Khadak – Drama
Ein ewiger Kampf zwischen Mensch, Natur und Religion, zwischen Schicksal und Sinnsuche in eisig-schönen Landschaftsbildern.
Große Bilder sprechen, kleine Menschen schweigen: Das epische Debütdrama der Regisseure Peter Brosens und Jessica Woodworth sticht ins Herz und Hirn. Nicht umsonst räumte dieses existentialistische Epos allein bei den Filmfestspielen von Venedig 2007 den Nachwuchspreis “Löwen der Zukunft” ab. Khadak ist großes Kino der Blicke und Gesten von beredter Stummheit und verschwiegener Kraft. Khadak ist eigentlich ein blaues heiliges Tuch, das den Himmel symbolisieren soll. Der 17-jährige Bagi (Batzul Khayankhyarvaa) darbt als Nomade in der eisigen mongolischen Steppe mit seiner Familie und dem geliebten Pferd. Bagi leidet unter epileptischen Anfällen. Eine Schamanin stellt fest, seine Seele verlasse ihn während dieser Attacken und er sei als Schamane auserwählt. Reine Esoterik? Mitnichten, denn dieses Meisterwerk konfrontiert den Zuschauer mit bleiernen Bildern der Armut: Von der kargen Existenz, Ausbeutung und Vernichtung des natürlichen Lebensraumes. Das mongolische Volk steht ständig im Visier einer westlich orientierten “Zivilisation”. Die beschert ihnen, wie brillant bebildert, gigantische Wohnblock-Ruinen. Dies alles im Namen von Modernisierung und Urbanisierung. Die asketische Studie überrascht dabei mit Sinn und Symbolismen, erzählt durch die Kraft der Bilder über Flucht und Vertreibung, Demütigung und Widerstand. Ein Volk verliert seine komplette Identität. Was einstens den amerikanischen Indianerstämmen widerfuhr, blüht heute den Mongolen. Die Hoffnung aber stirbt zuletzt, symbolisiert das blaue Khadak-Tuch doch grenzenlose Freiheit. Und dafür kämpft Kabi, wenn auch ohne viele Worte. Das blaue Tuch flattert zuletzt an einem einzelnen Baum. Der ist einsam, aber frei.
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Khadak – Drama wurde bearbeitet von Jean Lüdeke • Permalink • Kommentar schreiben »













