Sieben Leben
Ben Thomas (Will Smith) ist ein Mitarbeiter der US-Finanzbehörde – und benimmt sich dennoch ganz anders, als man das von einem solchen Beamten erwarten würde. Er interessiert sich für die Schicksale der Menschen hinter den Akten, macht schon mal Hausbesuche oder drückt ein Auge zu, wenn er erkannt hat, dass der Mensch dahinter ein guter ist. Wie im Fall der jungen Emily (Rosario Dawson), die unter einem angeborenen Herzfehler leidet und schon bald sterben wird, falls sich nicht ein geeignetes Spenderherz für die Transplantation findet. Aber Ben umgibt auch ein Geheimnis, das sich dem Zuschauer nur nach und nach offenbart, das immer wieder durch Zeitsprünge in der Handlung angedeutet wird und auf ein dramatisches Finale zusteuert.
Einerseits ist es immer sinnvoll, nicht allzu viel von der Handlung eines Filmes im Vorfeld zu wissen, damit man sich nicht das Vergnügen daran verdirbt. Andererseits kann es, wie im Fall von „Sieben Leben“, auch die Geduld des Publikums auf die Probe stellen. Die erste Stunde von Will Smiths neuem Film unter der Regie von Gabriele Muccino („Das Streben nach Glück“) ist reichlich verwirrend geraten, wenn man nicht weiß, auf was alles so hinauslaufen soll. Die Geheimniskrämerei ist hier eher kontraproduktiv, weil sie keine Spannung erzeugt, sondern viel eher auf die Nerven fällt. Etwas zu sentimental ist das Ganze auch noch geworden, weswegen man Smith zu Beginn einfach nur als Engel auf Erden wahrnimmt, der für seine Mitmenschen da ist und Gutes für sie tun will. Das Finale relativiert vieles davon, insbesondere, weil Smiths Figur mehr Tiefe verliehen bekommt und die konstruierte Story endlich Gestalt annimmt. Ein Stück Gutmenschkino, das für einige sicherlich viel zu überzuckert daherkommt, für andere aber der richtige Stoff sein kann, um im Kino mal wieder der Realität zu entfliehen. (3/6)
USA 2008 (Seven Pounds) Regie: Gabriele Muccino. Buch: Grant Nieporte. Musik: Angelo Milli. Schnitt: Hughes Winborne. Kamera: Philippe Le Sourd. Produktion: Columbia Pictures, Escape Artists, Overbrook Entertainment, Relativity Media. Mit: Will Smith, Rosario Dawson, Barry Pepper, Woody Harrelson, Michael Ealy, Elpidia Carrillo, Robinne Lee. 123 Min. Sony ab 08.01.09.
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