Rückenwind – Drama
In Jan Krügers zweitem Langspielfilm hat sich der Filmemacher mit einem jungen schwulen Paar auf eine Reise über die Grenzen ihrer frischen Beziehung hinaus begeben. Johann und Robin satteln die Drahtesel und fahren aufs Land hinaus. Das geplante Zelten im Wald gestaltet sich als schwieriger als gedacht. Kurz darauf landen die beiden auf einem Bauernhof, auf dem der junge Henri mit seiner Mutter lebt. Die Vier freunden sich zaghaft an und unternehmen Einiges zusammen, doch die Beziehung zwischen Johann und Robin beginnt darunter zu leiden.
Jan Krüger bewies schon in seinen Kurzfilmen („Verführung von Engeln“, „Freunde“) ein ausgesprochenes Talent für beeindruckende Bilder. Hier treibt er das allerdings stellenweise etwas auf die Spitze. Zweifelsfrei ist so manche Einstellung, in der er das Liebespaar Johann/ Robin in freier Natur arrangiert, nett anzuschauen. Aber es wirkt auch überaus gekünstelt und raubt dem Film dadurch einen Großteil seiner Glaubwürdigkeit. Zu artifiziell, zu entwurzelt aus der Geschichte wirken diese filmischen Tableaus. Der Selbstfindungstrip der beiden schwulen Männer ist darüber hinaus auch noch mystisch aufgeladen, wenn zu Beginn und am Ende eine parabelhafte Rahmenerzählung eingebaut wird, die dem Gezeigten eine Bedeutungsschwere verleiht, die nur bedingt nachvollziehbar ist. Das frische, unverbrauchte Spiel der jungen Darsteller, die Teile ihrer Dialoge vor der Kamera improvisierten, hilft ein wenig mit, sehenswerte Elemente an „Rückenwind“ zu entdecken. Insgesamt bleibt der Film aber in seinem gewollten Kokettieren mit Kunstkino und Symbolismus größtenteils unzugänglich und mysteriös, was ihn über lange Strecken dann einfach nur langatmig und zerdehnt erscheinen lässt. Krüger scheint sich in den letzten Jahren immer weiter von einem breiten Publikum wegzubewegen und Filme zu realisieren, die so manchen Zuschauer vor den Kopf stoßen dürften. (3/6)
D 2009. Regie und Buch: Jan Krüger. Musik: Tarwater. Schnitt: Ute Schall. Kamera: Bernadette Paassen. Produktion: Salzgeber. Mit: Sebastian Schlecht, Eric Golub, Iris Minich, Denis Alevi, Rainer Winkelvoss. 75 Min. Salzgeber ab 04.06.09.
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Rückenwind – Drama wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »














Marcus zu dem Thema:
der film ist wahrscheinlich nur halb so langweilig wie dieser text hier. “drahtesel” für “fahrrad” – uuaahh. ansonsten kriege ich nicht ein “bild”, eine “einstellung” oder ein “tableau” beschrieben und deshalb überhaupt keinen eindruck von dem, was hier gemeint sein soll. nur dieser altväterliche durchmarsch durch irgendeinen pseudo-objektiven ‘kritikerkatalog’.
Donnerstag, 28 Mai 2009 @ 8:59am