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So viele Jahre liebe ich dich – Die Abwesende

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So viele Jahre liebe ich dich – Die Abwesende

so viele jahre liebe ich dich 150x214 So viele Jahre liebe ich dich   Die AbwesendeDie Schwestern Juliette und Léa sehen sich nach 15 Jahren zum ersten Mal wieder. Juliette hatte in der Zeit im Gefängnis gesessen, Léa hat sich einverstanden erklärt, ihrer älteren Schwester bei der Wiedereingliederung ins Leben behilflich zu sein und ihr ein Zimmer im Haus ihrer Familie zur Verfügung zu stellen. Sensibles Familiendrama.

Philippe Claudel ist derzeit einer der erfolgreichsten französischen Schriftsteller, der u.a. mit dem renommierten Prix Goncourt (für „Les petites mécaniques“ 2003) ausgezeichnet wurde. Mit „So viele Jahre liebe ich dich“ hat er nun sein beeindruckendes Debüt als Spielfilmregisseur vorgelegt. Äußerst behutsam nähert er sich darin dem Schicksal eines weiblichen Ex-Häftlings, die nach langen Jahren der Isolation und der Entfremdung von ihrer Familie genau dort wieder Fuß zu fassen lernen muss. Es ist sehr reizvoll, wie wenig Claudel über seine Figuren zu Beginn verrät. Der Zuschauer wird, nahezu unwissend, dazu eingeladen, das schwierige Verhältnis der beiden Schwestern zueinander zu beobachten und zu analysieren und durch die stufenweise Annäherung mehr über das herauszufinden, was sich in der Vergangenheit zugetragen hat. Je weniger man also im Vorfeld über die Geschichte und ihre Charaktere weiß, desto interessanter wird der Film für sein Publikum.

Der Romancier auf dem Regiestuhl hat jedenfalls ein ausgeklügeltes Figurenensemble zusammengestellt, das die verschiedenen Facetten dieses psychologisch schwierigen Prozesses intelligent thematisiert. Neben dem zentralen Schwesternkonflikt gibt es da noch den misstrauischen Schwager, die beiden kleinen Adoptivkinder und einen stummen Schwiegervater, aber auch Arbeitskollegen und Freunde Léas, die geistig verwirrte Mutter im Altersheim, Sozialarbeiter und die neuen Kollegen der wieder ins Arbeitsleben einsteigenden Juliette. Sie alle stehen für verschiedene Einstellungen gegenüber der straffällig gewordenen Frau, die sich stark voneinander unterscheiden, je nach Stand des Wissens über die zugrunde liegende Tat und je nach bisherigem Verhältnis zur Täterin. In ihrer minimalistischen Darstellung rührt vor allen Dingen Kristin Scott Thomas zu Herzen, mit deren Figur Juliette man immer mehr Mitleid entwickelt, zumal sie in ihrer zurückgenommenen und bescheidenen Art kein Wässerchen zu trüben können scheint und von ihrer Umgebung oft stereotypisiert wahrgenommen wird. (5/6)

F 2007 (Il y a longtemps que je t’aime…) Regie und Buch: Philippe Claudel. Musik: Jean-Louis Aubert. Kamera: Jérôme Alméras. Schnitt: Virginie Bruant. Produktion: UGC YM. Mit: Kristin Scott Thomas, Elsa Zylberstein, Serge Hazanavicius, Laurent Grévill, Claire Johnston, Frédéric Pierrot, Mouss Zouheyri. 115 Min. Alamode ab 13.11.08.

So viele Jahre liebe ich dich – Die Abwesende wurde bearbeitet von Frank BrennerPermalinkKommentar schreiben »

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