Themba – Das Spiel seines Lebens – Drama
Mit dem Ausklang der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist nun ein Film erschienen, der einen etwas anderen Blick auf das fußballbegeisterte Land wirft. Im Mittelpunkt von Stefanie Sycholts Romanadaption „Themba – Das Spiel seines Lebens“ steht der kleine südafrikanische Junge Themba, der zusammen mit seiner jüngeren Schwester und der Mutter am ländlichen Ostkap aufwächst. Seine große Leidenschaft gehört dem Fußballspiel. Mit Ausdauer und hartnäckigem Training möchte er es irgendwann einmal in die „Bafana Bafana“ schaffen, die südafrikanische Fußballnationalmannschaft. Doch zunächst meint es das Schicksal nicht gerade gut mit dem Jungen. Sein Vater, ein Minenarbeiter, ist seit sieben Jahren schon von zu Hause fort. Den vakanten Posten als Familienoberhaupt nimmt deswegen nun Thembas vermeintlicher Onkel Luthando (Patrick Mofokeng) ein. Aber der Nichtsnutz und Alkoholiker kann nicht für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen. Als Thembas Mutter Mandisa (Simphiwe Dana) ihren Job verliert, ist sie gezwungen, ihre beiden Kinder bei Luthando zurückzulassen und sich in Kapstadt Arbeit zu suchen. Themba und seine Schwester haben fortan unter den rauen Sitten Luthandos zu leiden.
Man spürt fast in jeder Szene die redlichen Absichten der Macher, einige brisante Themen auf die Leinwand zu bringen und sie vor allen Dingen für jüngere Zuschauer anschaulich zu machen. Realistisch geht es dabei aber nur in den seltensten Fällen zu. Vielmehr wähnt man sich immer wieder in einem geglätteten Hollywoodprodukt, bei dem auch in den schmutzigsten Slums von Kapstadt innerhalb weniger Sekunden ein Notarztwagen zur Stelle ist, bei dem man nur mal kurz mit tränenüberströmter Wange um die bitter benötigten Aids-Medikamente bitten muss, um diese zu bekommen, oder bei dem man problemlos seine HIV-Infektion öffentlich machen kann und allseits dafür nur Zustimmung und Applaus erntet. So simpel und plakativ einfach wird es im Alltag Südafrikas leider viel zu selten zugehen. Deswegen hinterlässt Stefanie Sycholts Film einen ziemlich faden Beigeschmack. Allenfalls für ein kindliches Publikum, dem man einige Zusammenhänge auf diese Weise vielleicht etwas einfacher nahe bringen kann, dürfte „Themba“ deswegen sein Anliegen erfüllen können.
Ähnliche Beiträge:
Themba – Das Spiel seines Lebens – Drama wurde bearbeitet von Frank Brenner • Permalink • Kommentar schreiben »













