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Horror – Rohtenburg

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Horror – Rohtenburg

Eine Klage des als „Kannibalen von Rothenburg“ durch die Schlagzeilen gegeisterten Armin Meiwes, auf dessen Fall dieser Film basiert, hatte die deutsche Kinoauswertung geschlagene drei Jahre hinausgezögert. Nachdem Martin Weisz’ Film auf etlichen kleineren Festivals im Ausland gezeigt wurde, kann man sich das fragwürdige Ergebnis nun also auch hierzulande anschauen. Kannibalismus gibt es in der Tat schon bei den Gebrüdern Grimm, denn die Hexe ist offensichtlich ziemlich scharf drauf, Hänsel und Gretel zu verspeisen. Den realen Kannibalismus-Fall um Meiwes deswegen mit den Grimms in Zusammenhang zu bringen, ist indes nur ein platter PR-Gag. Leider nicht der einzige an diesem Low-Budget-Schnellschuss, der wohlweislich auf Englisch gedreht wurde und für ein internationales Publikum um eine attraktive Studentin in der Hauptrolle bereichert wurde. Schließlich geht es nicht nur um Kannibalismus, sondern darüber hinaus auch noch um Homosexualität – und das ist dann wohl selbst für ein sensationslüsternes Publikum zuviel des Guten. Bei soviel Profitstreben kann man es dem Drehbuchautoren T.S. Faull und Videoclipregisseur und Langfilmdebütant Martin Weisz (der mittlerweile auch „The Hills Have Eyes II“ verantwortete) nur schwerlich abnehmen, dass es ihnen tatsächlich um die Menschen hinter den unmenschlichen Taten ging. Über die Ursachen, warum der eine zum Menschenfresser wurde und warum der andere unbedingt gegessen werden wollte, erfährt man nichts, auch wenn beständig Kindheitstraumata nach Schema F bemüht werden. Trotz all dieser Kritikpunkte hat Rohtenburg auch einige gelungene Momente. So vermeidet es der Regisseur ziemlich konsequent, auch auf der visuellen Ebene auf vordergründige Stilmittel zurückzugreifen und das gesamte Potenzial der realen Vorkommnisse marktschreierisch aufzubereiten. Zudem gelingt es vor allen Dingen Thomas Kretschmann als Meiwes-Verschnitt Oliver Hartwin, die Seelenqualen glaubwürdig zu vermitteln und auch in einer Rolle jenseits seines bisherigen Leinwand-Images zu überzeugen. (3/6)

OT: Butterfly – A Grimm Love Story. D 2005. R: Martin Weisz. B: T.S. Faull. K: Jonathan Sela. S: Sue Blainey. M: Steven Gutheinz. P: Atlantic Streamline. D: Keri Russell, Thomas Kretschmann, Thomas Huber, Rainier Meissner, Angelika Bartsch, Alexander Martschewski, Marcus Lucas  u.a. 90 Min. Central ab 18. 6.09.

Horror – Rohtenburg wurde bearbeitet von Frank BrennerPermalinkKommentar schreiben »

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