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So ist Paris – Kaleidoscop

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So ist Paris – Kaleidoscop

so ist paris 150x214 So ist Paris   KaleidoscopUnter den Dächern von Paris haben die unterschiedlichsten Leute die unterschiedlichsten Probleme. Für jeden einzelnen von ihnen sind die Sorgen der anderen nichts im Vergleich zur eigenen Misere. Doch sie alle eint ein Optimismus, der sie nie den Mut verlieren lässt. Ensemblefilm zur Stadt.

Cédric Klapisch hat sich in den vergangenen Jahren und mit seinen letzten Werken zu einer Art französischer Antwort auf Robert Altman entwickelt. Seine Filme kommen kaum mehr mit einer Handvoll Protagonisten aus, sondern entwerfen komplexe soziologische Studien, seien es die eines Stadtviertels („…und jeder sucht sein Kätzchen“) oder einer multinationalen Wohngemeinschaft („L’Auberge Espagnole“) und dem, was aus ihr wurde („Wiedersehen in St. Petersburg“). All diesen Ensemblefilmen ist gemeinsam, dass sie aufgrund der Vielzahl ihrer Hauptfiguren eine ganze Reihe verschiedener Geschichten erzählen und diese mit viel Witz und Einfallsreichtum zu einem abwechslungsreichen Gesamtwerk verbinden. So, wie Klapischs Figuren sich in den letzten beiden „L’Auberge Espagnole“-Filmen weiter entwickelt haben und erwachsen geworden sind, stellt nun „So ist Paris“ einen weiteren Schritt im künstlerischen Reifeprozess seines Regisseurs dar.

Dominierten in Klapischs vorangegangenen Filmen Liebeleien, Eifersüchteleien und jugendliche Eskapaden, hat er sich nun den ernsten Seiten des Lebens angenommen. Es geht um den Sinn des Lebens angesichts des Todes, um Midlife Crisis, gescheiterte Beziehungen, berufliche Herausforderungen und die Suche nach dem Glück in einem Land mit rosigeren Zukunftsaussichten. All das sind Themen von solch dramatischer Tragweite, dass der Humor dieses Mal deutlich zurückstecken muss. Wer also auf die oftmals auch tricktechnisch äußerst einfallsreichen Eskapaden aus Klapischs vorangegangenen Filmen wartet, muss sich dieses Mal mit einer einzigen, ebenfalls wieder sehr originell inszenierten und bebilderten,  Traumsequenz begnügen.

Mit „So ist Paris“ tritt Cédric Klapisch allerdings den Beweis an, dass er sich auch auf seriöserem Terrain zielgenau bewegen kann. Das Kaleidoskop aus Kurzgeschichten, das er hier mit einer französischen Starbesetzung von Juliette Binoche über Romain Duris bis hin zu François Cluzet vor uns ausbreitet, ist ebenso abwechslungsreich wie unterhaltsam. Wie in einer Kurzgeschichtensammlung haben die Episoden keinen klaren Anfang und kein Ende, was ihre Wirkung unterstreicht und den exemplarischen Charakter betont. Francine Sandbergs durchdachter Schnitt verbindet die unterschiedlichen Szenarien und Protagonisten auf spielerische Weise – mal durch thematische oder optische Doppelungen, mal durch musikalische Überlappungen oder das Aufgreifen des Rhythmus und der Erzählperspektive. Wer sich auf die episodische Struktur eines Ensemblefilms einlassen kann und ein Freund von Paris und französischer Schauspieler ist, dem sei „So ist Paris“ wärmstens empfohlen.

F 2008 (Paris) Regie und Buch: Cédric Klapisch. Musik: Loïc Dury. Kamera: Christophe Beaucarne. Schnitt: Francine Sandberg. Produktion: Ce qui me meut, Studiocanal, France 2 Cinéma. Mit: Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini, Albert Dupontel, François Cluzet, Karin Viard, Gilles Lellouche. Prokino. 129 Min. Ab 17. Juli 2008 im Kino.

So ist Paris – Kaleidoscop wurde bearbeitet von Frank BrennerPermalinkKommentar schreiben »

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