The Dust of Time – Drama
Manchen Regisseuren gelingt es, auch im Alter noch eine Energie und Originalität an den Tag zu legen, wie so manchen jungen Filmhochschulabsolventen nicht. Gute Beispiele dafür waren Robert Altman, der sich immer wieder neu herausforderte, oder nach wie vor Woody Allen, bei dem man zwar immer die eigene Handschrift erkennen kann, der aber mit dem Medium Film seit Jahrzehnten immer wieder aufs Neue experimentiert wie kaum ein zweiter. Nicht so Theo Angelopoulos. Der bekannte griechische Regisseur scheint sich mit seinen 74 Jahren mittlerweile auf dem Erreichten auszuruhen und nicht mehr neu zu erfinden. Schlimmer noch: Sein letzter Film „The Dust of Time“, auf dem wahrlich der Staub etlicher Jahre zu lasten scheint, ist im schlechtesten Sinne des Wortes altmodisch. Nichts gegen Filme, die in minutenlangen statischen Einstellungen verharren. Das kann im richtigen Zusammenhang spannender und kurzweiliger sein als ein Schnittsalat im Videoclip-Style. Aber bei Angelopoulos machen die langen Einstellungen keinen Sinn, sondern spiegeln einfach eine Einfallslosigkeit wider, einen Stillstand, der die zwei Stunden seines Filmes auf gefühlte drei streckt.
Den Inhalt zusammenzufassen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, weil vieles nur stilisiert ist, noch dazu auf eine unglaublich prätentiöse Art. Zudem entartet alles durch das ständige Springen zwischen den Handlungsebenen und -zeiten zu einem verkopften Wirrwarr sondergleichen. Regisseur A dreht einen Film über die Liebesgeschichte seiner Eltern, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch halb Europa zogen, verfolgt und auseinander gerissen wurden und schließlich doch zusammenfanden. Kurz vor der Wende zum 21. Jahrhundert begegnet sich die Familie in Berlin wieder, wo nun die kleine Tochter A.s für Aufregung sorgt. Trotz seiner renommierten Starbesetzung und einigen teilweise sehr poetisch eingefangenen Bildern gelingt es Angelopoulos und seinem Film nicht, Verständnis, geschweige denn Mitleid für seine Figuren aufzubauen. Alles bleibt in einem diffusen Chaos stecken, das sich als Kunst verstanden wissen will, aber kaum mehr für die Resterampe reicht.
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