-Hit wurde. Deswegen kann man bei „Ich habe sie geliebt“ getrost darauf verweisen, dass auch dieser Stoff auf einem von Gavaldas Büchern basiert. Das Besondere daran hält sich allerdings in Grenzen, denn die Liebesgeschichte zwischen einem gelangweilten Familienvater und einer jüngeren Frau, die sich bei einem Geschäftstermin in Hongkong zu entspinnen beginnt, ist herkömmlich und wenig originell. Daniel Auteuil, einer der Superstars unseres Nachbarlandes, ist in der Rolle des unentschlossenen Pierre zu sehen, der sich Hals über Kopf in die schöne Mathilde (Marie-Josée Croze) verliebt, seine Ehefrau Suzanne (Christiane Millet) aber nicht verlassen möchte. Den Aufhänger für diverse Rückblicke auf die sich über Jahre hinziehende Affäre liefert Pierre übrigens seine Schwiegertochter Chloé (Florence Loiret Caille), die von ihrem Mann verlassen wurde und nun zusammen mit ihm im Landhaus Zuflucht gesucht hat.
Die einzigen wirklich interessanten Momente entstehen dann auch aus der Erzählsituation der Geschichte heraus, denn hier hat die Regisseurin Zabou Breitman („Claire – Se souvenir des belles choses“) Ungewöhnliches versucht. Pierre setzt im Landhaus mit der Schilderung einer Begegnung ein und erzählt diese dann als sein Alter Ego in der Vergangenheit in der Rückblende weiter, bevor diese zur Spielszene wird. Derlei Einfälle gibt es ein paar im Film, die sich immer leicht unterscheiden und insgesamt auch nicht überstrapaziert werden. Auch eine Visualisierung des Auf-der-Stelle-Tretens von Chloé ist gut gelungen, wenn die Kamera sie beim Wegrennen zeigt, ihr dabei aber stets im gleichen Abstand voraus ist und dadurch ein Eindruck der Stagnation entsteht. Von diesen optischen Ideen abgesehen bietet „Ich habe sie geliebt“ allerdings nur wenig Neues, weswegen er auf die Dauer doch recht dröge und schleppend daherkommt. (3/6)
F/B/I 2009 (Je l’aimais) Regie und Buch: Zabou Breitman. Buch: Agnès de Sacy. Musik: Krishna Levy. Schnitt: Bernard Françoise. Kamera: Michel Amathieu. Produktion: Babe Films, Banana Films, Indigo Film. Mit: Daniel Auteuil, Marie-Josée Croze, Florence Loiret Caille, Christiane Millet, Geneviève Mnich, Winston Ong, Woon Ling Hau. 105 Min. Concorde ab 30.07.09.
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