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Leroy – Vom Suchen und Finder einer verzwickten Teeny-Liebe

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Leroy – Vom Suchen und Finder einer verzwickten Teeny-Liebe

Multi-Kulti contra Neonazis
Vom Suchen und Finder einer verzwickten Teeny-Liebe

leroy.thumbnail Leroy   Vom Suchen und Finder einer verzwickten Teeny Liebe

Junge Liebe in den Zeiten der Ausländer-Klatscher und die verklärte Die Black-Power-Bewegung der 70iger erfährt ein Revival der ganz besonders humorvollen Art: Der 17jährige Leroy ist deutsch, kultiviert, lieb, gut erzogen, aber „schwarz“. Er bevorzugt Cello und Vernissagen statt Hipphopp und Basketball. Das einzig „coole” Manko an ihm: Seine riesige Afro-Matte, die jeden in der Harlemer Black Disko aus den 70igern in den Schatten gestellt hätte. Wäre er doch nur so selbstsicher wie einstens „Shaft“, gäbe es keine Probleme. Doch seine untergeschnallten Fettnäpfchen samt seiner Coming-of-Age-Krise beschwören das Unfassbare: Ein hübsches Mädchen aus urkonservativem deutschem Hause verguckt sich in den schüchternen Bub.

Leroy (Alain Morel) ist Afrodeutscher mit unheilbar gesundem Gespür für sämtliche Pechsituationen seiner unschuldigen Welt, die durch seine nationale Identitätskrise komische Szenarien provoziert. Dabei ist er kultivierter, und im guten Sinne deutscher als viele Deutsche. Was tun? Soll er nun sein Deutschsein verleugnen, wie viele Deutsche das tun, die dafür Schwarze “cool” finden, oder muß er nun erst recht deutsch sein?.

Die süße Antwort beschert ihm seine erste große Liebe Eva (Anna Hausberg), eine eher bittere ihre urdeutsche Familie. Denn Evas kahlgeschorene Brüder fühlen sich dem Neonazismus verpflichtet und bekunden ihre gegenseitige Zuneigung durch stetiges Birnenklatschen. Dennoch verlebt das junge Glück einen turbulenten bis actiongeladenen Sommer zwischen diversen weltanschaulichen Experimenten, einer nahezu alkoholvergifteten Geburtstags-Party, unfreiwilligen Travestien, unliebsamen Hörstürzen, dem mißglückten Heliumballon-Unfall von Leroys Vater Errol (Günther Kaufmann als schriller Erfinder), sowie einem knapp vereitelten Wellensittich-Selbstmord. Dann aber werden Eva und Leroy übel verdroschen, und Eva trennt sich aus Angst vor weiteren Übergriffen ihrer Brüder samt ihrer gedungenen „Klatscher“-Kumpanen.

Leroy wird nun schmerzlich klar, die wahre grenzenlose Liebe bleibt doch nicht grenzenlos und setzt als Afro-Deutscher ein deutliches Statement. Durch die hier in Berlin neu auflebende Black-Power-Bewegung der 70er aus den USA erfährt Leroy ein Efolg der ganz besonderen Art; er wird so cool wie „Shaft“.

Und da ist auch noch sein bester Freund Dimi (Constantin von Jasche-roff), einem Griechen, mit dem er durch das dreckige Berlin zum Sound des Soul-Grooves latscht. Beide sinnieren über alle schmerzlichen Punkte des Deutschseins und Leroy kommt auf die Idee, wie man Faschismus überrumpelt: Die historische Erfahrung zeigt, daß man ihn, wie alle anderen Subkulturen, kommerzialisieren und ihn ungefährlicher gestalten kann. Und so endet diese herrliche naive Jugend-Geschichte mit der Erfolgsstory von „Skin’Sync“, der ersten Skinhead-Boygroup der Welt….

Armin Völckers ist ein sympathisches Filmchen gelungen, das deutsche Selbstverständnis auf humorige Art erklärt. Dies geschieht durch die Verlagerung ins selbstronisierende Familien-Millieu und einem flapsigen Dialogwitz. Wenn beispielsweise Leroys Papa in einer Szene sagt, er habe „keine Angst vor dem Knast“, so wissen wir, der Mann weiß genau, wovon er spricht; nämlich aus Erfahrung.

Und so ist sich auch die Filmkritik bislang einig: „Kein Nachwuchsfilm, sondern die souveräne, professionelle Skizze eines Figurenensembles und einer Erzählhaltung, die auch einen langen Film tragen könnte“, lobt selbst das hehre „Schnitt- Das Filmmagazin.

Kein Zweifel, “Leroy” ist irgendwie ein politisch unkorrekter Dauerlacher mit zotigen Witzen und und vielen Berliner Eindrücken, auch von den eher tristen Blickwinkeln des Kiezes an der Spree. Auch wenn die humorige, stets am gefährlichen Rand wankend, in den plumpen “Gib-dem-Affen-Zucker”-Humor zu stürzen, so ist doch letztlich ein kurzweiliger Film entstanden, den man gemeinhin mit “schön unterhaltsam” und “richtig nett” charakterisieren darf.

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