Sie tanzte nur einen Sommer – schwedischer Film
Der 1951 gedrehte schwedische Film „Sie tanzte nur einen Sommer“ zählt in Deutschland noch heute zu den bekanntesten Erzeugnissen der schwedischen Kultur. Der Film erzählt von der tragisch endenden Liebe zwischen einem 19jährigen Städter und einem 17jährigen Mädchen vom Lande, die am Widerstand der Eltern und an Klatsch und Verleumdung scheitert. Zum Höhepunkt – Skandal! – baden die Liebenden nackt in einem See.
Doch hier erst einmal zum Inhalt: Der 19jährige Göran (Folke Sundquist) verbringt nach dem Abitur einige Zeit bei seinem Onkel auf dem Land. Dort begegnet ihm Kerstin (Ulla Jacobsson), Tochter eines Gutsbesitzers. Eine harmlose Jugendfreundschaft entwickelt sich zwischen ihnen. Doch dem Dorfpfarrer ist ihre Beziehung ein Dorn im Auge. Auch Görans Vater und Kerstins Verwandte sind mit der Liaison der beiden nicht einverstanden. Als man sie trennen will, werden sie sich ihrer Liebe bewusst und kämpfen um sie. Das Glück bleibt ihnen allerdings versagt. Auf dem Höhepunkt des Konfliktes fährt Göran Kerstin nach einem Theaterbesuch auf seinem Motorroller nach Hause. Sie werden von einem betrunkenen Autofahrer gerammt und in den Straßengraben geschleudert. Kerstin stirbt in Görans Armen. Das Unglück wird von dem lebensfeindlichen Pfarrer und den puritanischen Dorfbewohnern als Strafe Gottes für die nicht legalisierte Liebesbeziehung empfunden.
Die berühmte Nacktbadeszene löste weltweit Diskussionen aus. Allzu viel zu sehen war allerdings nicht, und nach heutigen Maßstäben war das Ganze sicherlich auch nicht skandalös. Aber als der schwedische Regisseur Arne Mattson sein Werk vorstellte wurde auch das Wenige zum Ereignis. Aus diesem Grund wurden gleich vier Fassungen der umstrittenen Szene gedreht. Sowohl Ulla Jacobsson als auch Folke Sundquist waren in der ursprünglichen Szene völlig nackt. In Anbetracht des Alters der 19-jährigen Schauspielerin wurde die Fassung von ihren Eltern verboten. So werden die Protagonisten halb nackt auf den Leinwänden in Schweden, Frankreich, England und den USA gezeigt. In Spanien und Italien entschloss man sich für die Fassung mit halb entblößter Brust. In Holland zeigte man nur die Köpfe der badenden Schauspieler.
Interessanterweise urteilte in diesem Jahr keine Jury über die Filme, sondern das Publikum. Das verlieh Mattson den Goldenen Bären auf den Berliner Filmfestspielen, und den Preis für die beste Musik auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes.
Fazit: Auch wenn der Film vom Thema her heute merklich veraltet ist, so fasziniert die bittersüße Liebegeschichte immer noch, insbesondere die bildhübsche Ulla Jacobsson, die die Gestalt der jungen Kerstin überzeugend verkörperte.
Die bei FalkFiction Home Entertainment erschiene DVD präsentiert den Film mit einem zufrieden stellenden Bild (4:3 – 1.33:1) und Ton (Dolby Digital 1.0 Mono). An Bonusmaterial wurde der DVD eine Bildergalerie spendiert sowie ein Interview mit Gunvor Pontén, die Sylvia im Film, die von den Dreharbeiten sowie über ihre eigene Filmkarriere berichtet.
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Mittwoch, 16 November 2011 @ 2:01am